: Vor 80 Jahren – Mafiaboss Al Capone aus der Haft entlassen
Al Capone gehört zu den berüchtigsten Verbrechern der USA. Der Mafia-Boss kontrollierte in den 1920er und 1930er Jahren die Unterwelt Chicagos. Nun jährt sich zum 80. Mal seine vorzeitige Haftentlassung. Aus diesem Anlass stellen wir einige der gefährlichsten Gangsterbosse der Kriminalgeschichte vor.
Al Capone, genannt „Scarface“, war in der 1920er und 1930er Jahren der führende Mafia-Boss der Chicagoer Unterwelt.
UPI/dpa
Al Capone: Von 1926 bis 1931 kontrollierte Al Cpaone (hier auf einem Polizeifoto vom 17. Juni 1931) als Boss des „Chicago Outfit“, einem italo-amerikanisches Mafia-Syndikat der amerikanischen Cosa Nostra, die Chicagoer Unterwelt.
Wikipedia commons/United States Bureau of Prisons
Salvatore „Totò“ Riina: Der Mafia-Boss (hier auf einem Foto vom 4. März 1993) war einer der berüchtigtsten Cosa-Nostra-Bosse Siziliens. Er wurde für mehr als 150 Auftragsmorde verantwortlich gemacht und 1993 zu 26 Mal lebenslanger Haft verurteilt.
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Als „Boss der Bosse“ war Riina (auf dem Foto vom 16. Januar 1996 zu einer Gerichtsverhandlung in Bologna gebracht) laut Ermittlungsbehörden Drahtzieher einer über mehrere Jahre umgesetzten Strategie, italienische Staatsanwälte, Polizisten und andere Gegner der Cosa Nostra zu ermorden. Er starb am 17. November 2017 in der Krankenabteilung des Hochsicherheitsgefängnisses in Parma.
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Joaquín Guzmán Loera: Der „El Chapo“ genannte Schwerverbrecher wurde 1954 im mexikanischen La Tuna geboren. Als Chef des Sinaloa-Kartells war er einer der meistgesuchten Drogenbosse in Mexiko und den USA. 1993 verhaftet gelang ihm 2001 die Flucht – angeblich, weil er dem damaligen mexikanischen Präsidenten Vicente Fox mit 20 Millionen Dollar bestochen hatte.
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2014 wurde Guzmán erneut festgenommen, konnte aber erneut fliehen. Im Januar 2015 wurde er gefasst und ein Jahr später an die USA ausgeliefert. Am 17. Juli 2019 wurde Guzmán in New York zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit der Aussetzung zur Bewährung plus zusätzlich 30 Jahre verurteilt.
Alfredo Estrella/AFP
James Joseph „Whitey“ Bulger: Der 1929 in Boston geborene Bulger war Chef der Hill Gang, einer kriminellen Bande in Boston. 2011 wurde er vom FBI als einer der zehn meistgesuchten Verbrecher der USA verhaftet und wegen 19-fachem Mord, Erpressung, Drogenhandel und Geldwäsche zu lebenslanger Haft verurteilt.
dpa
Am 30. Oktober 2018 starb Bulger (hier auf einem Polizeifoto von 1959) in der United States Penitentiary Hazelton in West Virginia. Nach seiner Verlegung in die Haftanstalt war er von zwei anderen Häftlingen angegriffen und zu Tode geprügelt worden.
Wikipedia commons/Federal Bureau of Prisons
Pasquale „Il Supremo“ Condello: Der 1950 geborene Condello war das Oberhaupt der kalabrischen Mafia-Organisation `Ndrangheta. Er stand auf der Liste der 30 meistgesuchten Mafiosi Italiens und war mehr als 20 Jahre auf der Flucht.
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2006 wurde Condello in einem Wohnhaus in seiner Heimatstadt Reggio Calabria von der Polizei überrascht. Seither sitzt er in Haft.
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Bernardo „Zu Binnu“ Provenzano: 1933 wurde Provenzano in Sizilien geboren. 20 Jahre war er das Oberhaupt der Corleonesi, ein Clan aus der berüchtigten Mafia-Hochburg Corleone und „Capo di tutti i capi“ (italienisch: „Boss der Bosse“).
dpa
Von den frühen 1960er Jahren bis zu seiner Festnahme in 2006 war Provenzano (hier auf einem Foto von 1959) auf der Flucht. Er starb 2016 in einem Mailänder Gefängniskrankenhaus an Krebs.
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Carlo Gambino: Der 1902 in Caccamo auf Sizilien geborene Gambino reiste 1921 in die USA ein. Er war Oberhaupt der New Yorker Gambino-Familie und einer der mächtigsten Mafiosi in der Geschichte der Cosa Nostra.
Laramie County Sheriff’s Office
Da Gambino (Foto aus den 1930er Jahren) keine Aufmerksamkeit erregte, schaffte er es, niemals einen einzigen Tag im Gefängnis zu verbringen. Er starb 1976 eines natürlichen Todes in seinem Haus in New York.
Wikipedia commons/New York Police Department
John Gotti: Der 1940 in New York geborene Gotti (Polizeifoto von John Gotti, aufgenommen am 11. Dezember 1990 vom FBI in New York) galt als „Prince Charming“ und der bestangezogene unter den Mafiabossen. Als Chef der Gambiano-Familie beherrschte er den Drogenhandel in New York.
