WM-Investorendeal bei der FIFA
: UEFA bereitet Anzeige gegen Infantino vor

Im Streit um den WM-Investorendeal bereitet die UEFA ein Strafverfahren gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino vor. Der europäische Fußball-Kontinentalverband fordert die FIFA und beteiligte Finanzinstitute daher zur Herausgabe von Dokumenten zu dem gescheiterten Projekt auf.
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dpa/sid
Köln
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Aleksander Ceferin (l.) und Gianni Infantino

Aleksander Ceferin (l.) und Gianni Infantino.

Robert Michael/dpa
  • UEFA bereitet Strafanzeige gegen FIFA-Chef Gianni Infantino vor – Vorwurf Misswirtschaft.
  • Grundlage ist ein 60-seitiges Dokument, über das britische Medien am Donnerstag berichteten.
  • Gefordert wird die Herausgabe von Unterlagen zum gescheiterten WM-Investorenplan.
  • Treffen in Monaco: 55 Verbandsbosse und Exekutivkomitee beraten über weitere Schritte.
  • Boykott-Drohung wohl vom Tisch, da FIFA ein ähnliches Investorenmodell nicht mehr vorlegen will.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Inmitten des Machtkampfes mit Gianni Infantino erhöht die Europäische Fußball-Union (UEFA) den Druck massiv und bereitet im Zusammenhang mit dem inzwischen verworfenen Investorenplan eine Strafanzeige gegen den FIFA-Chef vor. Dies geht aus einem 60-seitigen Dokument hervor, über das britische Medien am Donnerstag zuerst berichteten und das dem SID vorliegt.

Darin heißt es: Die UEFA und andere interessierte Parteien bereiteten derzeit „die Einleitung eines Strafverfahrens in der Schweiz gegen Infantino und möglicherweise weitere FIFA-Funktionäre und -Berater wegen krimineller Misswirtschaft gemäß Artikel 158 des Schweizer Strafgesetzbuches“ vor.

In dem Schreiben an US-Gerichte beantragt die UEFA die Herausgabe von relevanten Unterlagen unter anderem durch den Weltverband sowie die Investmentgesellschaft Thrive Capital, die als Hauptinvestor eine wichtige Rolle in Infantinos Plan gespielt hatte. Diese sollen später in einem möglichen Strafverfahren als Beweismittel in der Schweiz verwendet werden.

In dem Antrag kritisiert die UEFA beispielsweise den „absurd niedrig“ angesetzten Unternehmenswert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Der Plan sei dazu gedacht gewesen, Infantino und einem kleinen Kreis „eine dauerhafte Beteiligung an den wertvollsten Vermögenswerten der FIFA zu verschaffen und ihnen anderweitig Gewinne daraus zu ermöglichen - zum Nachteil der FIFA, ihrer Mitglieder und anderer Akteure innerhalb der Fußballfamilie“, hieß es.

Der europäische Verband fordert nach wie vor Infantinos Rückzug. Über weitere Schritte beriet die UEFA am Donnerstag. Rund um die Auslosung zur Champions League in Monaco trafen sich die 55 nationalen Verbandsbosse um DFB-Präsident Bernd Neuendorf und das Exekutivkomitee um Hans-Joachim Watzke.

Boykott-Drohung der UEFA wohl vom Tisch

Die Boykott-Drohung der UEFA ist dagegen wohl vom Tisch. Hintergrund ist die angebliche Zusage der FIFA, wonach etwas Vergleichbares wie der Investorenplan von Infantino nie mehr auf den Tisch kommen werde. Nach SID-Informationen könnte der europäische Verband seine Drohung daher zeitnah zurücknehmen.

Infantino hatte sein Vorhaben, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu verkaufen, nach massiver Kritik aufgegeben.