Anschlag in Barcelona
: Tod und Entsetzen auf den Ramblas

Der beliebte Prachtboulevard im Herzen Barcelonas war voller Menschen, als der Terror zuschlug. Dass Spanien ein Anschlagsziel werden könnte, war den Sicherheitsbehörden seit Langem klar.
Von
Martin Dahms, Madrid
Stuttgart
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  • Helfer versorgen Verletzte in der Allee Las Ramblas.

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  • Mehrere Rettungsliegen stehen vor einem Geschäft auf der Promenade Ramblas in Barcelona.

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  • Auf der Straße bietet sich ein Bild der Zerstörung.

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  • Mehrere Polizeiwagen stehen auf der Flaniermeile Ramblas in Barcelona.

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  • Polizei- und Rettungskräfte stehen in einem abgesperrten Areal auf der Promenade in Barcelona.

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  • Nach dem Anschlag hat die spanische Polizei schwerbewaffnete Kräfte im Einsatz.

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  • Bewaffnete Polizisten sichern das Areal nach dem Anschlag.

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  • Spanische Rettungskräfte versorgen verletzte Menschen.

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  • Spanische Rettungskräfte versorgen verletzte Menschen.

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  • Ein bewaffneter Polizist nach dem Anschlag auf der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona.

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  • Die Lage auf der vielbesuchten Promenade ist unübersichtlich.

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  • Ein spanischer Polizist im Einsatz.

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  • Teile der Promenade sind abgesperrt.

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  • Polizisten regeln den Verkehr und bringen Passanten in Sicherheit.

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  • Polizisten regeln den Verkehr und bringen Passanten in Sicherheit.

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  • Polizisten regeln den Verkehr und bringen Passanten in Sicherheit.

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  • Polizisten regeln den Verkehr und bringen Passanten in Sicherheit.

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  • Polizisten regeln den Verkehr und bringen Passanten in Sicherheit.

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  • Polizisten regeln den Verkehr und bringen Passanten in Sicherheit.

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  • Polizisten regeln den Verkehr und bringen Passanten in Sicherheit.

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  • Die Menschen reagieren geschockt und fassungslos.

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  • Die Menschen reagieren geschockt und fassungslos.

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  • Die Menschen reagieren geschockt und fassungslos.

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  • Die Menschen reagieren geschockt und fassungslos.

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  • Die Menschen reagieren geschockt und fassungslos.

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  • Rettungskräfte sind in der Altstadt von Barcelona nach dem Anschlag in Bereitschaft.

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  • Passanten werden von Polizeikräften kontrolliert.

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  • Mit erhobenen Händen passieren zahlreiche Menschen Polizeisperren in Barcelona.

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  • In einer Hauptstraße von Barcelona kommen die Menschen nur noch zu Fuß voran.

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  • Vielerorts sitzen geschockte Passanten auf den Bürgersteigen.

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  • Menschen haben auch in Bars Schutz gefunden und informieren sich über ihre Smartphones über die neuesten Entwicklungen.

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  • Ein Polizist in zivil und schusssicherer Weste bringt Jugendliche aus dem abgesperrten Innenstadtbereich in Sicherheit.

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Madrid - Es sind erschütternde Bilder. Bilder, von denen die Polizei ein ums andere Mal bittet, sie nicht zu veröffentlichen, aber die sozialen Netzwerke sind schnell und unerbittlich. Dutzende Verletzte auf dem Pflaster der Ramblas in Barcelona, sie liegen still da in ihrer Sommerkleidung, einige blutend, über viele Meter verstreut. Dazwischen rennen Menschen umher, kopflos, panisch, nicht wissend, ob sie helfen oder ob sie flüchten sollen. „Wir waren wie Lämmer“, sagt später Alejandra López, eine Zeugin, im Telefongespräch mit einem Fernsehsender. Lämmer, die den Wolf erblickt haben, den Wolf des Terrorismus.