Wikipedia commons/FBI New York
1992 wurde Gotti (hier auf dem letzten bekannten Foto in der Haftanstalt am 17. Oktober 2001) verhaftet und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. 2002 starb er in einem Gefängniskrankenhaus in Springfield (US-Bundesstaat Missouri) an Kehlkopfkrebs.
Wikipedia commons/US Bureau of Prisons
Pablo Escobar: Der 1949 im kolumbianischen Rionegro geborene Escobar (hier auf einem Polizeifoto von 1977) war als Chef des Medellin-Kartells einer der reichsten Männer der Welt. 1991 stellte er sich nach Hunderten in Auftrag gegebenen Morden und Bombenattentaten der Polizei.
Wikipedia commons/Colombina National Police
Als Escobar (hier auf einem Fahndungsfoto der kolumbianischen Polizei) in die USA ausgeliefert werden sollte, floh er aus dem Gefängnis und tauchte unter. 16 Monate später wurde Escobar im Dezember 1993 von einer Anti-Drogeneinheit in Medellin erschossen.
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Meyer Lansky: Als Meier Suchowlański wurde er 1902 im polnischen Grodno geboren. 1911 wanderte er mit seiner Familie in die USA aus. In den folgenden Jahrzehnten wurde er ein führendes Mitglied der Kosher Nostra, der jüdischen Mafia in den USA.
Wikipedia commons/Al Ravenna
Meyer Lansky galt als „Bankier des organisierten Verbrechens“ und merkte sich alle Daten über seine illegalen Aktivitäten im Gedächtnis. Er starb als unbehelligter Mann 1983 an einer Krebserkrankung in einem Krankenhaus in Miami.
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Frank Costello: Der 1891 in Lauropoli (Provinz Cosenza, Italien) geborene,Costello emigrierte 1895 in die USA. Er arbeitete sich zu einem der einflussreichsten Mafia-Bosse seiner Zeit hoch.
Wikipedia commons/Al Aumuller
Von 1937 bis 1957 war Frank Costello der Boss der Cosa Nostra von New York. Er starb 1973 von der Polizei unbehelligt nach einem Herzanfall in einem New Yorker Krankenhaus.
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Vito Genovese: Der 1887 in Risiliano in der Region Neapel geborene Genovese war Oberhaupt der Genovese-Familie. 1913 emigrierte er in die USA, wo er zu einem Oberhaupt der italo-amerikanischen Cosa Nostra in New York wurde.
Wikipedia commons/Phil Stanziola
1959 wurde Vito Genovese zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er starb 1969 an einer Herzattacke.
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Lucky Luciano: 1897 in Lercara Friddi auf Sizilien geboren wanderte Luciano 1906 in die USA aus. Durch Morde an anderen Maffia-Bossen schaffte er es bis ganz oben an die Spitze des organisierten Verbrechens.
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Das Nachrichtenmagazin „Time“ zählt Lucky Luciano (Mugshot 1931 des New York Police Department) zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er starb 1962 an einem Herzinfarkt am Flughafen von Neapel, als er seine Biografie abholen wollte.
Wikipedia commons/New York Police Department
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New York - Alphonse Gabriel Capone war der Archetyp des amerikanischen Gangsterbosses. Von 1926 bis 1931 kontrollierte der Anführer des „Chicago Outfit“, einem italo-amerikanisches Mafia-Syndikat der amerikanischen Cosa Nostra, die Chicagoer Unterwelt.
In der Metropole am Südwestufer des Michigansees im US-Bundesstaat Illinois machte er mit illegalem Glücksspiel, Prostitution, Schutzgelderpressung und illegalem Alkoholhandel seine Geschäfte.
1931: Al Capone wird wegen Steuerhinterziehung verurteilt
Der im 17. Januar 1899 im New Yorker Stadtteil geborene Al Capone wurde am 24. Oktober 1931 wegen Steuerhinterziehung zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Zunächst verbrachte der Schwerverbrecher seine Haft im Bundesgefängnis in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia).
1934 verlegte man ihn nach Alcatraz, dem berüchtigten Hochsicherheitsknast in der Bucht von San Francisco.
1939: Al Capones Gesundheitszustand verschlechtert sich
Dort verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Die Syphilis, mit der er sich in seiner Jugendzeit bei einer Prostituierten angesteckt hatte, trat immer offener zutage. Al Capone wirkte zusehends verwirrt und desorientiert. Der 40-Jährige kam auf die Krankenstation, wo er bis zum November 1939 blieb.
Die Gefängnisleitung sah in dem Schwerkranken keine Bedrohung mehr für die Gesellschaft und entschied, ihn wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft zu entlassen. Nach sechs Jahren und fünf Monaten kam Al Capone wieder auf freien Fuß.
1947: Al Capone stirbt in Florida
Seine letzten Lebensjahre verbrachte Al Capone in seiner Villa auf Palm Island in Florida. Er starb am 25. Januar 1947 im Familienkreis an den Folgen seiner Syphiliserkrankung.
In unserer Bildergalerie zeigen wir einige der berüchtigsten Mafia- und Kartellbosse der Verbrechensgeschichte.