VfB Stuttgart gegen RB Leipzig
: VfB entscheidet packendes Spiel für sich und löst Final-Ticket

Zsolt Löw soll RB Leipzig zu einem versöhnlichen Saisonende führen. Doch die Titelchance im DFB-Pokal ist dahin. Der VfB Stuttgart fährt zum Finale nach Berlin.
Von
red/dpa
Stuttgart
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  • Nick Woltemade nach dem 2:0 für den VfB beim Jubel mit Angelo Stiller

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  • Für die VfB-Fans gab es vor Spielbeginn natürlich nur ein Ziel: Finale. Weil Drittligist Arminia Bielefeld am Abend zuvor Bayer 04 Leverkusen sensationell geschlagen hatte, stand der Gegner für den 24. Mai bei einem möglichen Finaleinzug bereits fest.

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  • Dieser Elf vertraute VfB-Trainer Sebastian Hoeneß.

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  • Und die Hoeneß-Elf erwischte direkt einen Blitzstart: Einen Eckball des VfB köpften die Leipziger noch aus dem Sechzehner, doch da lauerte Mittelfeldstratege Angelo Stiller. Der nahm sich aus 16 Metern ein Herz und traf mit dem schwächeren rechten Fuß per Volley zum 1:0 (5. Spielminute).

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  • Großer Jubel bei den VfB-Spielern ...

    /Hansjürgen Britsch
  • ... lange Gesichter hingegen bei den RB-Verantwortlichen um Jürgen Klopp und Mario Gomez.

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  • Auch RB-Interimstrainer Zsolt Löw, der erst am Wochenende auf Marco Rose folgte, haderte mit dem frühen Gegentreffer seiner Mannschaft.

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  • VfB-Stürmer Ermedin Demirovic hätte nur Minuten später beinahe auf 2:0 erhöht.

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  • Beide Teams lieferten sich eine turbulente erste Hälfte und kamen jeweils zu guten Abschlüssen.

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  • Bei RB tauchte vor allem Stürmer Lois Openda immer wieder gefährlich vor dem Stuttgarter Tor auf, brachte den Ball aber trotz einiger Möglichkeiten nicht hinter die Linie.

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  • VfB-Torwart Alexander Nübel musste sein Team mit zunehmender Spieldauer in Durchgang eins immer häufiger retten. Besonders stark seine Parade in der 35. Minute, als abermals Openda vor ihm auftauchte, und Nübel mit einem starken Reflex den Ball zur Seite abwehrte.

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  • Löw und seine stärker werdenden Leipziger mussten zur Halbzeit unzufrieden sein, aus den vielen Chancen nichts gemacht zu haben.

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  • Der MHP-Schriftzug verschwand übrigens erneut. Zwar hält MHP die Namensrechte an der Heimspielstätte des VfB Stuttgart seit 2023, der DFB-Pokal ist im Paket aber nicht enthalten.

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  • Kurzes Abtasten nach dem Seitenwechsel, dann gelang dem VfB erneut ein schnelles Tor. Nick Woltemade traf in der 57. Minute zum 2:0 für den VfB.

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  • Vorausgegangen war ein traumhaftes Zusammenspiel mit Demirovic.

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  • Der komfortable Vorsprung hielt nicht lange. Fünf Minuten später bekam der VfB nach einer Ecke den Ball mehrfach nicht geklärt; das bestrafte RB-Stürmer Benjamin Sesko und traf zum Anschluss.

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  • Gute zehn Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt. Jamie Leweling stocherte den Ball nach einer Ecke hinter die Linie – 3:1. Nach einer kurzen Überprüfung durch den VAR blieb der Treffer bestehen (73.).

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  • Dabei blieb es. Durch den Sieg spielt der VfB am 24. Mai in Berlin mit Arminia Bielefeld um den DFB-Pokal.

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Der VfB Stuttgart hat auch dank eines Traumtors RB Leipzig den Neuanfang nach dem Aus von Marco Rose vermasselt und die Riesenchance auf den ersten DFB-Pokal-Triumph seit 28 Jahren. Mit 3:1 (1:0) gewannen die Schwaben das packende Halbfinale gegen den Bundesliga-Rivalen mit dem Cheftrainer-Debütanten und Interimscoach Zsolt Löw.

