Personalwechsel bei CDU: Entlassener Gesundheitsstaatssekretär kritisiert Merz

Der scheidende Gesundheitsstaatssekretär Tino Sorge reagiert auf seine Entlassung mit deutlicher Kritik an Friedrich Merz (Archivfoto).
Philip Dulian/dpa- Tino Sorge kritisiert seine Entlassung und verweist auf fehlendes persönliches Gespräch.
- Er hofft, Merz’ Entscheidung folge einer „übergeordneten Logik“ am Vorabend von Landtagswahlen.
- Christiane Schenderlein soll als Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium folgen.
- Sorge wünscht Carsten Linnemann und dem Team Erfolg – Schenderlein dankt Merz und freut sich.
- Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze nannte die Personalrochade „nicht unbedingt gut verlaufen“.
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Der scheidende Gesundheitsstaatssekretär Tino Sorge reagiert auf seine Entlassung mit deutlicher Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU). „Es ist kein Geheimnis, dass ich meine Arbeit an dieser zentralen Schaltstelle der Gesundheitspolitik gern fortgeführt hätte“, schreibt der Abgeordnete in einer Erklärung, die er in sozialen Netzwerken verbreitete. Als Teil der Personalrochade des Kanzlers und CDU-Chefs soll die Sport-Staatsministerin im Kanzleramt, Christiane Schenderlein, Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium werden und Sorge ablösen.
Sorge zweifelt an „übergeordneter Logik“
„Die Entscheidung des Bundeskanzlers nehme ich zur Kenntnis“, schreibt Sorge. „Dass er sie – anstelle eines persönlichen Gesprächs mit mir – zuerst in Parteigremien und vor der Presse verkündet hat, bleibt seine eigene Stilfrage.“ Weiter schreibt der aus Sachsen-Anhalt stammende Sorge: „Angesichts der Ereignisse der letzten Tage und am Vorabend mehrerer Landtagswahlen wird der Bundeskanzler diese Entscheidung mit Bedacht getroffen haben.“ Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU), der vor der Wahl in seinem Land im September um seinen Posten kämpft, hatte die Personalrochade im Deutschlandfunk als „nicht unbedingt gut verlaufen“ bezeichnet.
Sorge schreibt über Merz’ Entscheidung: „Zu hoffen bleibt, dass sie einer übergeordneten Logik folgt, die größer ist als die Summe einzelner Personalentscheidungen.“ Sorge zählt zentrale Aufgaben in seinem Ressort auf und wünscht „dem neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann und seinem Team alles erdenklich Gute und viel Erfolg“.

Die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt Christiane Schenderlein (CDU) äußerte sich, übte dabei aber keine Kritik an Merz (Archivfoto).
Kay Nietfeld/dpaSorge-Nachfolgerin mit Dank Merz
Auch Schenderlein äußerte sich, übte dabei aber keine Kritik an Merz. Sie freue sich auf die neue Aufgabe. Schenderlein bedankte sich bei Merz und zahlreichen anderen und erwähnte „hervorragende Anknüpfungspunkte“ des neuen zum alten Amt – etwa die Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden oder die Zuständigkeit des Gesundheitsministeriums für „die sportliche Bewegungsförderung“.