Anschlag auf Kraftwerk geplant
: Selbstgebastelte Flugkörper am Umspannwerk in Jänschwalde gefunden

An einem Umspannwerk in Brandenburg wurden Spreng- und Brandvorrichtungen entdeckt. Was bisher bekannt ist. Und welche Fragen offen sind.
Von
Markus Brauer
Turnow-Preilack
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An einem Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg unweit des Kraftwerks Jänschwalde sind nach dpa-Informationen Sprengvorrichtungen gefunden worden. Das Landeskriminalamt Brandenburg hat die Ermittlungen übernommen. Vieles ist noch unklar.

An einem Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg unweit des Kraftwerks Jänschwalde sind nach dpa-Informationen Sprengvorrichtungen gefunden worden. Das Landeskriminalamt Brandenburg hat die Ermittlungen übernommen. Vieles ist noch unklar.

Imago/Andreas Franke
  • Am Umspannwerk Turnow-Preilack nahe Jänschwalde wurden Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden.
  • Ermittler prüfen einen Anschlag, das LKA Brandenburg ermittelt – vieles ist noch unklar.
  • 50Hertz meldet selbstgebaute Flugkörper ähnlich Silvesterraketen, einige wurden nicht gestartet.
  • Stromversorgung blieb laut 50Hertz stabil, es gab eine kurzzeitige Leitungsunterbrechung.
  • Leag meldete einen technischen Ausfall von Block B, ein Zusammenhang wird geprüft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Umspannwerk in Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde waren Sprengvorrichtungen gefunden worden. Nach Angaben der Polizei wurde mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt.

Ermittler gehen von einem mutmaßlichen Anschlag aus

Der Kraftwerksbetreiber Leag geht von einem Anschlag aus. Danach kam es zu einem technischen Ausfall, ein Zusammenhang wird geprüft. Das Landeskriminalamt Brandenburg hat die Ermittlungen übernommen. Vieles ist noch unklar.

Blick auf die Kraftwerksblöcke im Kraftwerk Jänschwalde. Das Kraftwerk Jänschwalde wurde in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet.

Blick auf die Kraftwerksblöcke im Kraftwerk Jänschwalde. Das Kraftwerk Jänschwalde wurde in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet.

Frank Hammerschmidt/dpa

Bei den Sprengvorrichtungen am Umspannwerk in Südbrandenburg handelt es sich nach Angaben des Netzbetreibers um eine Art Silvesterraketen. „Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln“, hat der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mitgteilt. „Vor Ort wurden weitere noch nicht gestartete Flugkörper gefunden.“ Entschärfer sind nach Angaben der Polizei noch immer am Umspannwerk.

Stromversorgung ist nicht gefährdet

Die Zahl der gefundenen Sprengvorrichtungen ist noch unklar. Auf die Frage, ob es sich um einen mutmaßlichen Anschlag handelt, erklärt eine Polizeisprecherin: „Das müssen die Ermittlungen zeigen.“ Im Umspannwerk in Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde wird der Strom aus dem Kraftwerk ins Netz eingespeist. Die allgemeine Stromversorgung war nach Angaben des Netzbetreibers zu keiner Zeit beeinträchtigt.

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Die Landesregierung will sich vor Ort über den Stand der Ermittlungen informieren. Innenminister Jan Redmann (CDU) und Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) wollten sich ein Bild der Lage machen, teilte das Innenministerium mit.

„Angriff auf Sicherheit und Lebensgrundlagen“

Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach (SPD) spricht ebenfalls von einem Anschlag. „Der Anschlag auf die Infrastruktur in Jänschwalde ist ein Angriff auf die Sicherheit und die Lebensgrundlagen der Menschen in Brandenburg und darüber hinaus“, erklärt er. „Wer kritische Infrastruktur beschädigt, gefährdet Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit, das Vertrauen und letztlich die Gesundheit und Leben der Menschen.“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke verurteilt den „Anschlagsversuch“. „Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen.“ Die Einsatzkräfte vor Ort sowie die Beschäftigten von Umspannwerk und Kraftwerk hätten durch „ihr rasches und besonnenes Handeln Schlimmeres verhindert“. Bei dem Vorfall am Umspannwerk seien keine Menschen zu Schaden gekommen.

Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde e und Stromleitungsmasten sind bei Sonnenaufgang bei Tauer in der Nähe von Peitz in der Lausitz zu sehen.

Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde e und Stromleitungsmasten sind bei Sonnenaufgang bei Tauer in der Nähe von Peitz in der Lausitz zu sehen.

Imago/Andreas Franke

Was wir bisher wissen

Es handelt sich laut Polizei um den Fund sogenannter unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen. Am Morgen gegen 8 Uhr wurde demnach eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt. Entschärfer sind vor Ort und Spuren werden gesichert.

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz spricht von einer „kurzzeitigen Leitungsunterbrechung“. Die allgemeine Stromversorgung sei derzeit nicht beeinträchtigt. Nach Angaben des Energieunternehmens Leag kam es zu einem technischen Ausfall von Block B im Kraftwerk Jänschwalde. Ein Zusammenhang werde geprüft. Es gibt laut Polizei keine Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Kraftwerks auf.

Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Kraftwerks auf.

Imago/Andreas Franke

Was wir nicht noch wissen

Wer die Spreng- und Brandvorrichtungen am Umspannwerk Turnow-Preilack angebracht hat und welches Motiv die Täter hatten, ist bislang nicht bekannt.

Unklar ist auch, es ein Anschlag war. Offizielle Angaben dazu fehlen.

Ob es Detonationen gab und ob die Sprengvorrichtungen entschärft wurden, ist noch nicht bekannt. Es wird geprüft, ob das Kraftwerk getroffen werden sollte.

Ebenso unklar ist, ob es Zusammenhänge zu Anschlägen auf die Stromversorgung im Südwesten Berlins und an der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin gibt. (mit AFP-/dpa-Agenturmaterial)