Iran-Krieg: US-Militär startet neue Angriffswelle auf den Iran

Kampfflugzeuge vom Typ Lockheed Martin F-35B der US-Marines fliegen über die Roosevelt Roads Naval Station.
Kendall Torres Cortés/dpa- US-Militär meldet die zweite Angriffswelle gegen den Iran – Beginn um 15.00 US-Ostküstenzeit.
- Ziele sind iranische militärische Fähigkeiten, die Handelsschiffe in der Straße von Hormus bedrohen.
- Centcom begründet die Einsätze ähnlich wie bei Angriffen der vergangenen Tage.
- Trump droht erneut, auch zivile Infrastruktur zu attackieren, und lehnt ein Ultimatum ab.
- Er stellte weitere nächtliche Angriffe in Aussicht und verwies auf mögliche Zerstörung von Brücken.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die zweite Angriffswelle des Tages gegen den Iran gestartet. Diese habe um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 Uhr deutscher Zeit) begonnen, teilte das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mit. Die Angriffe richten sich demnach gegen militärische Fähigkeiten des Irans, die dafür genutzt worden seien, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Eine ähnliche Begründung hatte das US-Militär auch für Angriffe in den vergangenen Tagen gegeben.
Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Angriffe soll es demnach auch in Rask im äußersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahwas im Südwesten gegeben haben.
Trump will keine Frist festlegen
US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran jüngst einmal mehr mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginnen würde, sagte Trump nun: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“
Am Dienstag hatte Trump noch gesagt, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie (die Iraner) kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte zudem heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an.
Sirenen heulen in Bahrain
Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle auf Ziele im Iran waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee des Emirats Kuwait auf der Plattform X mit. In Bahrain wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Wie schon in den Nächten zuvor wurde auch diesmal nichts Näheres bekannt. Beide Länder sind im Krieg, aber immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.
In Kuwait fingen die Streitkräfte schon am Mittwoch nach eigenen Angaben vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren. Das US-Militär unterhält dort wie auch in Bahrain und anderen arabischen Staaten der Region Militärstützpunkte.
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „zutiefst besorgt“ von der anhaltenden militärischen Eskalation in der Region. Er rief alle Beteiligten auf, sofort zu deeskalieren und zu Dialog und Diplomatie zurückzukehren. Sollten die Kampfhandlungen wieder in vollem Umfang aufgenommen werden, drohten „katastrophale Konsequenzen“, warnte er. Zudem bekräftigte Guterres, der freie Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus müsse sichergestellt werden.
USA setzen Seeblockade durch und greifen Öltanker an
Neben den gegenseitigen Angriffen sorgt auch die US-Seeblockade gegen iranische Häfen für Spannungen, die US-Streitkräfte nach einer zwischenzeitlichen Pause seit Dienstag wieder durchsetzen. Innerhalb der ersten 24 Stunden leiteten sie nach eigenen Angaben zwei Handelsschiffe um, die versucht hätten, die Blockade zu durchbrechen.
Nachdem das US-Militär am Mittwoch gleich zwei Angriffswellen startete, soll auch ein Schiff, das gegen die Blockade iranischer Häfen verstoßen haben soll, attackiert worden sein. Laut Centcom griff das US-Militär einen unbeladenen Öltanker an, der demnach einen iranischen Hafen im Persischen Golf ansteuern wollte. Die Schiffsbesatzung habe verschiedene Warnungen ignoriert und versucht, die Seeblockade zu durchbrechen. Das Schiff sei in internationalen Gewässern in Richtung der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg unterwegs gewesen. Man habe den Schornstein des unter der Flagge Curaçaos fahrenden Schiffes mit Raketen beschossen und es manövrierunfähig gemacht, teilte das US-Militär mit.
Die USA hatten während des Iran-Kriegs erstmals ab Mitte April eine Seeblockade gegen Schiffe durchgesetzt, die iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuern oder von dort wegfahren. Diese wurde dann aber im Zuge des Rahmenabkommens mit Teheran Mitte Juni aufgehoben. Während dieser früheren Seeblockade hatte das US-Militär nach eigenen Angaben mehr als 140 Schiffe umgeleitet und neun Schiffe manövrierunfähig gemacht, deren Besatzungen nicht kooperieren wollten.
Luftabwehrsysteme in Teheran aktiviert
In Teheran sind am Donnerstagmorgen laut den Berichten iranischer Staatsmedien die Luftabwehrsysteme aktiviert worden. „Das Signal zur Aktivierung der Verteidigungssysteme war in mehreren Teilen Teherans zu hören“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Unter anderem sei das Alarmsignal „im Westen und Osten der iranischen Hauptstadt“ zu hören gewesen. Opfer seien zunächst nicht gemeldet worden, hieß es bei Irna weiter.
Die Nachrichtenagenturen Irna und Mehr berichteten ihrerseits von lauten Explosionen im Westen und Norden des Iran. Betroffen seien die Provinzen Lorestan und Semna.
Der Iran reagierte nach eigenen Angaben mit Drohnenangriffen auf US-Militäreinrichtungen in Jordanien. Dabei seien Radar- und Kommunikationssysteme sowie Treibstofflager auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak ins Visier genommen worden.
Auch in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil waren am Mittwochabend mehrere Explosionen zu hören, sie ereigneten sich in der Nähe des US-Konsulats. Wie AFP-Journalisten berichteten, waren zunächst mehrere Drohnen über Erbil sichtbar gewesen, ehe sie von der Luftabwehr abgeschossen wurden.
Diese Meldung wurde nach neuesten Informationen von dpa und afp ergänzt.