Nach Leihmutter-Debatte
: Die Rücktrittserklärung Jens Spahns im Wortlaut

Jens Spahn tritt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück. Auslöser ist die Debatte um seine Leihmutterschaft in den USA. Friedrich Merz nennt den Schritt „richtig und unvermeidlich“.
Von
red/wc
Berlin
Jetzt in der App anhören
FILES-GERMANY-POLITICS-FAMILY-PARTIES-CDU: (FILES) Parliamentary group leader of Germany's Christian Democratic Union (CDU) party Jens Spahn walks through the plenary hall during a session at the Bundestag, Germany's lower house of parliament, in Berlin on December 5, 2025. Jens Spahn, a prominent figure in German Chancellor Friedrich Merz's centre-right party resigned his leadership post on July 18, 2026, party sources told AFP, amid controversy over his use of a surrogate mother in the US despite a ban on the practice in Germany. "In recent days, I have come to realise that my personal happiness in starting a family with my husband and becoming a father is incompatible with my political office," Jens Spahn, the chairman of the CDU's faction in parliament, wrote in a letter to colleagues that was obtained by AFP. (Photo by John MACDOUGALL / AFP)

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn ist zurückgetreten. Mit einem Schreiben erklärte er seinen Rücktritt.

JOHN MACDOUGALL/afp
  • Jens Spahn trat als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück.
  • Auslöser war die Debatte über seine Elternschaft per Leihmutter in den USA.
  • Er begründete den Schritt mit dem Konflikt zwischen Amt und Familiengründung.
  • Friedrich Merz nannte den Rücktritt „richtig und unvermeidlich“ – Spahn dankte der Fraktion.
  • Spahn bat um menschlichen Ton in Debatten und betonte: Seine Familie ist ihm am wichtigsten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach einer Debatte um seine Elternschaft mittels Leihmutter in den USA, hat der bisherige Unionsfraktionschef Jens Spahn nun die Konsequenzen gezogen und ist zurückgetreten. Bundeskanzler Friedrich Merz reagiert auf den Rücktritt und nennt diesen „richtig und unvermeidlich“.

Rücktrittserklärung Spahns im Wortlaut

„Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete. Beiden danke ich für das in mich gesetzte Vertrauen.

Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt. Denn der Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion ist größer geworden, als ich es erwartet hatte.

Es war mir eine große Ehre, Vorsitzender unserer gemeinsamen Fraktion sein zu dürfen. Ich danke ganz besonders Alexander Hoffmann und dem gesamten Fraktionsvorstand für die immer vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit. Auch Matthias Miersch möchte ich ausdrücklich für die gute und enge Zusammenarbeit danken. Diese war ein Stabilitätsanker für die Koalition.

Die zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung hat mich sehr nachdenklich gemacht. Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben. Denn das zeichnet uns als christlich-demokratische Volksparteien der Mitte aus.

Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste.

Ich danke Euch allen für die gemeinsame Arbeit in den letzten 14 Monaten und wünsche Euch alles Gute! Euer Jens Spahn“

Spahn legte politische Zukunft in die Hand der Fraktion

Die Elternschaft von Spahn zog sehr weite Kreise, weil er und sein Mann die Hilfe einer Leihmutter in Anspruch nahmen. Kurz darauf erklärt er sich und legte die Entscheidung über seine politische Zukunft in die Hand seiner Fraktion.