Sicherheitsoffensive der Bahn
: Alkoholverbot an allen 5400 Bahnhöfen in Deutschland geplant

„Genug ist genug“, sagt Bahnchefin Palla. Bis zum Herbst soll es auf allen Bahnhöfen verboten sein, Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken. Die Bahn hofft auf mehr Ordnung und Sicherheit.
Von
dpa/karl
Berlin
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Gibt es Streit, ist oft Alkohol im Spiel. (Archivbild)

picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa
  • Deutsche Bahn plant ein Alkoholverbot an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland.
  • Verbot gilt außerhalb der Gastronomie auf Bahnsteigen und in Hallen – Bier, Wein, Schnaps.
  • Umsetzung soll bis zum 15. Oktober 2026 flächendeckend abgeschlossen sein.
  • Kontrollen durch DB-Sicherheit und Bundespolizei, mit Platzverweis und Hausverbot bei Verstößen.
  • Bahnchefin Palla: Ziel sind mehr Ordnung und Sicherheit; Hamburg meldete weniger Konflikte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Deutsche Bahn plant ein Alkoholverbot an allen 5400 Bahnhöfen in Deutschland. Wie „Bild“ berichtet, soll es künftig bundesweit untersagt sein, auf Bahnsteigen oder in Bahnhofshallen außerhalb der Bahnhofsgastronomie Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken. Die flächendeckende Umsetzung soll bis zum 15. Oktober 2026 abgeschlossen sein. Die Bahn bestätigte die Pläne auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Bahnchefin Evelyn Palla sagte zu „Bild“: „Es reicht. Genug ist genug. Wir greifen jetzt noch härter durch. Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen. Für mich zählt nur eins: der Schutz unserer Kollegen und unserer Reisenden.“

Immer mehr Gewalt gegen Bahnmitarbeitende durch Betrunkene

Am Freitagabend kam es auf der Bahnstrecke von Offenburg nach Karlsruhe erneut zu einem Vorfall, bei dem ein DB-Mitarbeiter schwer verletzt wurde. Hintergrund war offenbar die Fahrkartenkontrolle eines alkoholisierten Mannes. Die genauen Umstände sind allerdings noch unklar.

«Genug ist genug», sagt Bahnchefin Evelyn Palla. (Archivbild)

Bernd von Jutrczenka/dpa

Bislang gilt ein solches Konsumverbot vor allem an großen deutschen Bahnhöfen wie Frankfurt, Hamburg oder Köln. Nun weitet der Staatskonzern die Regelung laut „Bild“ über sein Hausrecht bundesweit aus. Die lokalen Hausordnungen sollten dazu in den kommenden Wochen in Abstimmung mit Kommunen und Behörden angepasst werden, heißt es in dem Bericht.

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Bahn hofft auf weniger Konflikte unter Alkoholeinfluss

Die Einhaltung des Verbots werde von den DB-Sicherheitskräften und der Bundespolizei überwacht. Wer beim illegalen Alkoholkonsum erwischt werde, müsse mit einem sofortigen Platzverweis rechnen. Bei wiederholten Verstößen drohe ein dauerhaftes Hausverbot, so die „Bild“.

Angesichts der Gewaltexzesse halte er ein Alkoholverbot für „gerechtfertigt“, sagte Alexander Poitz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), den Sendern RTL und ntv. Doch zum einen müsste das Verbot auch in den Zügen gelten. Zum anderen sei es ohne zusätzliches Personal schwer durchzusetzen: „Ich glaube, konsequent zu kontrollieren und eine hundertprozentige Entfernung des Alkohols von Bahnhöfen und Zügen wird nicht möglich sein.“

Ein generelles Alkoholverbot in allen DB-Zügen gibt es bisher nicht. Dafür ist Rauchen in Zügen grundsätzlich untersagt. Auf Bahnhöfen wiederum ist Rauchen nur in gekennzeichneten Raucherbereichen erlaubt.

Die Deutsche Bahn verspricht sich von einem Alkoholverbot mehr Sicherheit und weniger Streitigkeiten unter Alkoholeinfluss. Entsprechende Erfahrungen hat sie unter anderem am Hauptbahnhof Hamburg gemacht. Nachdem der Konsum von Alkohol dort im April 2024 verboten worden war, ging die Zahl der Konflikte und Auseinandersetzungen spürbar zurück. Das Sicherheitsgefühl für Reisende habe sich verbessert, zudem sei der Reinigungsaufwand zurückgegangen, hieß es damals in einer ersten Bilanz.