Die Länge der Nachspielzeit liegt im Ermessen des Schiedsrichters (Archivbild).
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Das wohl berühmteste Nicht-Tor der Fußballgeschichte: Im WM-Finale 1966 zieht Englands Geoff Hurst beim Stand von 2:2 ab, der Ball prallt von der Unterkante der Latte auf die Torlinie – oder dahinter? Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst gibt den Treffer zunächst nicht, dann aber stimmt ihn sein sowjetischer Assistent Tofiq Bahramov um.
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Am Ende gewinnt England mit 4:2 und kann den bislang einzigen Weltmeistertitel seiner Geschichte bejubeln. Inzwischen sind mehrere Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass der Ball bei Hursts Schuss die Linie nicht vollständig überschritten hatte.
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Vier Jahre nach der Niederlage von Wembley revanchiert sich die DFB-Elf und gewinnt erstmals ein Pflichtspiel gegen England. Lange führen die Three Lions im WM-Viertelfinale 1970 mit 2:0, dann drehen die Deutschen in der mexikanischen Hitze von León das Spiel: Franz Beckenbauer, Uwe Seeler (Bildmitte) durch ein legendäres Tor mit dem Hinterkopf und Gerd Müller sorgen den Halbfinaleinzug.
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Im Viertelfinale der EM 1972 muss Bundestrainer Helmut Schön eine Notelf aufbieten, da mehrere Stammspieler wie Wolfgang Overath oder Berti Vogts verletzt fehlen. Die Deutschen um Kapitän Franz Beckenbauer (vorne) gewinnen in London dennoch mit 3:1 durch Tore von Uli Hoeneß, Günter Netzer und Gerd Müller – im Rückspiel in Berlin reicht ein torloses Remis fürs Halbfinale.
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Der Sieg im Wembley-Stadion gilt als Geburtsstunde jener Mannschaft, die im Anschluss 1972 Europameister und 1974 Weltmeister wird. Die Zeitschrift „Sport Bild“ kürt das Spiel 2011 sogar zum besten deutschen Länderspiel aller Zeiten.
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Keine Tore im Madrider Bernabeu-Stadion: 75 000 Fans sehen zum Auftakt der WM-Zwischenrunde 1982 trotz Überlegenheit der Engländer (links Steve Coppell) eine Nullnummer, die für Bernd Förster (rechts) und die deutsche Mannschaft letztlich zum Einzug ins Halbfinale reicht.
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Der Ursprung des englischen Elfmetertraumas. Im Halbfinale der WM 1990 gibt es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung keinen Sieger (1:1). Der Finalgegner von Argentinien muss zwischen Deutschland (links Guido Buchwald) und England (rechts David Platt) vom Punkt ermittelt werden.
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Die deutschen Spieler treffen alle, die Engländer aber zeigen Nerven: Erst scheitert Stuart Pearce an DFB-Torhüter Bodo Illgner, dann drischt Chris Waddle nach einem meterlangen Anlauf die Kugel in den Turiner Nachthimmel. Der deutsche Jubel kennt keine Grenzen.
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EM 1996: Wieder geht es im Halbfinale ins Elfmeterschießen, wieder setzen sich die Deutschen durch. Nach einem wilden Spiel mit etlichen vergebenen Großchancen und je einem Tor auf jeder Seite treffen die ersten vier Schützen beider Teams vom Punkt.
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Dann ist Englands heutiger Nationaltrainer Gareth Southgate (links) an der Reihe – und scheitert an Andreas Köpke (rechts). Andreas Möller schießt die Deutschen mit dem letzten Elfer ins Finale.
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Als Titelverteidiger angereist, geht es für die DFB-Elf um Markus Babbel (Mitte) und Jens Nowotny (rechts) bei der EM 2000 nach dürftigen Leistungen mit nur einem Punkt nach der Vorrunde wieder nach Hause. Auch eine 0:1-Niederlage gegen England ist dabei: Im belgischen Charleroi erzielt Alan Shearer das Tor des Tages.
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Die Revanche für Wembley: Wenige Jahre vor der Einführung des Videobeweises kommt es im WM-Achtelfinale 2010 für England zu einer maximal bitteren Entscheidung: Beim Stand von 2:1 für Deutschland zieht Frank Lampard von der Strafraumgrenze ab – wie 1966 prallt die Kugel an die Unterkante der Latte, kommt dieses Mal aber klar und deutlich hinter der Torlinie auf.
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Der uruguayische Schiedsrichter Jorge Larrionda lässt das Spiel weiterlaufen, auch sein Assistent überstimmt ihn nicht. Lampard (rechts) verliert fast den Verstand, am Ende gewinnen die Deutschen mit 4:1.
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„Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten.“ Dies ist eine der vielen Fußballweisheiten, welche dem ehemaligen Bundestrainer Sepp Herberger zugeschrieben werden. In der Realität stimmt diese Weisheit allerdings wohl nur für den runden Ball, den die meisten Fußballspiele gehen länger als 90 Minuten.
In der Regel kommt zu den 90 Minuten der regulären Spielzeiten noch eine Nachspielzeit. Mit dieser soll die Zeit nachgespielt werden, welche beispielsweise durch Verletzungen von Spielern, Torjubel oder Wechsel verloren wurde. Auch soll durch die Nachspielzeit das sogenannte Zeitspiel unterbunden werden. So kann die führende Mannschaft zum Beispiel durch zahlreiche Wechsel nicht allzu viel Zeit schinden. Auch bei sehr langsam ausgeführten Einwürfen oder Freistößen kann der Schiedsrichter die Nachspielzeit verlängern – und dem Spieler eventuell sogar eine Karte zeigen.
Eine Nachspielzeit kann es nach dem Ende der ersten Halbzeit, der zweiten Halbzeit, zwischen den beiden Spielzeiten der Verlängerung und am Ende der Verlängerung geben.
Wie lange ist die Nachspielzeit?
Die Länge der Nachspielzeit ist immer individuell und wird vom Schiedsrichter nach eigenem Ermessen festgelegt. Dieser stoppt die Zeit nicht auf seiner Uhr, sondern legt sie anhand von Kriterien wie beispielsweise Anzahl der Spielerwechsel fest. Dann gibt er sie über sein Headset an den vierten Offiziellen weiter. Dieser zeigt die Zeit dann auf seiner Tafel an.
Da die Nachspielzeit im Ermessen des Schiedsrichters liegt, gibt es auch keine Höchstgrenze. Als Spiel mit der längsten Nachspielzeit in einem internationalen Turnier gilt die Begegnung zwischen Bolivien und Südkorea bei der WM 1994. Hier ließ der Schiedsrichter 13 Minuten nachspielen.
Nachspielzeit der Nachspielzeit
Laut den Regeln der Fifa kann die vom vierten Offiziellen angezeigte Nachspielzeit nicht unterschritten werden. Sie darf allerdings vom Schiedsrichter überschritten werden, wenn auch in der Nachspielzeit durch diverse Verzögerungen viel Zeit verloren geht.
Wenn der Schiedsrichter der Meinung ist, in der ersten Halbzeit zu wenig Nachspielzeit gegeben zu haben, darf er diese Zeit nicht an der zweiten Halbzeit anhängen.