Neue WM-Regel: Für diese Geste droht Spielern plötzlich die Rote Karte

Auslöser für die neue Regel bei der WM war die mutmaßlich rassistische Beleidigung von Gianluca Prestianni gegen Vinicius Jr.
Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpaWie die Regelung in der Praxis umgesetzt werden soll, erfahrt ihr hier.
Champions-League-Skandale als Auslöser
Das Verdecken des Mundes mit der Hand, dem Trikot oder einem anderen Gegenstand ist im Profifußball weit verbreitet. Spieler versuchen damit häufig zu verhindern, dass Kameras oder Lippenleser nachvollziehen können, was während hitziger Diskussionen gesagt wird. Nach Ansicht der FIFA erschwert dieses Verhalten die Aufklärung möglicher verbaler Vergehen.
Vinícius-Eklat um Trikot vor dem Mund
Direkter Auslöser für die Debatte war ein Vorfall in der Champions League. Im Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid zog Benfica-Profi Gianluca Prestianni während einer Auseinandersetzung mit Vinícius Júnior sein Trikot vor den Mund. Anschließend stand der Verdacht im Raum, dass diskriminierende Aussagen gefallen sein könnten. Obwohl nicht endgültig geklärt wurde, was der Argentinier sagte, wurde er Mitte April von der Uefa für sechs Spiele gesperrt.
Experten kritisieren „Hand-vorm-Mund“-Regel
Die FIFA sieht die neue Regel als Teil ihres verschärften Vorgehens gegen Diskriminierung im Fußball. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich nach dem Vorfall öffentlich für strengere Maßnahmen ausgesprochen. Ziel sei es, die Identifizierung und Ahndung von rassistischen, homophoben oder anderweitig diskriminierenden Beleidigungen zu erleichtern.
Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass die Umsetzung in der Praxis schwierig werden könnte. Schiedsrichter müssten häufig innerhalb weniger Sekunden beurteilen, ob ein Spieler den Mund absichtlich verdeckt hat und ob die Situation tatsächlich eine Bestrafung rechtfertigt. Befürworter argumentieren dagegen, dass allein die Androhung einer Roten Karte abschreckend wirken und zu mehr Transparenz auf dem Platz führen könnte.
