VfB Stuttgart
: VfB-Wappen: Tradition oder Moderne

Das alte VfB-Wappen wird von der Initiative „Pro altes VfB-Wappen“ beworben.
Von
Julia Rapp
Stuttgart
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  • Klicken Sie sich durch die Entstehungsgeschichte des VfB-Wappens.

    Leif Piechowski
  • Die Wurzeln des VfB gehen zurück bis ins Jahr 1893, als am 9. September der Stuttgarter FV 93 gegründet wurde, dessen Wappen in grellem Gelb erstrahlte.

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  • Im Jahr 1897 gründeten Cannstatter Schüler den Kronen-Klub Cannstatt, der sich einzig auf den Fußball spezialisierte. Hervorgegangen war der Kronen-Klub, dessen Vereinsfarben Grün-Weiß-Schwarz waren, aus dem 1890 gegründeten Cannstatter Fußballklub, der nach wenigen Jahren zum Cannstatter Tennisclub umbenannt wurde.

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  • Am 2. April 1912 vereinigten sich beide Clubs zum Verein für Bewegungsspiele (VfB) Stuttgart 1893. Die Fusionsversammlung fand im Cannstatter Hotel Concordia statt. Das erste Vereinswappen zeigte das württembergische Hirschgeweih und wurde von 1912 bis 1949 verwendet.

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  • Das Vereinswappen mit dem traditionellen VfB-Schriftzug in Frakturschrift und der Jahreszahl 1893 wurde 1949 eingeführt und bestand bis 1994. Es ist das Wappen, für dessen Rückkehr die Initiative „Pro altes VfB-Wappen“ seit dem Jahr 2010 kämpft.

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  • Beim heute verwendeten Wappen wurde im Jahr 1998 der altdeutsche Schriftzug weiter vereinfacht. Das „V“ zum Beispiel wurde geöffnet, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Die württembergischen Hirschgeweihe wurden begradigt, und das Gründungsjahr wurde durch den Städtenamen ersetzt.

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  • VfB-Wappen: Tradition oder Moderne

    Leif Piechowski
  • Unter dem VfB-Wappen erlebt Dieter Hundt zurzeit schwere Stunden.

    Foto: Baumann
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Stuttgart - Viele Fans des VfB Stuttgart wünschen sich das alte VfB-Wappen zurück. Eine Initiative kämpft seit 2010 um das Comeback. Die Fakten zur Wappen-Diskussion: Die Entstehung des aktuellen Wappens: Das Wappen, das heute auf Trikots und Fan-Artikeln prangt, gibt es seit 1998. Schon vier Jahre zuvor war das traditionelle Wappen (1949 bis 1994) erstmals verändert worden. Es wurde entschnörkelt, gemäß der Devise: weg von den alten Vereinswappen, hin zu modernen Logos. Im Jahr 1998 schließlich wurde das Gründungsjahr 1893 durch den Stadtnamen ersetzt. Man wollte im – hart umkämpften – asiatischen Markt besser zu erkennen sein. „Wir mussten international denken“, erklärt Peter Godenrath, der damalige Geschäftsführer der VfB-Marketing-Abteilung, „in der Wirtschaft haben wir uns damit leichtergetan. Dort interessiert es nicht, wie alt ein Verein ist, sondern, wo er herkommt.“

Eine Mitgliederbefragung gab es damals nicht – weil es nicht nötig war. In der Vereinssatzung wird das Wappen nicht thematisiert. Weder wie es aussehen soll, noch wer darüber entscheiden darf. Festgelegt sind dort lediglich die Vereinsfarben: Weiß und Rot.

Dass die Entscheidung, die der damalige Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder auf Anraten der Marketing-Abteilung getroffen hat, umstritten war, wusste Godenrath: „Der Widerstand war aber nicht elementar“, sagt er und betont: „Ich bin sehr für Tradition, aber früher ist nicht mehr heute.“ Und sollte die Rückkehr zum alten Wappen Wirklichkeit werden, sieht es Godenrath sportlich. „Wenn die Mehrheit so entscheidet, dann kann ich auch damit leben.“

Der Wunsch der Fans: Die Fan-Initiative „Pro altes VfB-Wappen“, die vom Fanclub Schwabensturm ins Leben gerufen wurde, möchte das alte Wappen mit dem Gründungsjahr zurückhaben (Info: www.pro-altes-vfb-wappen.de). „Es verkörpert die Tradition unseres Vereins“, sagt Marco-Tobias Arnold. Aus diesem Grund haben die Organisatoren mit zahlreichen Choreografien im Stadion auf sich aufmerksam gemacht, Plakate aufgehängt und 25 000 Unterschriften gesammelt. Die Aktion zielt auch darauf ab, sich von sogenannten Retortenclubs wie 1899 Hoffenheim – das übrigens das Vereinsgründungsjahr im Wappen hat – abzuheben.

Die Sicht des Vereins: Der VfB Stuttgart steht der Sache neutral gegenüber. Präsident Gerd Mäuser will das Votum der Fans akzeptieren. „Die Entscheidung soll transparent sein und demokratisch von den Mitgliedern getroffen werden“, sagt Rainer Mutschler, der Geschäftsführer der VfB-Marketing GmbH. Man könne bei beiden Versionen Vor- und Nachteile finden. Die bessere Lesbarkeit und die Erwähnung des Städtenamens beim aktuellen Wappen seien ebenso vertretbar wie die Jahreszahl oder die traditionelle Frakturschrift beim alten Logo – dessen VfB-Schriftzug schon 1924 Briefköpfe und die Vereinsnachrichten zierte.

Die Abstimmung: Bei der Mitgliederversammlung am 23. Juli wird darüber entschieden, ob Abstimmungen künftig auch über das Internet möglich sind. Dazu muss die Satzung geändert werden. Sollte dies geschehen, können die Mitglieder online über eine mögliche Rückkehr zum alten Wappen abstimmen.

Die möglichen Folgen: Hat die Fan-Initiative Erfolg, kommt auf Rainer Mutschler und sein Team viel Arbeit zu. „So eine Umstellung hat eine enorme Breitenwirkung“, sagt er, „da geht es nicht nur um neue Briefbögen.“ Werbeschilder, Plakate, Merchandising-Artikel und Trikots müssten erneuert werden. „Wichtig ist, das wir das dann konsequent umsetzen. Die Marke muss einheitlich bleiben“, sagt der Marketing-Fachmann. Und das kostet Zeit – Mutschler rechnet mit mindestens einem Jahr – und Geld: Die Rede ist von etwa 500 000 Euro.

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