Fußball-WM
: Nach Deutschland: Auch Niederlande bei WM raus

Auch die Niederlande sind bei der WM raus. Im Elfmeterschießen setzt sich Marokko durch und steht im Achtelfinale.
Von
Lars Reinefeld und Tom Bachmann, dpa
Monterrey
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Fußball, Männer: WM, Niederlande - Marokko, Finalrunde, Sechzehntelfinale, Monterrey-Stadion in Guadalupe. Der Niederländer Cody Gakpo jubelt über sein Tor zum 1:0. (zu dpa: «Nach Deutschland: Auch Niederlande bei WM raus»)

Dolores Ochoa/AP/dpa
  • Niederlande scheiterten im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen an Marokko.
  • Marokko steht im Achtelfinale und trifft in Houston auf Kanada.
  • Cody Gakpo traf in der 72. Minute zum 1:0 – emotionaler Jubel nach privatem Schicksal.
  • Issa Diop glich zu Beginn der Nachspielzeit aus, Ismael Saibari verwandelte den entscheidenden Elfmeter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach Deutschland ist mit den Niederlanden die nächste europäische Top-Nation bei der Fußball-WM früh gescheitert. Das Oranje-Team musste sich im Sechzehntelfinale Marokko mit 2:3 (1:1, 1:1, 0:0) im Elfmeterschießen geschlagen geben und schied damit wie die DFB-Elf frühzeitig aus.

Marokko, das vor vier Jahren beim Turnier in Katar als erstes afrikanisches Team ein WM-Halbfinale erreicht hatte, trifft nun am Samstag in Houston im Kampf um den Viertelfinaleinzug auf Kanada. Vor 51.243 Zuschauern im mexikanischen Monterrey verwandelte Ismael Saibari den entscheidenden Elfmeter für die Nordafrikaner.

Dabei waren die Niederlande fast schon weiter. Ausgerechnet Cody Gakpo hatte die Elftal in Führung gebracht. Der Angreifer vom FC Liverpool, der wenige Tage vor dem Spiel öffentlich gemacht hatte, dass sein zweiter Sohn während der Schwangerschaft seiner Freundin gestorben war, traf in der 72. Minute. Nach seinem Tor sank Gakpo zu Boden und brach in Tränen aus. Die komplette niederländische Mannschaft bildete eine Spielertraube um den 27-Jährigen, der beim Aufstehen das Trikot über sein Gesicht zog und danach mit dem Finger gen Himmel zeigte.

Als alles danach aussah, dass Gakpo in dieser für ihn persönlich so schwierigen Phase zum Matchwinner wurde, gelang Marokko noch der Ausgleich. Zu Beginn der Nachspielzeit köpfte Issa Diop das 1:1 und rettete die Afrika-Meister in die Verlängerung.

Oranje etwas defensiver

Koeman hatte sein Team nach der eigentlich erfolgreichen Vorrunde mit zwei Siegen und einem Remis etwas überraschend umgestellt und auf ein 3-5-2-System gesetzt. Tijjani Reijnders von Manchester City musste auf die Bank, Micky van de Ven kehrte in die Mannschaft zurück, in der weiter auch Gakpo stand.

Der Liverpool-Stürmer hatte sich trotz seines persönlichen Schicksalsschlages dafür entschieden, bei der Weltmeisterschaft zu bleiben. „Es war eine sehr traurige Nachricht. Wir haben das getan, was in unserer Macht stand, um ihn zu unterstützen“, hatte Koeman gesagt. Er habe großen Respekt davor, dass Gakpo bei der Mannschaft geblieben sei. „Das zeigt, was ihm die Elftal bedeutet.“

Marokko vor der Pause besser

Doch von Gakpo war erst einmal nicht viel zu sehen, das gesamte Oranje-Team tat sich in der hektischen Atmosphäre von Monterrey gegen Marokko zunächst sehr schwer. Zwar hatte die Elftal viel Ballbesitz, die besseren Chancen im ersten Durchgang hatte aber ganz klar Marokko, das vor vier Jahren beim Turnier in Katar als erstes afrikanisches Team überhaupt ein WM-Halbfinale erreicht hatte.

Zunächst scheiterte Neil El Aynaoui nach einer Ecke per Kopf am stark reagierenden Bart Verbruggen im niederländischen Tor (20.). Eine Minute später war der Oranje-Keeper gegen Achraf Hakimi zur Stelle. In der Nachspielzeit kam dann zudem Ismael Saibari, dessen Wechsel zu Bayern München offenbar kurz bevorsteht, im Strafraum einen Schritt zu spät.

Marokko weiter stark

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Marokkaner das gefährlichere Team. Die Mannschaft um PSG-Superstar Hakimi hatte zum WM-Auftakt bereits Brasilien beim 1:1 am Rande einer Niederlage. Auch gegen die Niederlande zeigten die Afrikaner ihre Klasse.

Doch die Elftal stand defensiv sehr stabil und schlug 18 Minuten vor dem Ende eiskalt zu. Im Fallen leitete Crysencio Summerville den Ball irgendwie noch zu Gakpo, der wuchtig abschloss. Der Rest waren pure Emotionen. Es war Gakpos neunter Treffer bei einer EM oder WM. Nur der Dennis Bergkamp hat ein Tor mehr.

Marokko steckte jedoch nicht auf. Als alle bereits mit einem Oranje-Sieg rechneten, war Diop zu Beginn der sechsminütigen Nachspielzeit per Kopf erfolgreich. Das Spiel ging in die Verlängerung. Auch dort hatte Marokko die besseren Chancen. Doch Verbruggen parierte überragend gegen Soufiane Rahimi (90.+7)