Papst wird operiert: Papst an der Lunge operiert

Papst Leo XIV. absolvierte nach der Ankündigung einer bevorstehenden Operation zunächst weiter Termine im Vatikan.
Gregorio Borgia/AP/dpa- Papst Leo XIV. lässt sich in der Gemelli-Klinik einen Lungenknoten entfernen.
- Er trat am Dienstagvormittag in die Klinik ein – der Eingriff könnte zeitnah erfolgen.
- Nach der OP bleibt er voraussichtlich etwa eine Woche im Krankenhaus, so der Vatikan.
- Ärzte betonen: Art des Knotens klärt erst die Histologie, minimal-invasiver Eingriff möglich.
- Leo XIV. informierte selbst öffentlich über seine Gesundheit und bricht mit alter Geheimhaltung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Sonntag hatte Leo XIV. persönlich bekanntgegeben, dass in seiner Lunge ein Knoten entdeckt worden sei, den er auf Anraten der Ärzte operativ entfernen lassen will. Einen Termin für den Eingriff hat er dabei nicht genannt. Am Montagnachmittag hat Vatikansprecher Matteo Bruni dann erklärt, dass der Papst am Dienstagvormittag in der Römer Gemelli-Klinik eintreffen wird.
Das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken erreichte die Gemelli-Klinik im Westen von Rom in einem schwarzen Auto und mit Polizeieskorte, wie auf Videoaufnahmen zu sehen war. Der Eingriff fand nach Angaben aus dem Vatikan bereits am Dienstagnachmittag statt. Eine genaue Uhrzeit für den Eingriff war zunächst nicht offiziell bestätigt.
Bereits am Sonntag hatte Bruni erklärt, dass der Papst nach der Operation wohl etwa eine Woche lang in der Klinik bleiben wird. Am Montag hatte Leo XIV. laut Vatikanangaben noch „einen ganz normalen Arbeitstag“ absolviert.
Nach der Bekanntgabe seines Gesundheitsproblems durch den Papstes haben die italienischen Medien ausgiebig über die Art dieses Knotens und die Genesungschancen spekuliert und dabei auch renommierte Lungenspezialisten zu Wort kommen lassen. Die Entfernung eines Knotens in der Lunge, erklärte gegenüber dem „Corriere della Sera“ etwa der Medizinprofessor Sergio Harari, Direktor der pneumologischen Klinik am Mailänder San-Giuseppe-Krankenhaus, entspreche dem üblichen Vorgehen, wenn mit dem Knoten bestimmte Symptome einhergehen und die Möglichkeit bestehe, dass es sich um einen Tumor handle, eventuell sogar um einen bösartigen.
Gewissheit über die Art des Knotens wird man freilich erst haben, wenn dieser histologisch untersucht worden sei, betont Harari. Wenn es sich um einen kleinen Knoten handle, was bei Leo XIV. offenbar der Fall sei, könne dieser minimal-invasiv entfernt werden, zum Beispiel mit videoassistierter thorakoskopischen Chirurgie oder mit einem Roboter. Sollte anschliessend das Ergebnis der Histologie günstig sein, sei nach der Entfernung des Knotens oft keine zusätzliche Therapie mehr erforderlich. Andernfalls stünden heute mannigfache Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Am wichtigsten sei, dass der Tumor - wenn es denn einer ist - frühzeitig entdeckt werde, und auch das sei beim Papst offenbar gegeben.
Ende der Geheimniskrämerei
Die bevorstehende Operation von Leo XIV. hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt - nicht nur wegen der Erkrankung des Papstes als solcher, sondern weil der US-Amerikaner Robert Francis Prevost der erste Papst der Neuzeit überhaupt ist, der sein Gesundheitsproblem offen und persönlich vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz kommuniziert hat. Vatikanspezialisten sehen darin nicht nur einen neuen päpstlichen Stil, sondern einen tiefgreifenden Kulturwandel: Bisher herrschte im Vatikan, wenn es um die Gesundheit der Päpste ging, jahrhundertelang eine Kultur der Geheimniskrämerei, die regelmässig Spekulationen Vorschub leistete. Wenn ein Papst ins Krankenhaus musste, erfuhr das Publikum normalerweise erst nach seiner Einlieferung davon - und wurde in der Regel mit nichtssagenden und verharmlosenden medizinischen Diagnosen abgespeist.
„Die Wahl von Leo XIV. vor eineinhalb Jahren hat im Vatikan eine neue Phase eingeleitet, in welcher die Geheimhaltung unwichtiger Dinge keinen Platz mehr hat“, schrieb der Vatikankenner und Ex-Diplomat Massimo Franco im „Corriere della Sera“. Die Transparenz bezüglich seiner eigenen Gesundheit sei ein Beleg dafür, dass Leo XIV. eine klare Strategie besitze, um einige alte Zöpfe in der Kurie abzuschneiden - und dass er auch keine Angst davor habe, sich in seiner ganzen Fragilität zu zeigen. Dadurch werde eine vorübergehende Schwäche zu nur noch grösserer Stärke.