Letzter Auftritt in Paris: Diese Sportstars haben ihre Karriere nach Olympia 2024 beendet

Timo Boll stand in Paris ein letztes Mal an der Platte – auf internationaler Bühne. In der Bundesliga will er noch eine Saison spielen.
dpa/Marijan MuratNoch einmal bei Olympia dabei sein, auf der größten aller Bühnen zeigen, was man kann – und dann die Schuhe (oder das Sportgerät der Wahl) an den Nagel hängen. Auch in diesem Jahr haben große Namen ein letztes Mal ihr Bestes gegeben und nun ihre Sportkarriere ausklingen lassen. In vielen Fällen war das mit großem Rummel und vielen Emotionen verbunden. Andere gingen aber auch ganz leise.
Timo Boll: Deutschlands größter Tischtennisspieler
Das größte Echo hat in Deutschland wohl der Abschied von Tischtennis-Ass Timo Boll hervorgerufen. Verwunderlich ist das nicht: der 43-Jährige war einer der Namen, der auch Menschen, die mit der Randsportart Tischtennis wenig bis nichts am Hut hatten, etwas sagte. In China war und ist Boll ein Superstar, wird verehrt wie es hierzulande sonst nur bei Fußballern der Fall ist.
In Paris war Boll, der noch eine Saison in der Bundesliga für Borussia Düsseldorf spielen wird, noch einmal mit dem Team angetreten. Gegen Schweden war das Trio um den Rekord-Europameister letztlich chancenlos. Am Ende gab es „Timo, Timo“-Sprechchöre. Boll wischte sich nicht nur Schweiß, sondern auch Tränen aus dem Gesicht.
Boll stand im Laufe seiner Karriere viermal auf Weltranglisten-Platz eins, war achtmal Europameister, gewann vier olympische Medaillen, bei Weltmeisterschaften wurde er zweimal Zweiter. Hinzu kommen zahlreiche weitere Titel auf nationaler und internationaler Ebene.
Angelique Kerber: die dreifache Grand-Slam-Siegerin
Wie bei Boll war auch bei Angelique Kerber schon vor dem ersten Aufschlag bei den Spielen klar, dass es ihr letzter Auftritt sein würde. Die 36-Jährige, die Zeit ihrer Karriere in Paris nie ihr bestes Tennis gezeigt hatte, begeisterte das Publikum von Roland Garros dieses Mal. Kerber hielt die deutsche Fahne in der Tenniskonkurrenz lange hoch – und träumte sogar von einer weiteren Olympia-Medaille nach 2016. Im Viertelfinale war dann gegen die Chinesin Zheng Qinwen Schluss. Die gebürtige Bremerin gilt als beste deutsche Tennisspielerin seit Steffi Graf. Sie stand insgesamt 34 Wochen auf Platz eins der Weltrangliste. Mit Ausnahme der French Open gewann sie alle drei Grand-Slam-Turnier jeweils einmal.

Angelique Kerber mit der Wimbeldon-Trophäe im Jahr 2018.
Foto: dpa/AP/Tim IrelandLaura Ludwig: so gut war im Sand noch keine Deutsche
Laura Ludwig war das Gesicht des deutschen Beachvolleyballs. Nun geht sie in „Beach-Rente“. Glücklich waren die Auftritte in Paris nicht. Gemeinsam mit ihrer neuen Partnerin Louisa Lippmann musste die 38-Jährige nach drei Niederlagen bereits in der Vorrunde die Segel streichen – es flossen Tränen. Die zweifache Mutter hatte schon vor Olympia mit sich gerungen, ob sie zu viel Zeit für den Sport opfere. Unvergessen bleibt Ludwigs Olympia-Gold mit Kira Walkenhorst bei den Spielen 2016 – ausgerechnet im Beachvolleyball-Mutterland Brasilien. Dabei schaltete das Duo gleich zwei brasilianische Teams aus. Ludwig ist mehrfache Europameisterin und Weltmeisterin 2017.

Mit Gold dekoriert: Laura Ludwig (links) und Kira Walkenhorst bei den Spielen 2016 in Rio
Foto: Archiv/imago sportfotodienstLukas Dauser: Weltmeister und Olympia-Zweiter
Lukas Dauser hat ein letztes Mal geturnt – zumindest auf internationaler Ebene. Der werdende Papa will sich künftig ebenfalls mehr seiner Familie widmen. In Paris handicapte ihn eine Armverletzung, im Barrenfinale reichte es immerhin noch zu Rang sieben. An seinem Paradegerät gewann er in Tokio Silber, im vergangenen Jahr wurde er in Antwerpen Weltmeister am Barren – und Sportler des Jahres. Die Karriere des 31-Jährigen war auch geprägt von mehreren schweren Verletzungen.

Der Barren war Dausers Parada-Gerät
Foto: Archiv/Pressefoto Baumann/Julia RahnKai Häfner: Europameister und zwei Medaillen bei Olympia
Der Abschied von Kai Häfner (35) war eher still und leise. Der Linkshänder war nachnominiert worden – und fügte seiner Titelsammlung am Ende noch eine silberne Olympia-Medaille hinzu. Der Rückraumspieler, der zuletzt für den TVB Stuttgart auf der Platte stand, war eine der Stützen des Europameister-Teams von 2016, in Rio holt er mit der DHB-Auswahl im selben Jahr Bronze. Häfners größter Erfolg auf Vereinsebene: der Gewinn des EHF-Cups im Jahr 2011 mit Frisch Auf Göppingen. Der Linkshänder nahm an je drei Europa- und Weltmeisterschaften teil, für die deutsche Nationalmannschaft erzielte er in 146 Partien 349 Tore.

Kai Häfner (rechts) freut sich mit Torhüter Andreas Wolff über Silber in Paris
Foto: dpa/Tom WellerDiese deutschen Sportlerinnen haben nach den Spielen in Paris ebenfalls ihre äußerst erfolgreichen Karrieren beendet:
Auch für einige internationale Stars war Paris die letzte große Bühne:
Die nächsten Olympischen Spiele werden dann 2028 in Los Angeles stattfinden. In der kalifornischen Metropole werden Athletinnen und Athleten dann vom 14. Juli bis zum 30. Juli um die Medaillen kämpfen.