Aktien
: SanDisk-Aktie fällt unter 1500 Dollar – Das steckt dahinter

Die SanDisk-Aktie gerät kräftig unter Druck und fällt unter die Marke von 1.500 Dollar. Was hinter dem Kursrutsch steckt und warum die kommenden Quartalszahlen entscheidend werden könnten.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
Digital Storage Company Sandisk Post Strong Quarterly Earnings: MILPITAS, CALIFORNIA - JANUARY 30: A view of SanDisk headquarters on January 30, 2026 in Milpitas, California. Shares of digital storage company SanDisk surged after the company reported second-quarter revenue of $3 billion, up 61% year over year and above estimates, while adjusted earnings jumped 404% to $6.20 a share, topping Wall Street expectations of $3.62. The company also issued a forward outlook far above analyst expectations, reinforcing investor optimism tied to strong pricing and rising AI-driven data-center demand.   Justin Sullivan/Getty Images/AFP (Photo by JUSTIN SULLIVAN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Die SanDisk-Aktie fällt unter 1.500 Dollar. Sorgen vor den Quartalszahlen und eine Schwäche im Speichersektor belasten den Kurs. Das steckt dahinter.

JUSTIN SULLIVAN/AFP

Die Aktie des US-amerikanischen Speicherherstellers SanDisk gerät zum Wochenauftakt deutlich unter Druck. Am Montag verlor das Papier im US-Handel zeitweise rund fünf Prozent und fiel mit einem Tagestief von 1.480 US-Dollar unter die Marke von 1.500 Dollar. Verantwortlich dafür sind vor allem Sorgen vor den anstehenden Quartalszahlen, eine Schwäche im Speichersektor und eine angeschlagene Charttechnik.

SanDisk-Aktie: Anleger sorgen sich um hohe Gewinnmargen

Im Mittelpunkt steht der nächste Quartalsbericht am 29. Oktober. Nach der starken Geschäftsentwicklung der vergangenen Monate sind die Erwartungen an SanDisk hoch. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit, ob der Konzern seine außergewöhnlich hohen Gewinnmargen halten kann. Im zuletzt berichteten Quartal erreichte die Bruttomarge im NAND-Flash-Geschäft 84,6 Prozent. Anleger fragen sich nun, ob diese Profitabilität nachhaltig ist oder lediglich einen Höhepunkt im Branchenzyklus darstellt. Sollten Speicherpreise nachgeben oder Hersteller ihre Produktionskapazitäten ausweiten, könnten die Margen unter Druck geraten. Selbst solide Quartalszahlen könnten deshalb für Enttäuschung sorgen, falls der Ausblick auf eine Abschwächung hindeutet.

Schwacher Speichersektor belastet zusätzlich

Zusätzlichen Verkaufsdruck löste ein Ausverkauf bei Speicherchip-Aktien an der südkoreanischen Börse aus. Die negative Stimmung griff anschließend auf den US-Markt über und belastete neben SanDisk auch den Konkurrenten Micron. Hinzu kamen enttäuschende vorläufige Umsatzzahlen von Samsung, die Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen Speichernachfrage verstärkten. Zwar profitiert die Branche weiterhin vom Ausbau künstlicher Intelligenz und dem steigenden Bedarf an Rechenzentren. Allerdings wächst die Sorge, dass ein großer Teil dieses Wachstumspotenzials bereits in den Aktienkursen berücksichtigt ist. Der breite US-Aktienmarkt zeigte sich dagegen stabil. Während der S&P 500 leicht um 0,1 Prozent zulegte und der Nasdaq nahezu unverändert notierte, verlor SanDisk deutlich an Wert.

Charttechnik verschlechtert sich – Analysten bleiben optimistisch

Auch charttechnisch hat sich die Situation eingetrübt. Bereits in der Vorwoche fiel die SanDisk-Aktie unter ihre 200-Tage-Linie, die als wichtiger Indikator für den langfristigen Trend gilt. Ein solcher Rückfall kann zusätzliche Verkäufe auslösen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.354,39 Dollar hat die Aktie mittlerweile rund 36 Prozent eingebüßt. Allerdings liegt sie weiterhin deutlich über ihrem 52-Wochen-Tief von 120,96 Dollar. Trotz der jüngsten Kursverluste bleiben Analysten optimistisch. Die Investmentbank Mizuho erhöhte ihr Kursziel am 6. Oktober auf 2.050 Dollar und verwies auf zusätzliche Nachfrage durch KI-Anwendungen. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt sogar bei rund 2.120 Dollar. Ausgehend von 1.500 Dollar entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von gut 41 Prozent.

StN kompakt - Der Abend

Die wichtigsten Themen aus Stuttgarter Sicht - mit unserem Newsletter gewinnen Sie abends schnell den Überblick über das Tagesgeschehen.