Handball-Regionalliga Frauen
: „Natürlich wollen wir lieber an der Spitze als im Mittelfeld mitmischen“

Die junge Mannschaft der HSG Stuttgart/Metzingen II zählt zum Favoritenkreis – jedoch fahren manche Akteurinnen auch noch Doppelschichten.
Von
Harald Landwehr
Stuttgart
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Die neue Trainerin Veronika Goldammer, hier noch in Diensten beim TV Nellingen, will pro Partie mindestens 30 Tore sehen.

Eibner-Pressefoto/Oliver Schmidt

Wenn man sich bei der unmittelbaren Konkurrenz umhört, dann ist die Sache eigentlich klar: Die Handballerinnen der HSG Stuttgart/Metzingen II werden nach dem unglücklichen Abstieg aus der dritten Liga Süd in der neuen Saison gleich wieder an der Spitze mitmischen und sind ein direkter Kandidat für den Wiederaufstieg. Aus den Reihen der Verantwortlichen bei der vor drei Jahren gegründeten Spielgemeinschaft der Stuttgarter Kickers mit dem Erstligisten aus dem Ermstal kommt zu diesen Vorschusslorbeeren zunächst einmal kein großer Widerspruch. Und dennoch tritt die neue Cheftrainerin Veronika Goldammer, seit 1. Mai im Amt, noch deutlich auf die Bremse: „Natürlich wollen wir lieber an der Spitze als im Mittelfeld mitmischen, aber wir müssen zunächst in der Liga ankommen und schauen, was die anderen Mannschaften so draufhaben“, sagt die 50-Jährige, die nach 19 Jahren in unterschiedlichen Funktionen beim TV Nellingen zum Nachbarn nach Möhringen gewechselt ist.

Die HSG Stuttgart/Metzingen II wohl besser als im Vorjahr

Klar ist: Personell dürfte die Bundesliga-Reserve besser aufgestellt sein als in der vergangenen Rückrunde: Da waren in der besten Torschützin Patrizia Schenker, der Junioren-Nationalspielerin Ida Petzold und Ida Gaugisch, der Tochter des Frauen-Bundestrainers, gleich drei absolute Leistungsträgerinnen gleichzeitig jeweils mit Kreuzbandriss ausgefallen, weshalb der amtierende Vizemeister anstatt um den Zweitliga-Aufstieg mitzuspielen, überhaupt in Abstiegsnöte geriet. Ida Gaugisch ist nun zu Saisonbeginn wieder fit und Patrizia Schenker wird im Januar zurück auf dem Spielfeld erwartet. Lediglich Petzold steht nicht mehr zur Verfügung. Sie hat nach mehreren Kurzeinsätzen endgültig den Sprung in den Erstligakader geschafft. Dort steht auch die Trainertochter Katharina Goldammer, die aber regelmäßig auch in der Zweiten zum Einsatz kommen wird, wenn sich die Spiele nicht überschneiden. „Wir haben einen sehr ausgeglichen Kader, in dem jede Spielerin in der Lage ist, Tore zu erzielen, allerdings auch einen sehr jungen“, sagt die Mutter und Trainerin Veronika Goldammer.

Viele junge Spielerinnen im Aufgebot der HSG Stuttgart/Metzingen II

Im 16-köpfigen Aufgebot sing gleich neun Spielerinnen der Geburtsjahrgänge 2007 und 2008 zu finden, die gleichzeitig mindestens zehn weitere Begegnungen in der A-Jugend-Bundesliga bestreiten werden. In der Vorbereitung hat das junge Team, das jüngst durch die 19 Jahre alte Jugend-Nationalspielerin Katie Rau von Frisch Auf Göppingen verstärkt wurde, bereits überzeugt: Gegen den TSV Wolfschlugen, einen der Titelanwärter in der dritten Liga, hielten die jungen HSG-Frauen lange Zeit gut mit und verloren am Ende nur knapp mit drei Toren Differenz. In dieser Partie war bereits zu sehen, wie die Siege in der Regionalliga gelingen sollen: „Ich will, dass wir schnellen, mutigen Handball spielen und in jedem Spiel mindestens 30 Tore werfen. Hinten will ich aggressiv verteidigen und jeweils höchstens 23 gegnerische Tore zulassen“, sagt Veronika Goldammer. Sollte die abwechselnd in Metzingen und in der Möhringer Rembrandthalle zu Heimspielen antretende HSG diese Vorgabe umsetzen, dann spricht nichts dagegen, dass sie am Saisonende einen der ersten beiden Plätze einnimmt und in die Aufstiegsrunde zur dritten Liga einzieht. Der schwäbische Rivale HC Schmiden/Oeffingen ist dort zuletzt zweimal in Folge knapp gescheitert.

Für die HSG Stuttgart/Metzingen II startet die neue Runde am Samstag um 20 Uhr in der Metzinger Oeschhalle mit einem Heimspiel gegen den Vorjahressiebten TuS Steißlingen.

Eckdaten zur HSG Stuttgart/Metzingen II

Zugänge: Katie Rau (Frisch Auf Göppingen), Leana Heim (TV Nellingen), Klara Schlipf (eigene Jugend),

Abgänge: Katharina Imhof (SV Allensbach), Marie Stumpf, Mara Bossert, Maria Nowag (alle eigene 3. Mannschaft), Ida Petzold (eigene erste Mannschaft TuS Metzingen), Marina Markovic (HC Schmiden/Oeffingen II).

Kader: Tor: Anna Noe, Johanna Schmitz-Velt; Außen: Leni Durst, Klara Schlipf, Kreis: Lara Baric, Leana Heim; Rückraum: Ida Gaugisch, Arijana Demiray, Katharina Goldammer, Laura Knapp, Leonie Kuhn, Ermira Lutolli, Kati Rau, Patrizia Schenker, Friederike von Wangel, Ida Widmann.

Trainerin: Veronika Goldammer (seit Januar 2025 Co-Trainerin) für Robert Schenker (nun Jungend- und Co-Trainer).

Spielstätte: Rembrandthalle Möhringen, Siegmaringerstraße 85, 70567 Stuttgart sowie Oeschhalle Metzingen, Oeschweg 1 bis 7, 72555 Metzingen

Saisonziel: oben mitspielen (Platzierung in der vergangenen Saison: 11. und damit Absteiger aus der 3. Liga).

Meisterschaftstipp: HC Schmiden/Oeffingen.