Glänzende WM- und EM-Bilanz: Die Region Stuttgart ist absolute Weltklasse!

Dreimal WM-Gold, dazu eine Bronzemedaille: Darja Varfolomeev zeigte bei der Heim-Weltmeisterschaft in Frankfurt, dass sie derzeit die beste Sportgymnastin ist.
IMAGO/Jan Huebner- Athletinnen und Athleten aus der Region Stuttgart glänzen bei WM und EM international.
- Leichtathletik: Leo Neugebauer holte EM-Gold im Zehnkampf, Nick Thumm wurde Zweiter im Speer.
- Rhythmische Sportgymnastik: Darja Varfolomeev gewann in Frankfurt dreimal WM-Gold und einmal Bronze.
- Reitsport: Michael Jung wurde in Aachen Einzel-Weltmeister, Team holte Silber – Abschied für Chipmunk.
- Weitere Erfolge: Helen Kevric gewann EM-Gold am Stufenbarren, Linda Roth EM-Silber mit Mixed-Staffel.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Fußball hatte seine große Bühne, sechs Wochen lang drehte sich in den USA, Kanada und Mexiko alles um die Stars in Stutzen. Nun, kurz bevor die Kicker in ihre nationalen Wettbewerbe starten, standen andere im Fokus. In vielen Sportarten fanden zuletzt Welt- und Europameisterschaften statt, bei denen zahlreiche Athletinnen und Athletinnen aus der Region Stuttgart nicht nur herausragende Leistungen zeigten. Sondern zudem, dass sie zur absoluten Weltspitze gehören und eine glänzende Perspektive haben – auch mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles.
Leichtathletik
Der VfB Stuttgart hat nicht nur Fußballer, die in der Champions League spielen. Er hat auch den König der Athleten in seinen Reihen. Leo Neugebauer (26), der amtierende Weltmeister im Zehnkampf, gewann nun auch bei der EM in Birmingham Gold. „Am Schluss war es purer Wille“, sagte er nach seinem Titelgewinn, „es war cool, auch mir selbst zu beweisen, dass ich mich, wenn es drauf ankommt, richtig, richtig durchbeißen kann.“ Das tat auch Nick Thumm (21). Der Speerwerfer vom VfB Stuttgart lag sensationell vor dem letzten Durchgang in Führung, nachdem er eine persönliche Bestleistung aufgestellt hatte (83,76 Meter), wurde dann aber noch von Julian Weber (90,40 Meter) übertroffen – was er problemlos verkraftete: „Es ist einfach nur super.“ Das dachte sich auch Yemisi Mabry (27). Die Olympiasiegerin im Kugelstoßen, die am Olympiastützpunkt in Stuttgart trainiert, gewann EM-Bronze. Den goldenen Schlusspunkt in Birmingham setzte Frederik Ruppert (29). Über 3000 Meter Hindernis holte sich der Läufer von der LAV Tübingen, der dort von Isabelle Baumann trainiert wird, am Sonntagabend nach einer taktischen Glanzleistung den EM-Titel. „Ich wusste, dass die Bedingungen hier am ehesten meine sind, deshalb war es die Chance, die ich nutzen musste“, sagte der Europarekordler, „ich bin einfach nur glücklich, dass es so ausgegangen ist.“