Am Donnerstagnachmittag nach 17 Uhr war ein Lieferwagen mit hoher Geschwindigkeit von der Plaza de Catalunya kommend in die Allee Las Ramblas gefahren, die wie immer voll war mit Einheimischen und mit noch mehr Touristen, die über den Boulevard am Rande der Altstadt flanierten, die Schönheit Barcelonas genießend. Gut 500 Meter bretterte der Wagen die Straße hinunter, in leichten Schlangenlinien, es sollte so viele Opfer geben wie möglich, so sieht es aus. Links und rechts hinterlässt er Tote und Verletzte.

13 Tote und mehr als 100 Verletzte

Wie viele Opfer es gab, wie viele Tote, wie viele Verletzte, darüber gibt es zunächst ständig wechselnde Informationen. Am Abend schließlich erklärt der katalanische Innenminister Joaquim Forn, dass es 13 Tote und mehr als 100 Verletzte gebe, dies seien aber nur vorläufige Zahlen. Noch später meldet das ZDF unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass sich unter den Toten drei Deutsche befinden. Das Auswärtige Amt will diese Nachricht zunächst nicht bestätigen.

Noch ist auch keine Zeit, die Toten zu beweinen, die Verletzten zu trösten, den Schock zu verarbeiten. Denn der Fahrer des Lieferwagens ist weiter auf der Flucht, wie der katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero am späten Abend bekannt gibt. Zwei Männer wurden indes festgenommen: Einer von ihnen soll den Lieferwagen in einem Nachbarort Barcelonas gemietet habe. Es soll ein 28-Jähriger Marokkaner mit festem Wohnort in Spanien sein. Beim zweiten Verdächtigen soll es sich um einen Einwohner der spanischen Exklave Melilla handeln.

Ein bei einer Polizeikontrolle erschossener Verdächtiger habe nach bisherigen Erkenntnissen dagegen keine Verbindungen zu der Tat gehabt. Kurz darauf wird aber aus dem Verdacht, den alle schon hegten, Gewissheit: Die IS-Terrormiliz reklamiert laut ihrem Sprachrohr Amak den Terroranschlag für sich.

Dass Spanien ein Anschlagsziel werden könnte, war den Sicherheitsbehörden seit Langem klar. Am 11. März 2004 hatte das Land das folgenschwerste islamistische Attentat auf europäischem Boden erlitten: 191 Menschen starben in Madrid, als am Morgen vier Vorortzüge von Terroristen in die Luft gesprengt wurden. Auf den Anschlag war Spanien nicht vorbereitet gewesen, die Polizei war damals noch hinter baskischen ETA-Terroristen her. Doch seit jenem 11. März sind die Spezialeinheiten gegen den islamistischen Terror immer weiter aufgestockt worden, kein anderes europäisches Land hat in den vergangenen Jahren so viele Terrorverdächtige festgenommen wie Spanien.

Am Abend ist die Lage in Barcelona noch immer konfus

13 Jahre ohne islamistische Attentate. Und nun Barcelona. Das wussten die Ermittler: Nach der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta ist die katalanische Hauptstadt der spanische Ort mit den meisten radikalisierten Moslems.

Am Abend ist die Lage in Barcelona noch immer konfus. Die katalanische Polizei bringt das Attentat nun mit einer Gasexplosion in der Nacht zuvor in einem Wohnhaus in der Kleinstadt Alcanar, 200 Kilometer südwestlich von Barcelona, in Verbindung, bei dem ein Mensch ums Leben kam und sieben weitere verletzt wurden. Atemlos verfolgen die Spanier die sich überschlagenden Nachrichten. Das Königshaus schreibt: „Das sind Mörder, einfach Kriminelle, die uns nicht terrorisieren werden. Ganz Spanien ist Barcelona. Die Ramblas werden wieder allen gehören.“ Aber nicht an diesem Donnerstagabend. Heute gehört Barcelona der Angst und dem Entsetzen.

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