Attrappe löst Einsatz aus
: Entwarnung nach Sprengstoffverdacht in Franken

An dem verdächtigen Gegenstand, der den Zugverkehr im mittelfränkischen Treuchtlingen lahmlegte, wurde kein Sprengstoff entdeckt. Doch die Ermittler gehen von einer bewussten Tat aus.
Von
dpa
Treuchtlingen
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Sprengstoffverdacht legt Zugverkehr in Franken lahm

Wegen eines sprengstoffverdächtigen Gegenstands am Bahnhof in der mittelfränkischen Stadt Treuchtlingen wurde der Bereich abgesperrt. Am Mittag gab es Entwarnung.

Felix Kirberg/dpa
  • Verdächtiger Gegenstand in Treuchtlingen geprüft – kein Sprengstoff gefunden.
  • Ermittler vermuten eine bewusst platzierte Attrappe ohne politischen Hintergrund.
  • Fund lag im Gleisbett südlich des Bahnhofs; Bereich wurde weiträumig gesperrt.
  • Gebäude wurden vorsichtshalber geräumt, elf Menschen verließen ihre Wohnungen.
  • Zugverkehr kam zum Erliegen, Strecke ab etwa 14.30 Uhr schrittweise freigegeben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Spezialkräfte der Bundespolizei haben am Donnerstag, 13. August, einen sprengstoffverdächtigen Gegenstand in der mittelfränkischen Stadt Treuchtlingen untersucht. Im Lauf des Mittags gab die Polizei Entwarnung: Bei dem gefundenen Gegenstand habe es sich nicht um einen Sprengkörper gehandelt, sagte ein Polizeisprecher.

Die Ermittler gehen allerdings davon aus, dass der Gegenstand bewusst als Attrappe platziert worden war. „Der Gegenstand sieht schon so aus, als wäre er absichtlich dort abgelegt worden“, sagte Polizeisprecher Michael Konrad. Es bestehe der Verdacht, dass auch bewusst eine Ähnlichkeit mit einem Sprengsatz herbeigeführt worden sei.

Gegenstand wurde geröntgt

Der Gegenstand war gegen 8.30 Uhr von einem Techniker im Gleisbett südlich des Bahnhofs der Stadt gefunden worden. Ein Entschärfer-Team der Bundespolizei hatte den Gegenstand am Donnerstagvormittag geröntgt, konnte danach aber keine Entwarnung geben. Zwischenzeitlich wurden sogar „vorsichtshalber einige unmittelbar betroffene Gebäude“ geräumt. Elf Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

Bei einer zweiten Untersuchung wurde der Gegenstand mit Hilfe eines Roboters angehoben. Die letzte Röntgenaufnahme habe ergeben, dass in dem Gegenstand kein Sprengstoff enthalten sei.

Sprengstoffverdacht legt Zugverkehr in Franken lahm: 13.08.2026, Bayern, Treuchtlingen: Ein Sprengroboter ist auf dem Bahnhofsgelände in Mittelfranken im Einsatz. Spezialkräfte der Bundespolizei untersuchen einen sprengstoffverdächtigen Gegenstand. Ein Techniker habe das Objekt im Gleisbett an der Einfahrt zum Bahnhof der Stadt entdeckt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Foto: Felix Kirberg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Sprengroboter ist auf dem Bahnhofsgelände in Treuchtlingen in Mittelfranken im Einsatz, um einen sprengstoffverdächtigen Gegenstand zu untersuchen.

Felix Kirberg/dpa

Genauere Angaben zur Beschaffenheit und zum Erscheinungsbild des Gegenstandes machte Konrad nicht. Er bestätigte auch nicht Berichte, wonach es sich um ein „Päckchen“ gehandelt habe. Die Ermittlungen habe die Kriminalpolizei in Ansbach übernommen. Über einen politischen Hintergrund gebe es derzeit keinerlei Erkenntnisse.

Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete von einem großen Blaulicht-Aufgebot bestehend aus Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz. Der Bereich um die Fundstelle war weiträumig abgesperrt, Autofahrer wurden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Allein die Polizei hatte eigenen Angaben zufolge rund 100 Kräfte im Einsatz, darunter Sprengstoffexperten und Spurensicherer. Die Sperrung für Passanten und Anwohner im Umkreis von etwa 100 Metern um die Fundstelle wurde laut Polizei schrittweise wieder aufgehoben.

Zugverkehr war noch länger eingestellt

Der Zugverkehr war komplett zum Erliegen gekommen, auch nach der Entwarnung war die Bahnstrecke zuerst noch gesperrt. Die Kriminalpolizei sicherte im Gleisbereich noch Spuren, die Bahnstrecke wurde gegen 14.30 Uhr wieder freigegeben.

Betroffen waren laut Bahn im Nahverkehr die RB 16, der RE 16 und der RE 60. Die Fahrten der Regionalzüge endeten vorzeitig an geeigneten Bahnhöfen, ein Ersatzverkehr mit Bussen und Großraumtaxen war eingerichtet. Die Züge des Fernverkehrs fuhren über Ingolstadt.

Treuchtlingen hat rund 13.000 Einwohner und liegt zwischen Nürnberg und Ingolstadt. Die Stadt ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt für den Regionalverkehr im südlichen Mittelfranken und im nördlichen Oberbayern. Die Schnellfahrstrecke Nürnberg-Ingolstadt verläuft aber weiter östlich. Entsprechend waren die meisten ICE-Verbindungen zwischen München und Nürnberg nicht betroffen.