Europarekordler holt EM-Gold: Frederik Ruppert, 3000-Meter-Hindernisläufer aus Tübingen, freut sich über seinen ersten großen Titel.
IMAGO/Beautiful Sports InternationalRhythmische Sportgymnastik
Dass Darja Varfolomeev (19) die derzeit beste Sportgymnastin der Welt ist, daran gab es schon vor der Heim-WM in Frankfurt keine Zweifel. Und trotzdem war erstaunlich, wie die Olympiasiegerin aus Fellbach-Schmiden mit dem immens hohen Druck und der Erwartungshaltung (auch ihrer eigenen) umging. Erst wurde sie Weltmeisterin im Mehrkampf, dann holte sie sich auch noch die Titel mit dem Ball und dem Band, dazu gab es Bronze mit dem Reifen. Insgesamt hat sie in ihrer Karriere nun 14-mal WM-Gold gewonnen, die Medaillen aus Frankfurt haben für sie allerdings einen ganz speziellen Wert. „Ich bin enorm dankbar für diese besondere Atmosphäre“, sagte Darja Varfolomeev über die Stimmung bei der WM in der Frankfurter Festhalle, „diese Erfolge bedeuten mir alles!“
Reitsport
Michael Jung (44) ist nicht nur dreimaliger Einzel-Olympiasieger in der Vielseitigkeit, der Mann aus Horb-Altheim gilt auch als bester Reiter der Welt. Diesem Ruf wurde er nun bei der WM in Aachen erneut gerecht. Dort sicherte er sich zum zweiten Mal nach 2010 des Titel des Einzel-Weltmeisters, zudem gab es Silber mit der deutschen Mannschaft – und ganz besondere Emotionen. Denn Chipmunk, auf dem Michael Jung 2024 in Paris Olympiasieger wurde, ist weiterhin eines der besten Vielseitigkeits-Pferde der Welt, aber auch schon 18 Jahre alt. In Aachen bestritt der Wallach ziemlich sicher sein letztes ganz großes Turnier. „Chipmunk ist eine Legende“, sagte Michael Jung nach dem Gold-Ritt bei der WM, „wie er Dressur gehen, springen, im Gelände rennen kann, wie er zuhört und wie viele Nerven er hat, obwohl auch er aufgeregt ist – das ist einfach nur gigantisch.“

Erfolgs-Duo: Michael Jung und sein Wallach Chipmunk gewinnen WM-Gold.
IMAGO/Stefan LafrentzTurnen
Glanzvoller hätte ihr Comeback auf internationaler Bühne nach einer schweren Knieverletzung kaum sein können: Helen Kevric (18) gewann bei der EM in Zagreb den Titel am Stufenbarren. „Ich bin einfach nur glücklich“, sagte die Stuttgarterin, die schon in der Qualifikation die Beste an dem Gerät gewesen war, nach ihrem Gold-Coup. Und blickte anschließend gleich voraus auf die Olympischen Spiele in Los Angeles: „Das ist mein großes Ziel. Dort will ich vorne mitkämpfen.“

Überfliegerin: Helen Kevric bei ihrer Gold-Kür in Zagreb
IMAGO/Sports Press PhotoSchwimmen
Die Sommerspiele in zwei Jahren in den USA hat Linda Roth (18) ebenfalls im Blick. Das Potenzial, um auch dort zu glänzen, besitzt die Schwimmerin aus Stuttgart, die in Magdeburg trainiert, auf jeden Fall. Bei der EM in Paris gab es für Linda Roth eine überraschende Silbermedaille mit der deutschen Mixed-Staffel über 4x 200 Meter Freistil, und auch sonst hat die Hochtalentierte voll überzeugt – vor allem in der Einzelkonkurrenz über 200 Meter Freistil. Die Junioren-Europameisterin wurde nicht nur Vierte, sondern schwamm im Halbfinale in 1:56,46 Minuten auch 18 Hundertstel Sekunden schneller als Franziska van Almsick 2002 bei ihrem damaligen Weltrekord. „Sie ist in Deutschland ein sehr großes Vorbild“, sagte Linda Roth, „dass ich jetzt schon mit meinen jungen Jahren schneller als sie bin, macht mich umso glücklicher.“ Hochzufrieden war auch Maike Halbisch (21). Die Klippenspringerin aus Waiblingen holte bei der EM in Paris völlig überraschend EM-Bronze. Gesprungen wurde in der französischen Hauptstadt nicht wie normal aus 27 Metern Höhe, sondern aus 20 Metern von einem auf der Pont de Bir-Hakeim aufgebauten Podest in die Seine. Mit einem überragenden letzten Versuch schaffte es Maike Halbisch vor der spektakulären Eiffelturm-Kulisse noch aufs Podest. „Ich habe gezeigt“, sagte sie anschließend, „was ich kann.“

Sie besitzt beste Perspektiven: Schwimmerin Linda Roth.
IMAGO/EibnerEs ist ein Satz, der auf viele Athletinnen und Athleten aus der Region Stuttgart zutrifft. Und der Lust auf mehr macht.

