Stürmer des VfB Stuttgart: Deniz Undav und die Joker-Rolle – so begründet sie Julian Nagelsmann

Deniz Undav (2. v. li.) im Kreise der Ergänzungsspieler in der deutschen Nationalmannschaft.
Christian Charisius/dpaEs ist ja durchaus auch nachzuvollziehen, dass Julian Nagelsmann einen wie Nick Woltemade mit Vertrauen beschenkt – und ihn am Freitag anstelle von Deniz Undav eingewechselt hat. Und ihn nun auch am Montagabend in die Startelf für das Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ghana stellte. Anstelle von Deniz Undav. Denn: Der lange Ex-Stuttgarter kann Vertrauen gerade gut gebrauchen. Woltemade sagt selbst, dass es mit dem Toreschießen bei Newcastle United gerade nicht wirklich klappt. Aber: So ganz stimmig ist die Sache gegenüber Deniz Undav ja auch nicht.
Der Stürmer des VfB Stuttgart hat in der Bundesliga 18-mal getroffen. Zuletzt erzielte er in allen sechs zurückliegenden Partien ein Tor. Am Freitag in Basel saß er gegen die Schweiz aber 90 Minuten auf der Bank. Nun begann er in Stuttgart gegen Ghana wieder als Ergänzungsspieler. Und der Bundestrainer musste sich erklären.
Am Freitag meinte Julian Nagelsmann noch, Undav habe sowieso einen Lauf, da könne er ja lieber jene stärken, die momentan zu kämpfen haben. Woltemade wegen dessen Lage im Club, Kai Havertz, der aus einer langen Verletzungspause kommt. Am Montag in der MHP-Arena waren die Erklärungen zu Undav dann wieder andere.
Zum einen verwies der Bundestrainer auf seine „Rollengespräche“ der vergangenen Tage. Die Rollen, die er da mit den Spielern besprochen habe, müssten ja dann auch so im Ernstfall bestätigt werden. Nagelsmann sorgt sich also angeblich um seine Glaubwürdigkeit. Die ARD-Moderatorin Esther Sedlaczek hakte dann in Bezug auf Undavs Rolle nach: Sei für den 29-Jährigen also die Joker-Rolle vorgesehen, die dieser akzeptiert habe? Nagelsmanns Antwort: „Exakt.“
Zugleich begründete der Coach den Startelf-Verzicht von Deniz Undav mit der intensiven Spielweise der DFB-Mannschaft. Der VfB-Star habe in der Bundesliga viele gute Aktionen, „wenn der Gegner schon ein bisschen müde“ sei. Zwar sieht er ihn im Angriff als „Finisher“, aber Undavs Gefährlichkeit gehe „ein bisschen flöten, wenn er viel arbeiten muss“. Eine Aussage, die man beim VfB Stuttgart womöglich mit etwas Verwunderung zur Kenntnis nehmen wird.
Beim Bundesligadritten hat Deniz Undav in dieser Saison bereits 33 seiner 38 Pflichtspiele von Beginn an bestritten. Und dabei 20 seiner 23 Tore erzielt und zwölf seiner 13 Assists geleistet.