Neue Netflix-Serie über die Idaho 4
: Alle Infos zur Dokumentation und was in der Tatnacht geschah

Die neue Netflix-Doku über die Idaho 4 beleuchtet den Mordfall in einer mehrteiligen Doku. Hier erfahrt ihr alles zu Start, Inhalt und den Ereignissen der Tatnacht.
Von
Saskia Ebert
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
Ethan Chapin (l.) und Xana Kernodle zählen zu den vier Opfern der Morde an der University of Idaho.

Ethan Chapin (l.) und Xana Kernodle zählen neben Madison Mogen und Kaylee Goncalves zu den Opfern der Morde an der University of Idaho.

IMAGO/ZUMA Wire

Vier Jahre nach der Tragödie von Moscow im US-Bundesstaat Idaho erscheint eine neue Netflix-Dokumentation, die den Fall um Madison „Maddie“ Mogen, Kaylee Goncalves, Xana Kernodle und Ethan Chapin noch einmal aufrollt. Was bislang über die Doku bekannt ist und welche Hintergründe ihr zu dem Fall kennen solltet, erfahrt ihr hier.

Wann startet „The Idaho Murders“ bei Netflix?

„The Idaho Murders: Ein College-Albtraum“ startet am 29. Juli 2026 um 9 Uhr deutscher Zeit bei Netflix. Insgesamt wird der Fall in drei Folgen dargestellt.

Die Handlung von „The Idaho Muders“

Die dreiteilige Dokumentation zeichnet den Fall chronologisch nach – von der Tatnacht über die Ermittlungen bis hin zu der Frage, wie Bryan Kohberger zunächst ins Visier der Polizei geriet, später festgenommen und schließlich verurteilt wurde. Neben Polizeiaufnahmen und Einblicken in die Ermittlungsarbeit kommen auch Angehörige der Opfer zu Wort.

Was ist in jener Nacht passiert?

Die folgenden Ereignisse sind stark zusammengefasst. Für genaue Abläufe, Hintergründe und weitere Details empfiehlt sich ein Blick in Gerichtsunterlagen, Polizeiberichte, Vernehmungsprotokolle sowie ausführliche Prozessberichte seriöser US-Medien. Auch in der Doku werden alle wichtigen Details nochmals aufgegriffen.

In der Nacht zum 13. November 2022 wurden Madison „Maddie“ Mogen, Kaylee Goncalves, Xana Kernodle und Ethan Chapin in einem Haus außerhalb des Campus an der 1122 King Road brutal erstochen.

Maddie, Kaylee und Xana lebten dort gemeinsam mit Bethany Funke und Dylan Mortensen, die ebenfalls an der University of Idaho studierten. Ethan war Xanas Freund und hatte die Nacht bei ihr verbracht.

Dabei hatte der Tag zuvor wie ein ganz normaler Samstag im Leben der Studierenden begonnen. Auf dem Campus stand ein Footballspiel an, weshalb sich ein großer Teil des Freundeskreises bereits am Morgen in den gegenüberliegenden „White Apartments“ traf, um gemeinsam vorzufeiern. Dort entstand auch das später vielfach geteilte Foto, das die fünf Hausbewohnerinnen zusammen mit Ethan zeigt – die letzte gemeinsame Aufnahme der sechs Freunde (Slide 3, siehe unten).

Am Abend besuchte Ethan zunächst eine formelle Veranstaltung und ließ den Abend später gemeinsam mit Xana im Verbindungshaus von Sigma Chi ausklingen. Dieses lag nur wenige Gehminuten von dem Haus an der 1122 King Road entfernt.

Maddie und Kaylee machten sich unterdessen auf den Weg in den Corner Club, eine Bar in der Innenstadt von Moscow. Anschließend holten sie sich noch etwas am Grub Truck zu essen, bevor sie mit einer Mitfahrgelegenheit die rund fünfminütige Fahrt nach Hause antraten. Bethany und Dylan befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Haus.

Die Tat ereignete sich gegen 4 Uhr morgens

Was als ganz normale Partynacht begonnen hatte, entwickelte sich gegen 4 Uhr morgens zum Albtraum. Dylan berichtete später, sie habe zunächst Geräusche aus dem oberen Stockwerk gehört. Sie vermutete, dass Kaylee mit ihrem Hund Murphy spielte, und nahm außerdem den Satz „There’s someone here“ wahr – auf Deutsch: „Hier ist jemand.“

Kurz darauf hörte sie Schritte auf der Treppe. Als sie ihre Zimmertür zum ersten Mal öffnete, konnte sie jedoch nichts erkennen. Wenig später sah sie beim erneuten Öffnen der Tür einen schwarz gekleideten, maskierten Mann aus Richtung des Wohnzimmers auf sich zukommen. In der Hand hielt er nach ihrer Beschreibung einen staubsaugerähnlichen Gegenstand. Der Mann ging an ihr vorbei und verließ das Haus durch die Glasschiebetür auf der ersten Etage in Richtung Garten.

Anschließend versuchte Dylan offenbar, die anderen Hausbewohnerinnen und -bewohner telefonisch zu erreichen. Die Anrufe blieben unbeantwortet. Es folgte ein kurzer Nachrichtenaustausch mit Bethany, die sie aufforderte, zu ihr ins Zimmer zu kommen. Dylan verbrachte den Rest der Nacht bei ihr. Auf dem Weg dorthin kam sie an Xanas Zimmer vorbei und gab später an, Xana auf dem Boden gesehen zu haben.

911-Anruf gegen 12 Uhr mittags

Am nächsten Morgen wurde gegen 12 Uhr Emily Alandt angerufen, eine Freundin von Dylan und die Freundin von Ethans bestem Freund Hunter. Anlass war, dass Xana nicht aufwachte. Nachdem Emily und Hunter eingetroffen waren, nahm Hunter ein Messer an sich und ging zu Xanas Zimmer. Als er das Ausmaß der Situation erkannte, forderte er die anderen auf, sofort den Notruf zu wählen und das Haus zu verlassen.

Kritik und Spekulationen in der Öffentlichkeit

Kritik an den Ermittlungen entzündete sich vor allem an den vielen offenen Fragen und daran, dass zwischen der Tat und dem Notruf fast acht Stunden vergingen. Dadurch geriet auch die überlebende Mitbewohnerin Dylan Mortensen ins Visier der Öffentlichkeit. Viele zweifelten daran, dass sie nach der Begegnung mit dem maskierten Mann nicht sofort Hilfe holte. Später veröffentlichte Nachrichten zeigen jedoch, dass sie und Bethany Funke in dieser Nacht verängstigt waren und mehrfach versuchten, ihre Mitbewohner zu erreichen. Auch Kohbergers Verteidigung stellte Dylans Glaubwürdigkeit infrage und verwies auf ihren Alkoholkonsum sowie teilweise voneinander abweichende Erinnerungen. Die Staatsanwaltschaft hielt dagegen, dass ihre Aussagen im Kern übereinstimmten; ein Richter ließ die entsprechenden Angaben als Beweismittel zu. Ein Großteil der Vorwürfe gegen Dylan beruhte damit auf Spekulationen und ließ außer Acht, dass Menschen in extremen Gefahrensituationen sehr unterschiedlich reagieren können.

Der Trailer: „The Idaho Murders: Ein College-Albtraum“