Serie Gipfeltraum: Ein Blinder auf dem Mount Everest
: Everest – Welt der Extreme

Andy Holzer ist der einzige blinde Profi-Bergsteiger Europas. Im Mai will er auf dem Gipfel des Mount Everest stehen. Wir begleiten ihn mit einer Serie bei seiner Vorbereitung und beim Weg hinauf in eisige Höhen.
Von
Markus Brauer
Stuttgart
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  • „Rummelpatz Everest“: In der aktuellen Ausgabe vom „Wochenende. Das Magazin von Sonntag Aktuell“ finden Sie auf den Seiten 6 und 7 eine große Grafik zum Kletter-Kommerz auf dem Mount Everest.

    StZ/StN-Grafik
  • Während das Mittelcamp auf 5800 Meter geschützt in einer Mulde liegt . . .

    Klemens Bichler
  • . . . befindet sich das ABC auf 6440 Meter ungeschützt in einer Talsenke. Der Wind war so heftig, dass er einige Zelte wegwehte.

    Klemens Bichler
  • Die Nordroute: Vom vorgeschobenen Basislager (ABC) auf 6400 Meter geht es am 28./29. April weiter ins Camp I (7005 Meter), danach ins Camp II auf 7800 Meter. Das letzte Zwischenlager befindet auf 8300 Meter unterhalb des Nordostgrates auf einer Geröllhalde.

    Andreas Unterkreuter
  • Vom Camp III bis zum ausgesetzten Nordostgrat sind es nur wenige Höhenmeter. Das Lager klebt geradezu am Steilhang. Der Blick auf die Wolken umhangenen Berggipfel ist gigantisch.

    Bild: arte.tv/Copyright
  • Da der Sauerstoffgehalt in der Luft mit zunehmender Höhe immer geringer wird, müssen sich Bergsteiger wie Andy Holzer in speziellen Camps akklimatisieren.

    Wolfgang Klocker
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Mount Everest - 27. April 2017 – 25. Tag der Expedition des „Blind Climber“ Andy Holzer und seines Teams auf den Mount Everest.

Akklimatisierungstour auf 6700 Meter

Andy Holzer ist im ABC, dem „Advanced Base Camp“ auf 6400 Metern angekommen. Nach einer Nacht im Mittelcamp ging es weiter zum vorgeschobenen Basislager. Hier wird das Trio Andy Holzer, Wolfgang Klocker und Klemens Bichler vermutlich drei Tage lang bleiben. Nach einer Nacht auf 6400 Meter machten sie eine ersted Akklimatisierungstour auf 6700 Meter.

„Es geht uns allen sehr gut, wir haben kein Kopfweh. Ich brauchte bis jetzt noch keine einzige Kopfwehtablette und auch körperlich sind wir fit“, schreibt Andy Holzer in seinem täglichen Blog. „Gestern (26. April) gab es einen starken Sturm im Lager. Die Zelte anderer Expedition sind davongeflogen. Unsere Zelte trotzten dem Sturm und es ist nichts passiert – unsere Sherpas haben gut gearbeitet beim Aufbau.“

Notfallmedizin am Berg

Die Expeditionsmedizin befasst sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Aufenthalten in großer Höhe, vor allem beim Höhenbergsteigen. „Expeditionsmedizin ist Höhen- und Notfallmedizin", erklärt Peter Bärtsch, Facharzt Innere Medizin und Sportmedizin sowie Leiter der AMS-Akademie für Höhenmedizinische Intensivkurse in München. „Als Arzt muss man mit den speziellen Bedingungen der Höhe zurechtkommen.“

Die Höhenmedizin hat sich seit den alpinen Erstbesteigungen und dem Bergtourismus entwickelt. Zahlreiche Gebirgsexpeditionen dienen heute höhenmedizinischen Forschungen. Im höchstgelegenen Gebäude Europas, der Capanna Regina Margherita (Margheritalhütte, 4554 Meter) auf dem Gipfel der Signalkuppe in den Walliser Alpen in Italien, befindet sich eines der wichtigsten internationalen Zentren für höhenphysiologische Forschungen.

Höhenmedizin sei „ein Randgebiet“, so Bärtsch, dennoch sei sie wichtig. „Wenn man die Höhenphysiologie kennt, kann man beurteilen, wie höhentauglich Patienten sind oder welche eingeschränkte Leistungsfähigkeit sie haben.“ Zudem sei sie relevant für das Verständnis bestimmter Erkrankungen wie Lungenhochdruck.