Wahlergebnisse: Wer hat die Midterms in den USA gewonnen?

US-Midterms - Texas: Die Teilnehmer verfolgen die ersten Wahlergebnisse bei einer Wahlnachtveranstaltung, bevor der demokratische Senatskandidat und Abgeordnete des Bundesstaates Texas, James Talarico, am Dienstag, in Austin, Texas, eintrifft, um eine Rede zu halten.
Eric Gay/AP/dpaBei den Zwischenwahlen in den USA am 3. November 2026 haben die Demokraten wichtige Erfolge erzielt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ist ihnen die Rückeroberung der Mehrheit im Senat gelungen. Damit verlieren die Republikaner von Präsident Donald Trump die Kontrolle über eine der beiden Kammern des US-Kongresses.
Auch im Repräsentantenhaus haben die Demokraten zahlreiche Sitze hinzugewonnen. Ob sie dort ebenfalls die Mehrheit übernehmen, ist nach den bislang vorliegenden AP-Ergebnissen noch nicht abschließend entschieden. Andere US-Medien haben bereits einen demokratischen Sieg prognostiziert.
Midterms 2026: Wer hat den Senat gewonnen?
Im US-Senat haben sich die Mehrheitsverhältnisse zugunsten der Demokratischen Partei verschoben. Vor der Wahl verfügten die Republikaner über 53 der insgesamt 100 Sitze, während 47 Sitze von Demokraten und mit ihnen zusammenarbeitenden unabhängigen Senatoren gehalten wurden.
Bei den Midterms standen 35 Senatssitze zur Wahl. Um die Mehrheit zu übernehmen, mussten die Demokraten mehrere bislang republikanisch gehaltene Sitze gewinnen und gleichzeitig ihre eigenen verteidigen.
Ein wichtiger Erfolg gelang ihnen in North Carolina. Dort setzte sich der frühere Gouverneur Roy Cooper gegen den Republikaner Michael Whatley durch. Auch in Texas erzielten die Demokraten einen bedeutenden Sieg: James Talarico gewann gegen den von Trump unterstützten Ken Paxton. Weitere Sitzgewinne, unter anderem in Ohio, trugen zum Machtwechsel bei.
Die Nachrichtenagentur AP meldet inzwischen, dass die Demokraten genügend Sitze gewonnen haben, um die Kontrolle über den Senat zu übernehmen.
Wer gewinnt das Repräsentantenhaus?
Im Repräsentantenhaus ist die Lage noch nicht vollständig geklärt. Dort wurden bei den Midterms sämtliche 435 Sitze neu vergeben. Für eine Mehrheit benötigt eine Partei mindestens 218 Mandate.
Vor der Wahl verfügten die Republikaner über eine knappe Mehrheit. Die Demokraten mussten deshalb nur wenige zusätzliche Wahlkreise gewinnen, um die Kontrolle über die Kammer zurückzuerlangen.
Nach den bislang vorliegenden Ergebnissen konnten die Demokraten in mehreren umkämpften Wahlkreisen Erfolge erzielen. Während die Associated Press die Mehrheitsfrage zunächst noch offenließ, meldeten andere US-Medien bereits eine demokratische Mehrheit auf Grundlage ihrer Wahlprognosen.
Die endgültige Sitzverteilung steht erst fest, wenn auch die verbliebenen Wahlkreise entschieden sind.
Warum haben die Republikaner Sitze verloren?
Die Midterms gelten traditionell als wichtiger Stimmungstest für den amtierenden US-Präsidenten. Sie finden alle vier Jahre zur Hälfte einer Präsidentschaft statt. 2026 standen damit auch die ersten beiden Jahre von Donald Trumps zweiter Amtszeit im Mittelpunkt.
Eine wichtige Rolle spielte die wirtschaftliche Lage. Laut Nachwahlbefragungen beschäftigten insbesondere hohe Lebenshaltungskosten viele Wähler. Auch die Politik der Trump-Regierung und der Krieg mit dem Iran beeinflussten den Wahlkampf.
Die Demokraten versuchten, die Unzufriedenheit mit der Regierung für sich zu nutzen. Sie versprachen unter anderem, die Regierung stärker zu kontrollieren und die finanzielle Belastung der Bürger zu verringern.
Allerdings lässt sich das Wahlergebnis nicht auf ein einzelnes Thema zurückführen. Neben nationalen Fragen spielten auch regionale politische Konflikte und die jeweiligen Kandidaten eine Rolle.
Was bedeutet das Wahlergebnis für Donald Trump?
Mit dem Verlust der Senatsmehrheit verändert sich die politische Situation für Donald Trump erheblich. Bislang konnten sich die Republikaner bei wichtigen Gesetzesvorhaben auf Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses stützen.
Künftig benötigt die Regierung im Senat die Zustimmung der Demokraten, um zahlreiche politische Vorhaben umzusetzen. Auch die Bestätigung von Regierungsmitgliedern und Bundesrichtern wird schwieriger, da der Senat dabei eine entscheidende Rolle spielt.
Sollten die Demokraten zusätzlich die Mehrheit im Repräsentantenhaus übernehmen, könnten sie die Regierung noch umfassender kontrollieren. Dazu gehören parlamentarische Untersuchungen und Anhörungen zu Entscheidungen der Trump-Regierung.
Trump bleibt unabhängig vom Wahlergebnis bis zum regulären Ende seiner Amtszeit Präsident. Die Midterms entscheiden nicht über das Präsidentenamt, sondern über die Zusammensetzung des Kongresses.

