Unwetter in Norddeutschland
: Mann stirbt in Uelzen – Tornado in Hamburg

Schwerer Sturm über Norddeutschland: Mindestens ein Mensch stirbt. Fern- und Regionalzüge rollen nicht mehr. In Hamburg wird ein Tornado gesichtet. Veranstalter des „Hurricane“-Musikfestivals warnen Besucher: Kommt so spät wie möglich!
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red/dpa
Stuttgart
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  • In Hamburg wird am Donnerstag ein Tornado gesichtet.

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  • Wegen eines heftigen Unwetters hat die Deutsche Bahn den Verkehr zwischen Hannover, Hamburg, Kiel und Bremen eingestellt. In Hamburg hat es einen Tornado gegeben.

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  • Meteorologen haben den typischen „Luftschlauch“ um 11.37 Uhr etwa zehn Kilometer vom Flughafen in Hamburg entfernt gesichtet.

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  • Es hat sich allerdings um einen schwachen und nur kurzlebigen Tornado von wenigen Minuten gehandelt.

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  • Das Unwetter hat schwere Schäden im Norden Deutschlands angerichtet.

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  • Die Feuerwehr befreit die Straßen von umgefallenen Bäumen.

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  • Ein zerstörter Transporter steht in Holdenstedt (Niedersachsen) nach einem Unwetter in einem Wald. Der Fahrer des Wagens kam ums Leben, als ein Baum auf sein Fahrzeug fiel.

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  • In Magdeburg lehnt ein abgeknickter Baum an einem Haus, nach einem schweren Gewitter.

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Offenbach - Explosive Mischung am Himmel: Ein heftiger Sturm bis hin zu einem Tornado hat am Donnerstag in Norddeutschland mindestens einen Menschen getötet. Der 50-Jährige wurde in der Nähe des niedersächsischen Uelzen in einem Auto von einem herabstürzenden Baum erschlagen. Orkanböen, heftiger Starkregen und Hagel wüteten und ließen zeitweise auch den Zugverkehr stillstehen. In Magdeburg gab es nach Angaben der städtischen Werke eine Reihe von Stromausfällen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete, Meteorologen der Luftfahrtberatung hätten in Hamburg den typischen „Luftschlauch“ eines Wirbelsturms gesichtet. Der DWD-Tornado-Beauftragte Andreas Friedrich sagte, es habe sich um einen schwachen und nur kurzlebigen Wirbel von wenigen Minuten mit wenig „Bodenkontakt“ gehandelt.

Sturmschäden mit großen Verwüstungen registrierte die Feuerwehr im Kreis Harburg südlich von Hamburg. Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Köhlbrandt. Jedoch seien Dächer abgedeckt und Bäume umgeknickt worden. In der Gemeinde Fliegenberg sei eine Schafherde mit 20 bis 30 Tieren unter umgestürzten Bäumen begraben worden, zahlreiche Tiere seien verendet. „Die Spuren sprechen ein deutliches Bild hier. Das war ein Tornado-Ereignis“, sagte der Feuerwehrmann. Die Helfer seien zu 250 Einsätzen ausgerückt. Der DWD sprach dagegen von einer großflächigen Gewitterzelle in dem Ort.

ICE-Strecken blockiert

Durch das Unwetter in Norddeutschland ging für viele Bahnreisende nichts mehr: Umgestürzte Bäume legten beinahe alle ICE-Strecken im Norden lahm. Die Strecken Hamburg-Berlin, Hamburg-Hannover, Bremen-Hannover und Hannover-Wolfsburg-Berlin wurden unterbrochen.

Besucher des Musikfestivals „Hurricane“ in Scheeßel bei Bremen mussten sich kurzzeitig in ihre Autos flüchten. Der Veranstalter bat anreisende Gäste, möglichst erst am Freitag zu kommen. „Damit wir eine problemlose An- und Abreise ermöglichen können, möchten wir alle Besucher, die ihre Anreise noch nicht angetreten haben, inständig darum bitten, auf eine Anreise am Freitag auszuweichen“, schrieb der Veranstalter am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite.

Das heftige Unwetter führte auch zu Behinderungen auf den Autobahnen in Niedersachsen. Auf der A7 zwischen Hamburg und Hannover warnte die Verkehrsmanagementzentrale vor Gefahr durch umgestürzte Bäume. Betroffen war der Abschnitt zwischen Evendorf und Bispingen. Ein umgestürzter Baum bremste auch den Verkehr auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen aus. Zwischen Rade und Hollenstedt fiel ein Baum auf den Standstreifen.

Große Verspätungen

Wegen des heftigen Unwetters stellte die Deutsche Bahn den Verkehr zwischen Hannover, Hamburg, Kiel und Bremen ein. Das regionale Bahnunternehmen Metronom teilte mit, durch das starke Unwetter und dadurch umgestürzte Bäume seien Strecken kaum oder nur mit großen Einschränkungen zu befahren. Betroffen seien die Linien von Uelzen, Bremen und Cuxhaven nach Hamburg. Züge könnten gar nicht mehr oder nur mit großen Verspätungen fahren.

Für den Norden und Osten Deutschlands wurde am Donnerstag mit der Möglichkeit von vereinzelten Tornados gerechnet, wie DWD-Experte Friedrich sagte. Die „sehr explosiven Voraussetzungen“ für das in Deutschland seltene Unwetterereignis lägen durchaus vor.