Regierungsbildung in Berlin: „Haben damit gehadert“ – Leiter des „Spiegel“-Hauptstadtbüros spricht über Eralp-Veröffentlichung

Elif Eralp, Fraktionsvorsitzende Die Linke in Berlin (Archivbild)
Katrin Luxenburger/dpa- Spiegel veröffentlichte interne Hinweise von Elif Eralp zu Sicherheitsbedenken nach Interview.
- Chefredaktion bewertete öffentliches Interesse höher – Entscheidung fiel einhellig.
- Eralp fürchtet um ihre Familie, wenn sie sich zu einem bekannten Palästina-Aktivisten äußert.
- Hickmann: Eine Frau, die in der Hauptstadt regieren will, bestätigt aus Angst keinen Namen.
- Eralp verhandelt mit Grünen und SPD über Regierungsbildung; Presserat erhielt Beschwerden.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Der Leiter des „Spiegel“-Hauptstadtbüros, Christoph Hickmann, hat die Veröffentlichung von internen Hinweisen der Linken-Politikerin Elif Eralp zu Sorgen um ihre Sicherheit verteidigt. Es habe sich um eine einhellige Entscheidung in der Redaktion gehandelt, sagte Hickmann im Podcast des Springer-Journalisten Paul Ronzheimer.
Das öffentliche Interesse sei höher zu bewerten als die Sicherheitsbedenken von Eralp. „Das ist uns nicht leicht gefallen. Wir haben damit gehadert“, sagte Hickmann. Er habe dazu auch kritische Rückmeldungen bekommen.
Eralp sieht dem am Donnerstag veröffentlichen „Spiegel“-Bericht zufolge die Sicherheit ihrer Familie in Gefahr, wenn sie sich explizit zu einem bekannten Palästina-Aktivisten äußert. „Das heißt, dass eine Frau, die in der Hauptstadt regieren will, sich nicht traut, auf Nachfrage des „Spiegel“, einen Namen auch nur zu bestätigen“, sagte Hickmann. Man müsse das Verhalten Eralps so verstehen, dass sie sich von ihrer Angst leiten lasse.
Interne Anmerkungen sorgen für Diskussion
Die Befürchtungen Eralps gehen aus internen Anmerkungen zu dem Interview hervor. Das Dokument wurde demnach versehentlich samt der Kommentare von Eralps Büro an den „Spiegel“ geschickt.
Das Magazin hatte Eralp am Montag interviewt. Am nächsten Tag habe man die schriftliche Fassung des Interviews zur Autorisierung an Eralps Sprecher geschickt. Einen Tag später sei das Interview mit Kommentaren und Anmerkungen zurückgekommen. Die Freigabe von Wortlaut-Interviews gehört in Deutschland oftmals zur journalistischen Praxis.
Eralp versucht, mit Grünen und SPD in Berlin eine Landesregierung zu bilden. Konkret zu dem „Spiegel“-Bericht hatte sie sich mit Verweis auf private, interne Inhalte nicht äußern wollen. Sie wolle für die Sicherheit aller Berlinerinnen und Berliner sorgen, sagte sie am Donnerstag in einer Stellungnahme. Nach Angaben einer Sprecherin des Deutschen Presserats liegen Beschwerden zu der „Spiegel“-Berichterstattung vor.


Die Berliner Linken-Chefin fürchtet offenbar um das Wohl ihrer Familie, wenn sie ihre pro-palästinensischen Unterstützer beim Namen nennt und kritisiert.