Leichtathletik: So werden die Bahnen bei Sprintwettbewerben vergeben

Die erste Bahn im 100 Meter-Finale der Männer bleibt frei – warum ist das so?
IMAGO/LaPresse/IMAGO/Spada/LaPresseWenn die schnellsten der Schnellen über die Bahn fegen, dann übt das eine besondere Faszination aus. Bei den Leichtathletik-Wettkämpfen gehört der Sprint immer noch zu den beliebtesten Wettbewerben. Gerannt ist schließlich jeder irgendwann mal – nur eben nicht (ganz) so schnell.
Bei Olympia in Paris fallen in diesen Tagen die letzten Entscheidungen auf der Bahn. Auf den kürzesten Distanzen – über 100 und 200 Meter, oder über 110 Meter Hürden bleibt dabei (meistens) die erste Bahn frei. Warum ist das so?
Sprint- und Laufwettbewerbe: Welche Regeln gelten für die Bahnen?
Eine klare Antwort finden sich auf diese Frage in den Regelbüchern des Internationalen Leichtathletik-Verbands nicht. Im sogenannten Book of Rules sind verschiedenste Regeln festgehalten. Beispielsweise zu:
Zu den Bahnen ist folgendes festgelegt:
Der Weltverband hatte die Regelungen vor rund drei Jahren überarbeitet. Weil immer wieder Läuferinnen und Läufer nachträglich disqualifiziert wurden, die über längere Distanzen auf die Begrenzung getreten waren. „Demnach ist nun ein einmaliger Bahnverstoß bei bestimmten Fällen erlaubt und wird nicht, wie bisher, mit einer Disqualifikation geahndet. So greift diese Regelung künftig bei folgenden zwei Szenarien. Bei Läufen in Bahnen darf einmalig die Bahnbegrenzung oder die Bordkante in der Kurve berührt werden. Bei Läufen, die nicht in Bahnen gelaufen werden, darf künftig ein Schritt auf oder vollständig über die innere Begrenzungslinie oder die Bordkante gemacht werden. Eine Disqualifikation erfolgt erst dann, wenn derselbe Athlet, dieselbe Athletin oder dieselbe Staffel einen zweiten Verstoß während der Runden desselben Wettkampfs begeht. Das einmalige Übertreten der Bahnmarkierung oder der Bahnkante wird demnach in den Ergebnislisten sowie in den Startlisten für die weiteren Rennen der Veranstaltung vermerkt“, schrieb der Deutsche Leichtathletikverband (DLV).

Ein Vorlauf bei Olympia mit neun Teilnehmern.
Foto: www.imago-images.de/IMAGODie Regeln, wie die Bahnen belegt werden, wurde zuletzt noch einmal verändert. Während früher die „langsamsten“ Läuferinnen und Läufer, auf den Bahnen 1 und 2 starteten, sind es nun die Bahnen 1 und 8.
Zur Frage nach der freien Bahn 1 bei den meisten Wettkämpfen bei Olympia: Der Grund dürfte ein relativ simpler sein. Das Stade de France in Paris hat, wie andere große Leichtathletik-Stadien neun Bahnen. Dementsprechend wird eine Bahn nicht benötigt. Dass die acht Sprinterinnen und Sprinter dann nicht auf der innersten Bahn laufen müssen, auf der die Gefahr am größten ist, auf die Begrenzung zur Rasenfläche zu treten, ist deshalb naheliegend, weil so die Verletzungsgefahr am geringsten ist.
In den Vorläufen in Paris über die 100 Meter waren teils auch alle Bahnen belegt. In den Finals stehen aber nur acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer.