Petra Schürmann ist tot
: Die letzten Jahre - eine einzige Qual

Die frühere Fernsehmoderatorin Petra Schürmann ist im Alter von 74 Jahren in München gestorben. Wir zeigen Bilder aus ihrem Leben!
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dpa
Stuttgart
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  • Die letzten Jahre - eine einzige Qual

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  • Ihre Karriere beginnt Petra Schürmann 1956: Da wird die Studentin Miss World...

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  • ... - ein Kunststück, das ihr bis heute keine Deutsche nachmachen konnte.

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  • Der "Miss World"-Titel ebnet der damals 23-Jährigen den Weg zu einer Karriere im Fernsehen.

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  • Mitte der 1960er Jahre beginnt die Schürmann beim Bayerischen Rundfunk als Ansagerin, ...

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  • ... avanciert aber schnell zur beliebten Moderatorin.

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  • Petra Schürmann spielt auch am Theater, malt und schreibt Bücher.

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  • 2001 trifft Petra Schürmann ein schwerer Schicksalsschlag: Ihre Tochter Alexandra kollidiert auf der Autobahn mit einem Geisterfahrer. Der Mann will sich das Leben nehmen - und reißt Alexandra mit in den Tod.

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  • Ihren schwersten Gang zur Beerdigung ihres "Püppchens" tritt sie an der Seite von Prinz Leopold von Bayern (links) und Alexandras Verlobten Ralph Schmidt an. Den Tod ihrer Tochter wird Petra Schürmann nie verkraften.

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  • Petra Schürmann verstummt buchstäblich aus Trauer und muss ihren Beruf als Moderatorin aufgeben. Den Verlust verarbeitet Schürmann in ihrem Buch "Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr".

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  • 2008 stirbt Schürmanns Ehemann Gerhard Freund - er hatte ein schweres Krebsleiden.

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  • Jetzt ist Petra Schürmann gestorben. Sie wurde 74 Jahre alt.

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Begonnen hatte ihre Karriere wie ein Märchen: Geboren in Mönchengladbach als zweites von drei Kindern, studierte sie nach dem Abitur Philosophie, Amerikanistik und Kunstgeschichte. "Aus Spaß" nahm die inzwischen in München lebende Studentin an einem Schönheitswettbewerb in Köln teil - und gewann prompt die Krone der strahlenden Siegerin. 1956 wurde sie sogar zur schönsten Frau der Welt gekürt. Mit dem Titel "Miss World" im Rücken und einem Cabriolet als Geschenk fuhr Petra Schürmann nun auf direktem Wege ins Scheinwerferlicht, schrieb einmal eine Zeitung über sie.

Bald folgte ein Angebot des Bayerischen Fernsehens. Seit Mitte der 1960er Jahre war sie erst als Ansagerin, bald auch als Moderatorin regelmäßig auf dem Bildschirm zu sehen. Bis zum Jahr 2000 führte sie allein für die ARD und das ZDF durch rund 600 Sendungen, darunter beliebte Serien wie "Essen wie Gott in Deutschland", die Prominentenshow "Schlüsselloch" oder die Sendung "Auf geht's" zur Eröffnung des Münchner Oktoberfestes. Im Bayerischen Fernsehen prägte sie die samstägliche Unterhaltungsshow "Wir in Bayern". In einigen Filmen trat Schürmann als Schauspielerin auf. 1996 bekam sie sogar den Bayerischen Verdienstorden. Der tragische Tod der Tochter bereitete ihrer Fernsehkarriere dann ein jähes Ende. Eine geplante Talkshow wenige Monate später sagte Schürmann ab - weil ihr die Kraft fehle, wie sie sagte.

Auf ihre sympathische Stimme mussten die Zuschauer verzichten - stattdessen schrieb sich Schürmann den Kummer in einem Buch von der Seele. "Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr" nannte sie das 2002 erschienene Werk, gewidmet ihrer verstorbenen Tochter - oder "Püppchen", wie das Mädchen in Kindertagen von ihrer Mutter gerufen wurde. Auf das bunte, gesellschaftliche Leben verzichtete der einstige Liebling der Münchner Schickeria. Es wurde still um sie. Statt mit Worten tauschte sich Schürmann mit Freunden per SMS aus. "Freunde sind mir am wichtigsten", schrieb sie etwa an die Regisseurin Heidi Kranz, die die einstige Schönheitskönigin porträtiert hat. "Die Freunde sind ja da, trotz meines Nichtsprechenkönnens oder gerade deswegen - da trennt sich die Spreu vom Weizen."

Statt mit rauschenden Partys verbrachte sie ihre Zeit nun mit regelmäßigen Besuchen auf dem Friedhof in Aufkirchen am Starnberger See. "Ich gehe jeden Tag zu Alexandras Grab, das ist für mich eine Art von Zuhause geworden", sagte Schürmann einmal. Wie sehr ihr der Tod der Tochter das Herz gebrochen hat, machte sie mehrere Monate später in einem anderen Interview deutlich: "Ich bin zwar aus einer gewissen Starre erwacht, aber ich habe jetzt manchmal so brüllendes Heimweh nach Alexandra, dass es schier unerträglich ist."