Basketball Pro B: SV Fellbach: Eine Stephen-Curry-Show

Malik Whitaker (mit Ball) zeigte seine beste Leistung im Trikot des SV Fellbach.
Maximilian HammDer Basketballer Stephen Curry hat am vergangenen Donnerstag wieder einmal eine Stephen-Curry-Show gezeigt. Der beste Distanzschütze in der Geschichte dieses Sports, bald 37 Jahre alt, erzielte beim 121:115-Sieg seiner Golden State Warriors gegen die Orlando Magic in rund 34 Spielminuten 56 Punkte. Er verwandelte dabei zwölf Drei-Punkte-Würfe und blieb von der Freiwurflinie bei zwölf Versuchen fehlerfrei. Trotz der vielen Galamomente in seiner Karriere in der nordamerikanischen Profiliga NBA sind diese Leistungen immer wieder erstaunlich. Zumindest beeindruckend war am Samstagabend auch die Vorstellung des US-Amerikaners Malik Whitaker, 24, im Trikot des SV Fellbach. Beim 75:70-Heimsieg gegen die TSV Oberhaching Tropics in der dritthöchsten deutschen Spielklasse Pro B markierte er mit 36 Punkten in rund 36 Spielminuten seine Bestmarke. Er traf dabei sechs Würfe aus der Distanz und bleib von der Freiwurflinie bei sechs Versuchen ohne Fehler.
Im Alter von elf Jahren hatte Malik Whitaker in seiner Heimatstadt Houston ein Gastspiel der Golden State Warriors miterlebt. Der Bub saß damals im Trikot seines Idols Stephen Curry in der Halle. Auf ihn angesprochen lachte er am Samstag nach dem Spiel, er hatte soeben auch eine Art Stephen-Curry-Show geboten. „Jetzt hat er endlich das gezeigt, was er kann“, sagte Kristiyan Borisov, der Trainer des SV Fellbach. Es war wichtig für seine Mannschaft, dass Malik Whitaker diese Leistung abrufen konnte, schließlich hatten seine Mitspieler nicht ihren besten Tag erwischt. Malik Whitaker dagegen erzielte fast die Hälfte aller Punkte der Gastgeber.
Bis zur Hälfte des dritten Spielabschnitts hatte noch nicht viel für ihren späteren Erfolg gesprochen. Es lief nicht viel zusammen bei den Fellbacher Basketballern. Rund eine Viertelstunde vor Schluss lagen sie mit zwölf Punkten im Rückstand – trotz der jetzt schon gelungenen Vorstellung von Malik Whitaker. Vielleicht war es die Rückkehr des Kapitäns Zaire Thompson, der nach wochenlanger Verletzungspause erstmals wieder auf dem Feld stand; vielleicht waren es auch die Treffer von Brian Butler oder Nik Schlipf, die für einen Ruck in der Mannschaft verantwortlich zeichneten. Eine Minute vor dem Ende dieses Viertels übernahmen die Gastgeber die Führung (56:54) und gaben diese nicht mehr ab. Jetzt war auch der zuvor überzeugende Gästeakteur Nedzad Muratovic – letztlich 31 Punkte – müde geworden.
„Wir wollten in eigener Halle viel besser spielen , aber wir hatten nicht genug Willen. Der Gegner wollte es mehr“, sagte Kristiyan Borisov, der nach dem Spiel noch eine ganze Weile brauchte, um sich zu erholen. Er war ja oftmals verzweifelt ob der Vorstellung seines Teams gewesen und hatte diese Verzweiflung in lautstarken Ansprachen an seine Spieler ausgedrückt. Doch am Ende war alles gut. Es war der fünfte Sieg nacheinander für die Basketballer des SV Fellbach und der neunte in den jüngsten zehn Spielen. Am Ende war vor allem wegen Malik Whitaker alles gut. Der 24-jährige US-Amerikaner zeigte eine bärenstarke Leistung, der Ball flog bei ihm meist geräuschlos, ohne den Ring zu berühren, durch die Maschen. Fast so wie bei seinem großen Vorbild Stephen Curry. SV Fellbach: Whitaker (36), Butler (15), Schlipf (9), Mayr (6), Berger (3), Thompson (3), Golder (2), Ulevicius (1), De Sousa, Grubic, Jekov, Kolev.