VfB Stuttgart gegen YB Bern
: Wie es die YB-Fans doch ins Stadion geschafft haben

Beim Spiel VfB gegen YB Bern hatte die UEFA den Gästen eine Kollektivstrafe auferlegt. Doch gemeinsam mit den VfB-Fans schlugen die Schweizer dem Verband ein Schnippchen
Von
Philipp Maisel
Stuttgart
  • War trotz allem zahlreich da: Die Ostkurve Bern

    hh
  • Trainer Sebastian Hoeneß vor dem Anpfiff in bester Laune.

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  • Lothar Matthäus (l.) ist nach überstandener OP wieder zurück und begrüßt Young-Boys-Trainer Gerardo Seoane.

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  • Nach der Niederlage gegen AS Rom scheint der VfB entschlossen zu sein, dieses Spiel zu gewinnen. Deniz Undav erzielte bereits in der 6. Minute das 1:0.

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  • Nur eine Minute später legt der VfB nach: Ermedin Demirović erzielt in der 7. Minute das 2:0.

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  • Freude nach dem Doppelschlag: Die Torschützen Deniz Undav und Ermedin Demirović umarmen sich.

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  • Die Devise des VfB schien zu sein: Möglichst früh Druck aufbauen und sich rechtzeitig absichern. So kam es bereits in der 13. Minute zur nächsten Torchance. Allerdings scheiterte Jeff Chabot (M.) an YB-Keeper Marvin Keller.

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  • Der VfB blieb weiter am Drücker: Badredine Bouanani kam aus guter Position zum Abschluss, verfehlte das Tor jedoch knapp.

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  • Als Nächstes sorgte Chris Führich für Gefahr. Der VfB-Angreifer kam über links zum Abschluss – leider ohne Erfolg.

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  • Young-Boys-Coach Seoane spornte seine Mannschaft von der Seitenlinie aus an.

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  • VfB-Flügelspieler Lorenz Assignon tauchte im Strafraum auf, kam aber nicht zum Torabschluss.

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  • Um den VfB am Toreschießen zu hindern, war Young-Boys-Torwart Keller auf die Hilfe seiner Mitspieler angewiesen.

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  • Beim Kampf um den Ball landeten VfB-Torhüter Fabian Bredlow und YB-Offensivspieler Darian Males verstrickt auf dem Boden.

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  • Zu nachlässig in der Schlussphase der ersten Hälfte: Der VfB kassiert in der 42. Minute durch Armin Gigović das 1:2.

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  • In der zweiten Halbzeit kamen die Schwaben durch einen Freistoß von Angelo Stiller in den Strafraum der Gegner, konnten die Chance aber nicht nutzen.

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  • Und plötzlich war der VfB ausgekontert. In der 57. Minute glich Sandro Lauper für die Young Boys zum 2:2 aus.

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  • Wenn es auf der einen Seite nicht klappt, droht die Strafe auf der anderen. In der 64. Minute kamen die Young Boys fast zur Führung: Saidy Janko stürmte über die rechte Seite, ...

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  • ...seine Flanke verpasste Sanches, ...

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  • ...doch Bredlow parierte glänzend.

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  • Dabei hatten die Fans ihren VfB durchgehend mit einer beeindruckenden Choreografie und lautstarken Gesängen unterstützt.

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  • Trainer Sebastian Hoeneß reagiert und wechselte in der 67./68. Minute gleich vier Spieler aus, um neuen Schwung ins VfB-Spiel zu bringen

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  • Es war wie verhext: Bilal El Khannouss brachte einen Freistoß von der rechten Seite herein, Demirović verlängerte per Kopf, doch der Ball ging knapp am langen Eck vorbei.

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  • Auch Badredine Bouanani scheiterte. Nach einem starken Sprint von Jamie Leweling kam sein Linksschuss zu spät und ging am Tor vorbei.

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  • Nach etlichen vergeblichen Versuchen erlöste Chema Andrés die VfB-Fans schließlich. In der 90. Minute traf er zum Siegtor.

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Schon lange vor dem Spiel des VfB Stuttgart gegen Young Boys Bern war klar, dass der Schweizer Traditionsclub ohne seine Fans anreisen muss. Dafür sorgte eine Strafe der Uefa, die YB wegen Fehlverhaltens seiner Anhänger mit einem Spiel ohne eigenen Anhang bestrafen wollte. Ausgerechnet bei der Partie in Stuttgart sollten keine Auswärtsfans dabei sein. Eine Kollektivstrafe des Kontinentalverbandes, denn sie richtet sich nicht gegen einzelne Personen, die möglicherweise Grenzen überschritten haben – sondern gegen alle Fans des Clubs.

Derlei Strafen stehen schon lange in der Kritik. Etwa von Fanorganisationen wie dem Dachverband deutscher Fanhilfen. Insbesondere aber auch bei den organisierten Fans selbst, schließlich sind sie auch in erster Linie betroffen. Für die Begegnung in Stuttgart war vorgegeben, dass der Stehplatz im Unterrang des Gästesektors freibleiben musste, die Karten also nicht in den Verkauf gehen durften. Im Oberrang dagegen durften Tickets abgesetzt werden. Und genau das machten sich die organisierten Fans des VfB zu nutze.

Spruchbänder der VfB-Fans

Foto: pma

Die verhalfen nämlich ihren Genossen aus der Schweiz zu eben jenen Tickets. So kam es, dass mehrere Hundert Schweizer im Oberrang zugegen waren. Stilecht mit Zaunfahne und Schwenkern. Auf der Homepage des Commando Cannstatt erklären sich die Gruppen der Cannstatter Kurve. „Nachdem verkündet wurde, dass die Fans von YB Bern mit einer Kollektivstrafe für das Spiel belegt werden, waren Solidarität und der Zusammenhalt unter uns Fans gefragt. Die Gruppen der Cannstatter Kurve und die Ostkurve Bern setzten sich zusammen und planten, was die Uefa verhindern wollte: Die Möglichkeit, als Gästefan seine Mannschaft in einem wichtigen internationalen Auswärtsspiel zu unterstützen“, heißt es dort.

Auch die Berner protestierten.

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Das Vorgehen des Kontinentalverbandes wird vehement kritisiert: „Die Uefa hat es sich in ihrer Paralleljustiz bequem gemacht und versucht, uns Fans durch ihr Strafensystem mundtot zu machen oder ganz aus den Stadien auszusperren.“ Gleichzeitig wird angeprangert, dass der Verband zwar schnell mit dem Aussprechen von Strafen bei Fehlverhalten von Fans sei, aber wenn Fans in ihren Rechten beschnitten oder schikaniert werden würden – wie die VfB-Fans zuletzt in Deventer am eigenen Leib erfahren mussten –, dann sei von „entschlossenen Konsequenzen der Uefa nichts zu sehen.“

Gezeichnet ist die Mitteilung von allen großen Gruppen der Cannstatter Kurve sowie von der Ostkurve Bern. Doch mit der schriftlichen Kritik wollten es die Fans nicht bewenden lassen. Mitte der zweiten Halbzeit wurden mehrere, die UEFA direkt adressierende Spruchbänder entrollt und gemeinsame Schmähgesänge angestimmt.

Wie die Karten genau zu den YB-Fans kamen, ist nicht bekannt. Da der Verkauf aber frei über das Ticketsystem des Clubs angeboten wurde, ist davon auszugehen, dass die Schweizer entweder selbst zugeschlagen haben oder die Stuttgarter Szene die Karten erworben hat, um sie dann den YB-Fans verfügbar zu machen.

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