Neue Studie warnt: Steigen die Sozialabgaben bis 2035 auf fast 50 Prozent?

Der Posten Basisbezüge ist auf einer Lohnabrechnung zu sehen: Die Sozialabgaben kennen nur eine Richtung - aufwärts.
Jens Büttner/dpa- Neue IGES-Studie: Sozialabgaben könnten bis 2035 auf 48,8 Prozent steigen.
- Basisszenario nennt 42,8 Prozent für 2026 und 45,4 Prozent bis 2028.
- Gründe sind Demografie und Finanzierungslücken in Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
- Lohnnebenkosten steigen laut IGES trotz Reformen – Spanne 47,5 bis 49,3 Prozent für 2035.
- Geplante Rentenreform verzögert sich, Beschluss im Bundestag wohl erst „im Frühjahr“.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Deutschlands Steuerzahler müssen durchschnittlich mehr als die Hälfte ihres Einkommens durch Steuern und Beiträge an öffentliche Kassen abführen. Von einem Euro Einkommen bleiben nach Abzug aller Abgaben einer Berechnung des Steuerzahlerbundes zufolge im Schnitt 47 Cent. Single-Haushalte sind demnach mit rund 53,6 Prozent überdurchschnittlich belastet. Bei Mehrpersonen-Haushalten fällt die Belastung mit 52,3 Prozent im Vergleich etwas niedriger aus.
Insgesamt sei die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland im internationalen Vergleich zu hoch, moniert der Steuerzahlerbund. Europaweit sei diese bei Single-Haushalten hinter Belgien die zweithöchste, bei Mehrpersonen-Haushalten die dritthöchste.
Und die Belastungen könnten noch höher werden. Die geplanten Reformen der Bundesregierung sollen die Sozialkassen wieder ins Lot zurückführen. Doch eine neue Studie des IGES-Instituts im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zeigt, dass die Belastung trotzdem erheblich steigen könnte. Die „Bild“-Zeitung hat als erstes Medium darüber berichtet. Die Kernpunkte der Analyse im Überblick:
Was bis 205 passieren könnte
- Anstieg der Abgabenlast: Die Gesamtbelastung durch Sozialabgaben könnte von rund 42,8 Prozent im Jahr 2026 im Basisszenario bis 2028 auf 45,4 Prozent und bis 2035 auf 48,8 Prozent steigen.
- Finanzielle Folgen: Dies bedeutet spürbare Mehrbelastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, etwa rund 180 Euro monatlich bei einem Bruttolohn von 3000 Euro bis zum Jahr 2035, sowie zusätzliche Kosten für Gutverdiener durch geplante Anpassungen der Beitragsbemessungsgrenzen.
- Ursachen: Haupttreiber sind der demografische Wandel sowie bestehende Finanzierungslücken in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
Für 2026 setzt die Studie die Summe der Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bei 42,8 Prozent an. Im mittleren Basisszenario steigt die Belastung demnach bereits bis 2028 auf 45,4 Prozent und bis 2035 auf 48,8 Prozent.
Lohnnebenkosten rauf, Wirtschaft runter
Die IGES-Forscher gehen davon aus, dass auch wenn die geplanten Reformen kommen sollten, sie den Anstieg der Lohnnebenkosten nicht verhindern könnten. Für das Jahr 2035 hat das Institut eine Gesamtbelastung von 47,5 bis 49,3 Prozent. Je nach wirtschaftlicher Entwicklung seien sogar 46,6 bis 51,6 Prozent realistisch.
- Ein Kostentreiber sind demnach die Beitragssätze der Rentenversicherung, die von derzeit 18,6 Prozent auf 20,9 Prozent im Jahr 2035 steigen könnten.
- Bei den gesetzlichen Krankenkassen prognostizieren die Experten einen Zuwachs von derzeit 17,7 auf 18,8 Prozent.
- Nicht besser sieht es bei der Pflegeversicherung aus. Die Zahl der Pflegebedürftigen könnte der Untersuchung zufolge von 5,9 Millionen im Jahr 2025 auf 8,3 Millionen im Jahr 2035 ansteigen.
- Die Arbeitslosenversicherung würde von derzeit 2,6 auf 4,4 Prozent steigen.
INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben sieht in den Berechnungen laut „Bild“ ein „Alarmsignal“. Sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber 2035 zusammen fast die Hälfte des Bruttolohns an die Sozialversicherung abführen, werde Arbeit in Deutschland teurer und Beschäftigten bleibe netto weniger übrig, warnt er.


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