Demonstrationen
: Jugendproteste im Südwesten mit Problemen in Stuttgart

Im Vorfeld der „Gen-Z“-Proteste war die Aufregung groß. Mehrere Ladenbesitzer verbarrikadierten ihre Schaufenster. Nun zieht die Polizei eine erste Bilanz.
Von
dpa
Stuttgart/Freiburg

Der Demonstrationszug zieht mit Bannern mit der Aufschrift "Gen Z regelt das!" und "Gen Z Regelt Zeit für Widerstand" durch die Innenstadt von Freiburg.

Philipp von Ditfurth/dpa
  • Tausende Jugendliche protestierten im Südwesten, meist friedlich, Probleme gab es in Stuttgart.
  • In Stuttgart wich der Zug von der Route ab, es gab Vermummungen und Pyrotechnik – Polizei stoppte.
  • Polizei meldete über 3.000 Teilnehmende, Veranstalter rund 12.000; vereinzelte Graffiti und brennende Mülleimer.
  • Freiburg, Mannheim, Ulm und Lörrach: weitgehend störungsfrei, in Freiburg etwa 3.500 Menschen.
  • Forderungen: bezahlbares Leben, Geld für Bildung und Gesundheit, mehr Klimaschutz, Nein zur Wehrpflicht.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

  • Grossdemo: Stuttgart  Grossdemo sorgt  fuer Polizei  Grosseinsatz. Der Demozug  ging  vom Schlossplatz, Rotebuehlplatz, Tuebingerstrasse.  Foto Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart  31.10.2026

    Demozug in Stuttgart

    Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg
  • Grossdemo: Stuttgart  Grossdemo sorgt  fuer Polizei  Grosseinsatz. Der Demozug  ging  vom Schlossplatz, Rotebuehlplatz, Tuebingerstrasse.  Foto Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart  31.10.2026

    Die Polizei begleitete die Demo mit Großaufgebot

    Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg
  • Demozug in Stuttgart biegt falsch ab

    Demozug in Stuttgart biegt falsch ab

    Andreas Rosar
  • Polizei stoppt den Demozug

    Polizei stoppt den Demozug

    Bettina Hartmann
  • Demonstrationen „Gen Z regelt“ - Stuttgart: 31.10.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Teilnehmerinnen und Teilnehmer demonstrieren unter dem Motto "Gen Z regelt". Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte für den 31. Oktober zu Protesten in rund 30 Städten aufgerufen. Sie setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen eine Wehrpflicht ein. Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Aufstellung vor dem Aufzug

    Bernd Weißbrod/dpa
  • Demonstrationen „Gen Z regelt“ - Stuttgart: 31.10.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Teilnehmerinnen und Teilnehmer demonstrieren unter dem Motto "Gen Z regelt". Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte für den 31. Oktober zu Protesten in rund 30 Städten aufgerufen. Sie setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen eine Wehrpflicht ein. Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Unter den Demonstranten sind auch Vermummte

    Bernd Weißbrod/dpa
  • Ankunft am Marienplatz

    Ankunft am Marienplatz

    Bettina Hartmann
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Überschattet von teils gravierenden Störungen in Stuttgart haben Tausende junge Menschen in Baden-Württemberg weitgehend friedlich protestiert. Weil Demonstranten in der Landeshauptstadt unter anderem von der offiziellen Route abwichen, sich vermummten und Pyrotechnik zündeten, stoppte die Polizei den Aufzug nach eigenen Angaben mehrmals. „Die Versammlungsleitung hat eine Kooperation verweigert“, teilte das Stuttgarter Präsidium unter anderem über seinen WhatsApp-Kanal mit.

Pyrotechnik und Graffiti in Stuttgart

Mehr als 3.000 Menschen waren nach Polizeiangaben in der Landeshauptstadt unterwegs, die Veranstalter sprachen von rund 12.000 Teilnehmern. Noch vor Beginn des Aufzugs seien Rauchtöpfe gezündet worden, Böller seien zu hören gewesen, teilte die Polizei mit. Während der Demo sollen einzelne Teilnehmer sich immer wieder in unterschiedliche Richtungen entfernt haben. 

Auch soll nach Angaben der Polizei Pyrotechnik gegen Einsatzkräfte eingesetzt worden sein. „Das wird nicht geduldet und die Verantwortlichen erwarten Konsequenzen“, hieß es dazu. Vereinzelt habe es Sachbeschädigungen wie Graffiti und brennende Mülleimer gegeben. Tage zuvor war die Demonstration wegen Sorge der Einzelhändler aus der engeren Innenstadt verlegt worden.

Friedliche Demonstrationen in weiteren Städten

In anderen Städten sind die Demonstrationen deutlich friedlicher verlaufen. Die Polizei in Freiburg zählte etwa 3.500 Teilnehmer. Es habe keine nennenswerten Störungen gegeben. Auch in Mannheim zogen die Beamten eine positive Bilanz. Dort waren Schätzungen zufolge rund 2.000 Menschen auf der Straße. Weitere Demonstrationen gab es in Ulm mit rund 800 Teilnehmern laut Polizei und Lörrach. In Karlsruhe startete die Demo erst gegen 16.00 Uhr.

Aufgerufen zu den bundesweiten Protesten hatte die Initiative „Gen Z regelt“. Gen Z ist dabei eine Abkürzung für Generation Z. Die umfasst je nach Definition junge Erwachsene, die zwischen Ende der 1990er und den frühen 2010er Jahren geboren wurden.

Nicht nur junge Menschen auf der Straße

Dem Aufruf zufolge sollten sich die Proteste unter anderem für ein bezahlbares Leben und Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie statt Kürzungen stark machen. Lasten sollten gerecht verteilt werden, statt bei der jungen Generation zu sparen. Zu den Forderungen zählen darüber hinaus konsequenterer Klimaschutz und ein Nein zu einer Wehrpflicht.

Auf den Demonstrationen wurden dann immer wieder auch Parolen pro Palästina und für internationale Solidarität gerufen. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer richteten ihre Kritik pauschal gegen Staat und Polizei.

Auf Bildern und Videos ist zu sehen, wie auch ältere Menschen an den Versammlungen teilnehmen. Die Initiative hatte zuvor auch auf ihrer Webseite ermutigt, dass Menschen unabhängig von ihrem Alter teilnehmen sollen. „Unsere Zukunft geht alle etwas an“, heißt es dort.

Die Demonstrationen von "Gen Z regelt" blieben weitgehend friedlich.

Bernd Weißbrod/dpa

Sorge vor Ausschreitungen und Krawallen

Nach den ausufernden Protesten im benachbarten Frankreich hatten Ladenbesitzer und Politiker die Sorge, dass es auch hierzulande zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. Am Freitag hatten einige Geschäfte ihre Schaufenster mit Holzplatten verbarrikadiert. 

Innenminister Manuel Hagel (CDU) warnte, die Proteste könnten von Extremisten unterwandert werden. Er kündigte an, die Polizei werde bei Ausschreitungen eingreifen - und friedlichen Protest schützen.

Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte zu friedlichen Protesten aufgerufen und sich von Gewalt distanziert. Auch der Landesschüler- und der Landesjugendbeirat Baden-Württemberg sprachen sich für friedliche Proteste aus.