Finale gegen Arminia Bielefeld

Am 24. Mai werden die Stuttgarter von Trainer Sebastian Hoeneß als klarer Favorit ins Endspiel gegen das Sensationsteam Arminia Bielefeld gehen. Der Drittligist hatte am Dienstag völlig unerwartet Titelverteidiger Bayer Leverkusen mit 2:1 besiegt.

Angelo Stiller mit einem sehenswerten Volleyschuss (5. Minute), Nick Woltemade (57.) und Jamie Leweling (73.) führten die Gastgeber vor 60.000 Zuschauern mit ihren Toren zum Sehnsuchtsort Berlin. Damit ärgerten sie auch den mitfiebernden Red-Bull-Fußballchef Jürgen Klopp auf der Tribüne. Der VfB durfte sich aber auch beim überragenden Nationaltorhüter Alexander Nübel bedanken, dass es mit dem ersten Finaleinzug seit zwölf Jahren klappte. Stürmer Benjamin Sesko konnte für die Leipziger nur verkürzen (62.). Am Ende trafen der Stuttgarter Woltemade und der Leipziger Sesko noch die Latte.

1997 feierten die Schwaben zuletzt den Titel, es war der dritte nach 1958 und 1954. Mit einem Endspielerfolg würde sich auch die Hoffnung auf die erneute Europapokal-Teilnahme erfüllen. In der Bundesliga ist der VfB momentan bis auf Rang elf durchgereicht worden.

RB, Pokalsieger von 2022 und 2023, fehlte es an Effizienz. Erstmals verloren die Sachsen bei der fünften Vorschlussrunden-Teilnahme ein Halbfinale. Löws Hauptaugenmerk liegt nun darauf, den Tabellensechsten im Saison-Endspurt noch in die Champions League zu führen.

Stiller trifft traumhaft per Marke „Tor des Monats“

Ihn habe „gesunde Aufregung, gesunde Anspannung“ heimgesucht, hatte der langjährige Co-Trainer Zsolt Löw vor dem Anpfiff bei Sky verraten. Schnell dürfte etwas Unmut hinzugekommen sein, denn die Herausforderung des Pokal-Halbfinals wurde schon nach wenigen Minuten noch größer.

Der VfB erwischte einen Traumstart, als gleich die erste Ecke der Gastgeber zu einem Treffer der Marke „Tor des Monats“ führte. Per famosem Volleyschuss aus rund 18 Metern traf Mittelfeldlenker Stiller halbrechts ins Tor. Leipzigs Pokal-Torwart Maarten Vandevoordt wurde überrascht und reagierte nicht.

Der kollektive Jubel bei den Schwaben stand im Kontrast zu den ernsten Mienen von RB-Fußball-Chef Jürgen Klopp, dem Technischen Direktor von RB, Ex-VfB-Stürmer Mario Gomez und RB-Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff auf der Tribüne. An der Seite von Klopp wird Zsolt Löw nach dem Saisonende in seine Rolle als Chefstratege im RB-Kosmos zurückkehren.

VfB-Nationaltorhüter Nübel mehrfach gefordert

Die Leipziger erholten sich mit zunehmendem Spielverlauf immer stärker vom frühen Gegentor-Schock. Lois Openda zwang VfB-Nationaltorhüter Nübel gleich in drei Szenen zu Paraden. Und auch Xavi Simons kam zu einem aussichtsreichen Abschluss. Klopp wurde von der Partie mitgerissen, immer wieder erhob er sich von seinem Platz.

„Man merkt natürlich beiden Mannschaften an, dass es um wahnsinnig viel geht, um den Einzug ins Finale“, beschrieb der frühere Bundestrainer Joachim Löw die Partie in der Halbzeit-Pause bei Sky.

Mit Intensität setzte sich die Partie auch nach dem Seitenwechsel fort. Nach einem Doppelpass mit Ermedin Demirovic unterstrich U21-Nationalstürmer Woltemade seine seit Wochen anhaltende Topform. Doch nur fünf Minuten später machte es Sesko wieder spannend. Löw trieb am Spielfeldrand seine Mannschaft an. Leweling stocherte den Ball dann aber zur Entscheidung über die Linie.

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