3:3 gegen den FSV Mainz: Der VfB bleibt in den Startblöcken sitzen
Der Vizemeister ist zum Aufgalopp der Fußball-Bundesliga mit seinen ersten beiden Saisonspielen vor der anstehenden Länderspielpause in den Startblöcken sitzen geblieben. Nach der Bundesliga-Auftaktniederlage in Freiburg (1:3) konnte der VfB Stuttgart vor mit 59 000 Fans ausverkauftem Stadion gegen den FSV Mainz 05 beim 3:3 (2:1) trotz zweimaliger Führung nicht gewinnen.
„Es ist nicht der Output, den wir uns erhofft haben. Denn ein Punkt ist für uns zu wenig. Wir müssen den Sieg nach der 3:2-Führung kurz vor Schluss nach Hause bringen “, sagte der Stuttgarter Trainer Sebastian Hoeneß: „Aber unsere Richtung stimmt.“
Dabei begann der VfB vor den eigenen Fans flott. Offenbar war das Team motiviert von den Bildern des Marsches des weiß-roten Anhangs, der wie vor dem ersten Saison-Heimspiel üblich in der „Karawane Cannstatt“ zu tausenden gemeinsam in Richtung des Stadions gepilgert war.
Auch auf dem Spielfeld ging es gleich munter los: In der achten Minute legte Deniz Undav („Er war sehr aktiv und agil“, so Hoeneß) quer auf links zu Chris Führich, der den Ball wiederum in den Sechzehner legte, wo Enzo Millot wenig Mühe hatte, die 1:0-Führung für die Hausherren zu erzielen. Der zweite Streich der zu diesem Zeitpunkt schwungvollen Hoeneß-Elf ließ dann nicht lange auf sich warten: Diesmal war es der Stuttgarter Torhüter Alexander Nübel, der sich mit einem langen Ball tief in die Mainzer Hälfte einen Assist verdiente: Nach einem Abwehrfehler der 05er hatte Jamie Leweling freier Bahn – und drosch den Ball mit einem fulminanten Schuss oben in den Winkel des kurzen Ecks. 2:0.
Doch wie zuvor in der Partie beim SC Freiburg kam nun ein Bruch ins Spiel des VfB. Die Stuttgarter hätten nachlegen und die Partie womöglich schon früh entscheiden können, doch nach einer weiteren Chance durch Undav (29.) nahmen sie plötzlich das Tempo raus. Die bis zu diesem Zeitpunkt sehr harmlosen Mainzer kamen so besser ins Spiel, scheiterten aber zweimal an dem gut disponierten VfB-Torhüter Alexander Nübel. Zunächst rettet der Keeper gegen Jonathan Burkhardt im Herauslaufen (33.), dann war er gegen einen Fernschuss von Nadiem Amiri zur Stelle (35.).
Beim 1:2 rückte dann der insgesamt mit wenig Übersicht und Feingefühl agierende Schiedsrichter Timo Gerach erstmals in den Fokus: Der Mainzer Burkhardt bewegte sich im Sechzehner vom Stuttgarter Tor weg, kreuzte dabei den Laufweg von Enzo Millot, der aber nicht foulte. Doch Gerach pfiff Elfmeter – den Amiri zum Anschlusstreffer verwandelte (43.). „Der Mainzer Spieler kommt nicht durch einen Kontakt zu Fall“, analysierte Hoeneß.
Als dann Burkhardt nach der Pause aus wenigen Metern zum 2:2 traf (62.), war der VfB seine Führung los. Wieder war Schiedsrichter Gerach nicht im Bilde – übersah ein Handspiel im Vorfeld des Treffers.
Doch der Vizemeister schlug noch einmal zurück – und viele glaubten in diesem Moment, das VfB-Siegtor gesehen zu haben: Denn in der 88. Minute setzte Stuttgarts Schweizer Nationalspieler Fabian Rieder einen Freistoß an den linken Pfosten. Der Ball sprang Gäste-Keeper Robin Zentner an den Rücken – und von dort ins Tor. „Wir haben da ein tolles Powerplay gezeigt“, sagte Hoeneß: „Müssen die Führung dann aber natürlich nach Hause bringen.“
Stiller und Karazor hängen etwas durch
Doch die in der Rückwärtsbewegung teils vogelwilden Stuttgarter, bei denen die beiden Sechser Angelo Stiller und Atakan Karazor phasenweise durchhingen, schafften es erneut nicht, die Führung in einen Sieg umzumünzen. Denn in der Nachspielzeit (90.+4) sicherte Maxim Leitsch dem FSV Mainz 05 mit seinem Treffer zum 3:3 den zweiten Punkt der Saison. Dabei hatten die Mainzer im Strafraum des VfB eine Überzahl von drei zu fünf Spielern. Die beiden Stuttgarter Innenverteidiger Anrie Chase und Jeff Chabot, die beide ordentlich spielten, wurden hier nicht das erste Mal allein gelassen.
„Am Ende stehen wir natürlich doof da“, sagte Sebastian Hoeneß, der mit seinem Team nun in die Länderspielpause geht. Doch dann ist der Kader nicht komplett, um weiter an den Abläufen zu feilen. Denn allein für die deutsche National-Elf stellt der VfB fünf Spieler ab.











