Seit sieben Monaten auf der Flucht: Wasserschwein Samba tanzt Zoo auf der Nase herum

In Großbritannien denkt eine Capybara-Dame gar nicht an die Rückkehr in den Zoo. (Symbolbild)
Erik S. Lesser/dpaManche Tiere brauchen eine Weile, um sich an ihr neues Zuhause zu gewöhnen. Andere beschließen einfach, dass sie lieber auf eigene Faust die Welt erkunden. Wasserschwein Samba gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Die einjährige Capybara-Dame ist seit dem 17. März auf der Flucht. Damals war sie gerade erst mit ihrer Schwester Tango im Marwell Zoo nahe der englischen Stadt Winchester angekommen. Doch statt sich gemütlich einzuleben, nahmen die beiden Reißaus – und zwar nicht einmal 24 Stunden nach ihrer Ankunft.
Während Tango schnell wieder eingefangen werden konnte, hatte Samba offenbar andere Pläne. Seitdem hält das abenteuerlustige Wasserschwein seine Pfleger auf Trab und sorgt mit seiner ungewöhnlichen Fluchtgeschichte sogar international für Schlagzeilen.
Neue Fotos zeigen: Samba geht es offenbar gut

Am 27. Oktober wurde Samba von einer Wildtierkamera fotografiert.
Marwell WildlifeNun gibt es ein neues Lebenszeichen der tierischen Ausreißerin. Wildkameras haben Samba im Oktober fotografiert. Die Aufnahmen sind zwar unscharf, dürften den Mitarbeitern des Zoos aber trotzdem Hoffnung machen.
Bereits im August war das Wasserschwein gesichtet worden. Seitdem versuchen die Tierpfleger, Samba möglichst behutsam an einen bestimmten Ort zu gewöhnen. Dort haben sie eine Futterstelle eingerichtet und zusätzliche Kameras installiert.
Das Ziel: Samba soll regelmäßig zurückkehren und sich sicher genug fühlen, damit sie schließlich eingefangen werden kann.
Einfach mit einem Kescher vorbeischauen ist allerdings keine Option. Der Zoo betont, dass die Rückholung sorgfältig vorbereitet werden müsse. Würde Samba erschrecken, könnte sie erneut das Weite suchen – und das monatelange Versteckspiel ginge von vorne los.
Wo genau sich die Ausreißerin derzeit aufhält, bleibt deshalb geheim. Bekannt ist nur, dass die jüngsten Aufnahmen auf einem Privatgrundstück entstanden sind.
Ausflug zum Pub und Sonnenbad am Fluss
An Abenteuern hat es Samba während ihrer unfreiwilligen Karriere als britische Ausreißer-Prominenz jedenfalls nicht gemangelt.
Seit März wurde sie immer wieder in der Umgebung gesichtet. Unter anderem soll sie sich in der Nähe eines Pubs aufgehalten und entspannt an einem Flussufer gesonnt haben. Ein Spaziergänger entdeckte sie sogar einmal am Wasser. Als sie bemerkt wurde, schwamm Samba kurzerhand davon.
Das passt durchaus zu ihrer Tierart. Capybaras stammen ursprünglich aus Südamerika, sind die größten Nagetiere der Welt und hervorragende Schwimmer. Dank ihrer teilweise mit Schwimmhäuten versehenen Füße sind sie im Wasser bestens unterwegs.
Für Menschen stellt Samba laut Zoo keine Gefahr dar. Trotzdem sollen Spaziergänger Abstand halten und keinesfalls versuchen, das Tier selbst einzufangen.
Schwester Tango hat längst neue Gesellschaft
Während Samba weiterhin die englische Landschaft erkundet, hat sich im Zoo einiges verändert. Ihre Schwester Tango bekam im Juli Gesellschaft von einem männlichen Wasserschwein namens Ripple.
Ob Samba von ihrem neuen Mitbewohner schon gehört hat, ist nicht überliefert. Fest steht allerdings: Im Zoo würde man die unternehmungslustige Dame nur allzu gerne wieder begrüßen.
Die Tierpfleger geben die Hoffnung jedenfalls nicht auf. Sie arbeiten weiter daran, Samba ohne unnötigen Stress zurückzubringen.
Bis dahin bleibt das Wasserschwein wohl eines der ungewöhnlichsten flüchtigen Tiere Großbritanniens. Und Samba selbst? Die scheint sich mit ihrem Leben abseits des Zoogeheges bislang ziemlich gut arrangiert zu haben.
