Til Schweigers Exfrau Dana packt aus
: „Til hatte keinen Stil, ich fand ihn trotzdem toll“

Vierfache Mutter, Unternehmerin und Ex-Frau eines der bekanntesten deutschen Schauspieler: Dana Schweiger (51) hat lange geschwiegen über die Zeit an der Seite von Til Schweiger (56). Nun erzählt sie von ihrem Leben als prominente Ehe- und Exfrau und ihrem Spagat zwischen Beruf und Patchworkfamilie.
Von
Simone Höhn
Stuttgart
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  • Til und Dana Schweiger 2004 bei der Brot-gegen-Not-Gala der Heiner-Kamps-Stiftung

    imago/Sven Simon
  • Große Patchworkfamilie: die Schweigers 2011 bei einer Veranstaltung in Berlin. Von links: Valentin (1995 geboren), Dana (1968 geboren), Luna (1997 geboren), Lilly (1998 geboren), Til (1963 geboren) und Emma (2002 geboren). Da war das Paar bereits seit sechs Jahren getrennt, aber noch nicht geschieden.

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  • Die Schweigers bei der Bambi-Verleihung 2005 in München. Das Paar ging zu dem Zeitpunkt bereits getrennte Wege.

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  • Ein Bild aus glücklichen Tagen? Nach außen scheint alles bestens zu sein bei der Ehrung zum „Paar des Jahres“ der Zeitschrift „Gala“ 2004. In ihrer Biografie schreibt Dana Schweiger, dass es zu dieser Zeit bereits schlecht um ihre Ehe bestellt war.

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  • Til und Dana Schweiger haben sich Anfang der Neunzigerjahre in Köln über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt. Damals war Til noch ein relativ unbekannter Schauspieler. Dana Schweiger schreibt in ihrem Buch, dass er weder Geld noch Erfolg noch Stil hatte, sie ihn aber trotzdem toll fand.

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  • Die Schweigers 2004 auf einem Parkplatz: Til hält Tochter Emma auf dem Arm, rechts im Bild sieht man Tochter Luna. Dana steht mit dem Rücken zur Kamera – vermutlich wollte sie in diesem Moment nicht unbedingt für Fotografen posieren.

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  • Dana, Til und Luna 2018 bei der Berliner Premiere des Films „Hotdog“, in dem Til eine der Hauptrollen spielte.

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  • Dana und Luna 2016 bei der Eröffnung von Til Schweigers Restaurant „Barefoot Deli“ in Hamburg.

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  • Nesthäkchen Emma und Mutter Dana während des Oktoberfests 2015

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  • Dana Schweiger lässt ihrer Biografie ihr turbulentes Leben Revue passieren: „Im Herzen barfuß: Das Leben, die Liebe, meine Familie und ich“ (Dana Schweiger und Janina Jetten, Edel Books, 17,95 Euro)

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Stuttgart - Sie Stuttgart - galten als Traumpaar der der deutschen Filmszene und später als sechsköpfige Bilderbuchfamilie: Til und Dana Schweiger waren die Lieblinge des Boulevards. Die „Gala“ kürte sie 2004 zum Paar des Jahres. Niemand ahnte, dass es bereits damals um ihre Ehe schlecht bestellt war. Lange Zeit hat Dana Schweiger über die Zeit der Trennung von dem bekannten Schauspieler geschwiegen. 14 Jahre später packt die vierfache Mutter und Mitgründerin der Firma für Mütter- und Kinderbedarf, Bellybutton, aus. „Ich saß mit Freundinnen zusammen, und wir haben unser Leben reflektiert“, sagt Dana Schweiger unserer Zeitung. „Da kam die Idee auf, das alles aufzuschreiben. Schließlich war mein Leben ziemlich vielfältig“, wie es die 51-Jährige in ihrem deutsch-englischen Kauderwelsch ausdrückt.

In ihrer Biografie „Im Herzen barfuß – Das Leben, die Liebe, meine Familie und ich“ schreibt Schweiger über ihr bewegtes Leben als Oberhaupt einer Patchwork-Großfamilie. Bereits im Titel zeigt sich: Til ist der rote Faden in Danas Leben. „Barfuß“ hieß einer seiner Filme, seine Produktionsfirma heißt Barefoot Productions.

