Spülmaschinen-Tabs im Test: Drei Produkte fallen durch – günstige Mittel überzeugen

16 Geschirrspülmittel hat Stiftung Warentest im Labor geprüft.
Stiftung WarentestBei Spülmaschinen-Tabs lohnt es sich offenbar nicht immer, zum teuersten Produkt im Regal zu greifen. In einer umfangreichen Untersuchung hat Stiftung Warentest zehn Multitabs und sechs flüssige Caps miteinander verglichen. Getestet wurden sowohl bekannte Marken als auch günstigere Eigenmarken von Supermärkten und Drogerien.
Rund fünf Monate dauerte die Untersuchung. In dieser Zeit liefen die Testmaschinen etwa 4.700-mal. Insgesamt bewerteten die Prüfer rund 19.000 Teller, Tassen, Gläser und Besteckteile.
Das Ergebnis: Viele preiswerte Produkte lieferten gute Resultate. Einige teurere Geschirrspülmittel konnten dagegen nicht überzeugen. Insgesamt schnitten die klassischen Tabs häufig besser ab als Caps.
Preisunterschiede von bis zu 18 Cent pro Spülgang
Die Kosten der getesteten Produkte lagen zwischen rund 9 und 27 Cent pro Anwendung. Bei täglicher Nutzung kann sich dieser Unterschied deutlich bemerkbar machen.
Wer ein günstiges Produkt für 9 Cent verwendet, zahlt bei 365 Spülgängen rund 33 Euro pro Jahr. Ein Reiniger für 27 Cent kostet bei gleicher Nutzung fast 99 Euro. Die jährliche Differenz liegt damit bei etwa 66 Euro.
Ein höherer Preis führte im Test jedoch nicht automatisch zu saubererem Geschirr. Mehrere günstige Handelsmarken überzeugten in fast allen wichtigen Prüfbereichen.
Elf verschiedene Verschmutzungen im Labortest
Die Geschirrspülmittel mussten nicht nur leichte Rückstände entfernen. Für den Reinigungstest wurden elf unterschiedliche Arten von Schmutz nach festgelegten Vorgaben auf das Geschirr aufgetragen.
Dazu zählten unter anderem eingetrocknete Reste von Lasagne, Eigelb und Frühstücksflocken. Jedes Produkt musste unter denselben Bedingungen zeigen, wie zuverlässig es die Verschmutzungen beseitigt.
Zusätzlich untersuchten die Tester, wie gut die Mittel Gläser und Geschirr klarspülen, Kalkbeläge verhindern und die gespülten Teile trocknen. Auch die Materialschonung, die Umweltbelastung sowie die Handhabung der Verpackung flossen in die Bewertung ein.
Drei Geschirrspülmittel erhalten die Note „Mangelhaft“
Drei der geprüften Produkte scheiterten in wichtigen Testbereichen.
Die Edeka Gut & Günstig All in 1 Liquid Caps zeigten große Schwächen bei der Reinigung. Laut Stiftung Warentest kamen die Caps mit den meisten geprüften Verschmutzungen nicht ausreichend zurecht. Inzwischen wird das Produkt nicht mehr angeboten.
Die Finish Powerball Ultimate Plus Caps wurden wegen ihrer Gewässerbelastung abgewertet. Das untersuchte Produkt enthielt laut Anbieter ein Silberschutzmittel und ein Tensid in hoher Konzentration. Da für den betreffenden Stoff keine ausreichenden Daten vorlagen, ging das Testteam von einer hohen Gefährdung für Wasserlebewesen aus.
Der Hersteller hat das Produkt nach Angaben von Stiftung Warentest inzwischen verändert. Das aktuelle Angebot kann sich daher von der getesteten Version unterscheiden.

Wie gut entfernen die Mittel schwarz gefärbte Cerealien – unten Aldi-Tabs, oben Finish Powerball Quantum
Stiftung WarentestAblagerungen legen Geschirrspüler lahm
Besonders auffällig verlief die Prüfung der Frosch All-in-1 Spül-Tabs Limone. Im Test entstanden so starke Ablagerungen, dass sich das Sieb der Maschine zusetzte. Der Geschirrspüler fiel schließlich aus.
Die Prüfung, wie gut das Produkt Kalkbeläge verhindert, musste deshalb vorzeitig beendet werden. Frosch teilte mit, die Rezeptur der Tabs bereits im Dezember 2025 geändert zu haben.
Verbraucher sollten bei den drei mangelhaften Produkten deshalb beachten, dass sich die Bewertungen auf die jeweils getesteten Varianten beziehen. Bei geänderten Rezepturen können die heute verkauften Produkte anders zusammengesetzt sein.
Tabs haben gegenüber Caps häufig die Nase vorn
Der Vergleich zeigt einen deutlichen Trend: Gepresste Multitabs schnitten in der Untersuchung insgesamt häufiger gut ab als flüssige Caps.
Caps wirken durch ihre getrennten Kammern und die flüssige Zusammensetzung zwar modern. Eine bessere Reinigungsleistung ist damit aber nicht automatisch verbunden. Entscheidend ist die gesamte Rezeptur des Produkts.
Auch Werbeversprechen und ein bekannter Markenname sind keine Garantie für gute Ergebnisse. Aus Sicht von Verbrauchern lohnt es sich daher, Preise und unabhängige Testergebnisse miteinander zu vergleichen.

Links mit Edeka-Caps sieht das Glas milchig weiß aus, rechts mit Somat 5in1 werden Kalkbeläge gut verhindert.
Stiftung WarentestDie richtige Maschinenpflege verbessert das Spülergebnis
Selbst ein gutes Reinigungsmittel kann seine Leistung nicht vollständig entfalten, wenn die Spülmaschine verschmutzt ist. Fett, Speisereste und Ablagerungen können sich mit der Zeit im Sieb, an den Sprüharmen und im Innenraum sammeln.
Stiftung Warentest empfiehlt deshalb, das Sieb regelmäßig herauszunehmen und gründlich zu säubern. Außerdem sollte etwa einmal im Monat ein heißes Intensivprogramm laufen.
Wer dauerhaft nur kurze Programme oder niedrige Temperaturen nutzt, spart zwar zunächst Energie. Gleichzeitig können sich jedoch Rückstände in der Maschine festsetzen. Eine regelmäßige Reinigung verbessert das Spülergebnis und kann dazu beitragen, die Lebensdauer des Geräts zu verlängern.
Fazit: Günstig kann die bessere Wahl sein
Der Test macht deutlich, dass gute Spülmaschinen-Tabs nicht teuer sein müssen. Mehrere günstige Eigenmarken überzeugten, während einzelne Markenprodukte trotz höherer Preise Schwächen zeigten.
Beim Kauf sollten Verbraucher deshalb nicht allein auf Preis, Verpackung oder Markenbekanntheit achten. Wichtig sind vor allem die Reinigungsleistung, der Schutz vor Ablagerungen und die Auswirkungen auf die Umwelt.
Die vollständigen Testergebnisse sind in der August-Ausgabe von Stiftung Warentest und auf dem Onlineportal der Organisation veröffentlicht.
