Die Lage im Überblick: USA setzen Angriffe im Iran fort - Teheran attackiert Tanker

Kampfflugzeuge vom Typ Lockheed Martin F-35B der US-Marines fliegen über die Roosevelt Roads Naval Station. Die Verlegung von US-Kampfflugzeugen in das Außengebiet steht im Zusammenhang mit den zunehmenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela.
Kendall Torres Cortés/dpa- USA setzen Luftangriffe im Iran fort – Explosionen an mehreren Orten werden gemeldet.
- Iran beschießt zwei Emirate-Tanker mit Marschflugkörpern; ein Inder stirbt, acht werden verletzt.
- Trump kündigt Seeblockade ab Dienstag 22.00 Uhr deutscher Zeit an und fordert 20 % Entschädigung.
- Hinweise auf mögliches Ziel „Pickaxe Mountain“; Rede an die Nation für Freitagfrüh angekündigt.
- Region bangt vor Kriegsneubeginn, Raketen Richtung Jordanien abgefangen, Sirenen in Bahrain.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Während das US-Militär im eskalierenden Konflikt um die Straße von Hormus weiter Ziele im Iran bombardiert, hat der Iran in der Meerenge zwei Tanker mit Marschflugkörpern attackiert. Bei der Attacke auf die Schiffe der mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate wurde nach Angaben des dortigen Verteidigungsministeriums ein indisches Besatzungsmitglied getötet, zudem habe es acht Verletzte gegeben. Derweil meldeten iranische Medien in der Nacht mehrfache Explosionen an der Südküste der Islamischen Republik.
Trump kündigt neue Seeblockade gegen iranische Häfen an
US-Präsident Donald Trump hatte für Montagabend und Dienstag weitere harte Angriffe auf den Iran sowie eine Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Nach Militärangaben gilt die Blockade ab Dienstag 22.00 Uhr deutscher Zeit. Die Ölpreise schossen daraufhin wieder nach oben.
In einem Radiointerview deutete Trump zudem an, dass die USA eine tief unter der Erde im Zentrum des Irans gelegene Einrichtung angreifen könnten, die auch als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. Über ihren Zweck wird vor allem wegen der Nähe zur Atomanlage Natans schon länger spekuliert. Eine These lautet, dass der Iran dort eine geheime Anlage zur Anreicherung von Uran errichten wolle, das für den Bau von Atomwaffen verwendet werden könnte.
Pickaxe sei „ein mögliches Ziel“ für einen „großen, fetten“ Angriff, sagte Trump. Wahrscheinlich werde es „relativ bald“ passieren.
Explosionen im Iran
Das US-Militär erklärte die dritte nächtliche Angriffswelle hintereinander am Morgen schließlich für beendet. Iranische Medien hatten zuvor von mehreren Explosionen auf der Insel Kisch am Persischen Golf, aus dem Bereich der Hafenstadt Buschehr, der Insel Qeschm in der Straße von Hormus sowie der Großstadt Bandar Abbas berichtet.
Im Gegenzug griff der Iran die Tanker der Emirate an. Sie fuhren nach Angaben der Emirate auf der südlichen Route innerhalb der omanischen Hoheitsgewässer.
Irans mächtige Revolutionsgarden erklärten laut heimischen Medien, das US-Militär habe versucht, mehrere Schiffe auf eine „illegale Route“ zu lenken. Die beiden Tanker hätten ihre Navigationssysteme abgeschaltet und wiederholte Warnungen der Sicherheitskontrollstelle für die Straße von Hormus ignoriert. Daraufhin seien sie beschossen und manövrierunfähig gemacht worden.
Das US-Militär hatte selbst nach eigenen Angaben vor gut einem Monat einen Tanker im Golf von Oman angegriffen. Das Schiff sollte iranisches Öl transportieren, hieß es damals. Bei dem Angriff wurden nach Angaben der Regierung in Neu-Delhi drei indische Besatzungsmitglieder getötet.
Derweil meldete das jordanische Staatsfernsehen unter Berufung auf die Streitkräfte, dass vier aus dem Iran abgefeuerte Raketen abgefangen worden seien. Auch im ebenfalls mit den USA verbündeten Golfstaat Bahrain heulten wieder die Alarmsirenen. Das Innenministerium rief die Einwohner über X auf, ruhig zu bleiben und Schutz zu suchen. Details gab es zunächst nicht. Bahrain wie auch Kuwait standen zuletzt im Zentrum iranischer Vergeltungsangriffe und hatten erst in der Nacht zuvor feindlichen Raketenbeschuss gemeldet.
Trump fordert „Entschädigung“ für US-Geleit
Das US-Militär begründete die erneuten Angriffe gegen den Iran damit, weitere Attacken auf unschuldige Zivilisten und die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus verhindern zu wollen. Die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge verbindet den Golf von Oman mit dem Persischen Golf. Trump kündigte an, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt der Straße von Hormus aus „Fairnessgründen“ Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchen würden. Dies solle die Kosten kompensieren, die für die Gewährleistung einer sicheren Passage entstünden.
Ende Juni hatte sein Außenminister Marco Rubio noch betont, kein Land habe das Recht, für die Nutzung internationaler Gewässer Geld zu verlangen, da diese keinem Staat gehörten. Eine solche Forderung werde auch nie Bestandteil eines akzeptablen Abkommens sein.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi verhöhnte Trump und schrieb auf X, der US-Präsident habe „absolut recht“ – nur um dann hinzuzufügen: „Wer für die sichere Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus sorgt, sollte für diese Dienstleistung entschädigt werden. Iran war schon immer der WÄCHTER dieser Meerenge und wird es auch für IMMER bleiben“, schrieb Araghtschi. Dann schob er hinterher, 20 Prozent seien „natürlich zu viel. Wir werden fair sein.“
Sorge vor Neubeginn des Krieges
Die jüngsten US-Angriffe und iranischen Gegenschläge schüren in der Region die Sorge vor einem Wiederaufflammen des Krieges – zumal Trump die Waffenruhe mit Teheran vor wenigen Tagen für beendet erklärt hatte. Das „Wall Street Journal“ zitierte US-Beamte, wonach die Angriffe sowohl dazu dienen, Teheran für Attacken auf Schiffe in der Meerenge zu bestrafen, als auch die Führung des Landes zur Rückkehr an den Verhandlungstisch zu bewegen. Dass Trump einen umfassenden Krieg anstrebt, werde eher nicht erwartet, hieß es.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme. (zu dpa: «USA setzen Angriffe im Iran fort - Teheran attackiert Tanker»)
-/The Visible Earth/NASA/dpaTrump will sich Freitagfrüh um 3.00 Uhr deutscher Zeit mit einer Rede an die Nation wenden, wie er auf Truth Social ankündigte. Solch eine Rede hält ein Präsident, wenn er wichtige Ankündigungen machen will oder ein bedeutender Moment für die Amerikaner eingetreten ist. Ein Thema nannte Trump nicht. Damit ist unklar, ob er sich zum Iran-Krieg äußern wird.
Der US-Präsident hatte das Parlament Medienberichten zufolge vor Tagen über die Wiederaufnahme der US-Angriffe auf den Iran informiert – mit rechtlichen Implikationen. Mehrere Medien beriefen sich auf einen Brief, wonach er den Start der US-Angriffe auf den 7. Juli datierte. Damit habe Trump aus seiner Sicht die Grundlage geschaffen, um erneut 60 Tage lang ohne Zustimmung des gesetzgebenden Kongresses Krieg gegen den Iran führen zu können.