Dana und Til Schweigers Wege kreuzen sich zufällig

Als sich Dana Carlsen und Schweiger Anfang der neunziger Jahre kennenlernen, ahnt sie nicht, dass der damals 28-Jährige bald zu Deutschlands beliebtesten Schauspielern zählen wird. Sein erster erfolgreicher Kinofilm, die Prollkomödie „Manta, Manta“ (1991), sagte ihr überhaupt nichts, ebenso wenig wie die ARD-Serie „Lindenstraße“, in der er eine Nebenrolle spielt.

Dana, geboren in Seattle und geprägt von der in den 90er Jahren dort entstehenden Computer- und Grunge-Szene, arbeitet als Model. Wegen eines Ex-Freundes hat es die damals 23-Jährige nach Deutschland verschlagen. Von der hiesigen Kultur hat sie keinen Schimmer, auch der Sprache ist sie nicht mächtig. Ihr ist es egal, dass der neue Mann ihres Herzens, den sie über einen Bekannten kennenlernt, kaum Geld hat und in der Filmszene belächelt wird. „Er hat keinen Stil, ist nicht erfolgreich, und Geld hat er auch keins – aber ich finde ihn einfach toll.“

Bernd Eichinger spendierte dem Paar eine Hochzeitssause in Cannes

Sie, die Romantikerin, hätte vielleicht ahnen können, dass der kettenrauchende Freigeist, der während der Fahrt in den ersten gemeinsamen Urlaub laut Techno hört und mit Bleifuß nach Italien rast, nicht unbedingt der Deckel ist, der zu ihrem Topf passt. Dana übersieht mit rosaroter Brille kleine Anzeichen und empfindet den Sommer 1994 als „magisch“. Sein rüpeliger Heiratsantrag, „Ich will dich heiraten im nächsten Jahr“, sorgt zwar für den ersten Streit, hält Dana aber nicht davon ab, 1995 Ja zu sagen.

Da ist Sohn Valentin bereits unterwegs und Til Schweigerdurch seine Rolle in „Der bewegte Mann“ ein Star. Der verstorbene Produzent Bernd Eichingerspendiert eine mondäne Hochzeitssause in Cannes, das Paar avanciert zum illustren Promipaar. „Die Paparazzi haben uns durch Köln gejagt“, erinnert sich Dana Schweiger. „Ich war es gewöhnt, vor der Kamera zu stehen. Aber es ist etwas anderes, wenn dir als Familie mit einem Neugeborenen auf dem Ikea-Parkplatz von drei Fotografen aufgelauert wird.“ Die Familie zieht nach Hollywood. Später richtet Dana ein Familiennest in Malibu ein. Auf Valentin folgen Luna (1997) und Lilli (1998), vier Jahre später Emma. „Ich war überglücklich, mit meinem Mann und meinen Kindern einen Ort in meinem Heimatland gefunden zu haben, an dem wir Fuß fassen konnten.“

Doch das Glück beginnt zu bröckeln. Der internationale Erfolg will sich nicht einstellen, und Til Schweigerjettet immer öfter nach Deutschland. Währenddessen macht sich Dana als Unternehmerin einen Namen. Mit der Schauspielerin Ursula Karven gründet sie die Firma Bellybutton, ist immer öfter unterwegs. Eines Tages findet Dana heraus, dass Til sie betrogen hat. „Meine ganze Welt ist zusammengebrochen. Mein Familientraum ist geplatzt. Ich habe mich gefragt: Ist irgendetwas echt an unserer Familie? Es war der schlimmste Moment in meinem Leben.“

Das Paar lebt sich auseinander

Der Versuch, die Ehe mit einer Familientherapie zu retten, scheitert. Die Schweigers, inzwischen wohnhaft in Hamburg, trennen sich offiziell im November 2005. Dana fühlt sich einsam und hadert. „Es war eine harte Zeit für uns alle. Ich wollte nicht sofort zurück in die USA, weil ich den Kindern ihren Vater nicht nehmen wollte.“ Sie hätten ihren Kindern erklärt, dass die Liebe zwischen ­Erwachsenen aufhören kann, die Liebe der Eltern für ihre Kinder aber niemals. „Und dass wir als Familie immer zusammengehören.“ Seit 2014 sind die Schweigers geschieden. Dana Schweiger hat Tils Namen behalten. Familienbande bleiben.

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