Altersvorsorgedepot: So holt man sich ab 2027 bis zu 540 Euro vom Staat

Der Staat bezuschusst das neue Altersvorsorgedepot.
Hendrik Schmidt/dpaAb 2027 gibt es für die private Altersvorsorge deutlich mehr Geld vom Staat. Wer regelmäßig in das neue Altersvorsorgedepot einzahlt, kann sich jährlich bis zu 540 Euro Zuschuss sichern. Familien mit Kindern bekommen sogar noch mehr. Wie viel der Staat dazugibt, hängt vor allem von der eigenen Sparrate ab.
So funktioniert die Förderung
Mit dem neuen Altersvorsorgedepot will die Bundesregierung die private Altersvorsorge attraktiver machen. Es soll die bisherige Riester-Rente für Neuverträge ablösen und ermöglicht erstmals auch staatlich gefördertes Sparen mit Aktienfonds und ETFs ohne verpflichtende Kapitalgarantie.
Das Prinzip ist einfach: Wer Geld einzahlt, bekommt vom Staat etwas dazu. Für die ersten 360 Euro, die man jährlich spart, gibt es einen Zuschuss von 50 Prozent. Aus 360 Euro Eigenbeitrag werden damit 540 Euro im Depot.
Für weitere Einzahlungen bis zu insgesamt 1.800 Euro jährlich gibt der Staat nochmals 25 Prozent dazu. Wer also monatlich 150 Euro einzahlt, bekommt die maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr. Das entspricht insgesamt 2.340 Euro, die jährlich in die Altersvorsorge fließen – mögliche Wertsteigerungen noch nicht eingerechnet.
Familien bekommen noch mehr Geld
Besonders profitieren können Eltern. Für jedes Kind, für das sie Kindergeld erhalten, gibt es zusätzlich bis zu 300 Euro pro Jahr. Dafür reichen bereits 25 Euro monatlicher Eigenbeitrag. Die Kinderzulage erhält allerdings nur ein Elternteil.
Wer zwei Kinder hat und monatlich 150 Euro spart, kann damit insgesamt 1.140 Euro jährlich vom Staat erhalten. Bei drei Kindern sind es sogar 1.440 Euro. Eine Begrenzung auf drei Kinder gibt es nicht.
Auch junge Menschen profitieren: Wer die Altersvorsorge früh beginnt und die Voraussetzungen erfüllt, kann zusätzlich einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten.
Wer kann das Geld bekommen?
Förderberechtigt sind insbesondere Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sowie Beamte. Ab 2027 werden außerdem viele Selbstständige und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke einbezogen.
Voraussetzung ist ein förderfähiger Altersvorsorgevertrag. Das neue Depot soll ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Bereits bestehende Riester-Verträge können weiterlaufen. Ein Wechsel zur neuen Förderung ist freiwillig.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot?
Die staatlichen Zuschüsse sind attraktiv, allerdings gibt es Einschränkungen. Das Geld ist langfristig für die Altersvorsorge gebunden und kann nicht jederzeit wie bei einem gewöhnlichen ETF-Depot entnommen werden. Außerdem können Aktien und ETFs an Wert verlieren.
Während der Ansparphase bleiben Kapitalerträge steuerfrei. Die späteren Auszahlungen müssen grundsätzlich versteuert werden. Je nach Einkommen kann es zusätzlich zu den Zulagen einen Steuervorteil geben.
Ob sich das neue Depot gegenüber einem klassischen ETF-Sparplan lohnt, hängt deshalb neben der Förderung auch von den Gebühren, der Anlagestrategie und der persönlichen Steuersituation ab.
