Neuer Tesla Roadster kann fliegen
: Video zeigt "Flying Car"

Der neue Tesla Roadster kann abheben. Im Video ist zu sehen, wie der Sportwagen mehrere Autos überfliegt.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Bei der Präsentation hob der Tesla Roadster ab.

Bei der Präsentation hob der Tesla Roadster ab.

Tesla Germany GmbH

Tesla hat den neuen Roadster vorgestellt – und dabei ein spektakuläres Versprechen von Elon Musk eingelöst. Bei einer Präsentation in Texas hob der elektrische Supersportwagen tatsächlich vom Boden ab, flog über mehrere Fahrzeuge hinweg und absolvierte sogar ein Manöver kopfüber. Möglich macht das eine gemeinsam mit SpaceX entwickelte Technik. Doch bis Kunden den neuen Roadster kaufen können, dürfte es noch dauern.

Fast neun Jahre mussten Tesla-Fans auf die Neuauflage des Roadsters warten. Bereits 2017 hatte Elon Musk den elektrischen Sportwagen angekündigt und dabei außergewöhnliche Leistungsdaten versprochen. Später brachte der Tesla-Chef sogar die Möglichkeit ins Spiel, das Auto mithilfe kleiner Raketentriebwerke fliegen zu lassen. Was damals wie eine seiner typischen Übertreibungen klang, wurde bei der Präsentation am 15. Oktober 2026 nahe Waco im US-Bundesstaat Texas tatsächlich demonstriert.

Tesla Roadster fliegt über Cybertruck und andere Fahrzeuge

Der Höhepunkt der Veranstaltung war eine ungewöhnliche Flugvorführung. Der neue Tesla Roadster hob ab und bewegte sich über eine Reihe anderer Tesla-Fahrzeuge hinweg. Darunter befanden sich ein Model 3, ein Model Y, ein Cybertruck, ein Cybercab und sogar der elektrische Lastwagen Tesla Semi.

Bei einem weiteren Manöver fuhr der Roadster eine steile Rampe hinauf, die schließlich in eine kopfüber verlaufende Konstruktion überging. Anschließend löste sich das Fahrzeug von der Rampe, drehte sich in der Luft und landete wieder auf seinen Rädern.

Die Aufnahmen zeigen, dass Tesla tatsächlich ein Auto entwickelt hat, das sich zumindest für kurze Zeit kontrolliert vom Boden lösen kann. Von einem Flugauto, mit dem man wie mit einem Flugzeug längere Strecken zurücklegen könnte, ist der Roadster allerdings noch weit entfernt.

SpaceX-Technik lässt den Tesla Roadster fliegen

Für die außergewöhnlichen Manöver nutzt Tesla eine Kombination aus Hochleistungsgebläsen und sogenannten Kaltgas-Schubdüsen. Letztere wurden in Zusammenarbeit mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX entwickelt, das ebenfalls Elon Musk gehört.

Anders als bei herkömmlichen Raketentriebwerken wird dabei kein Treibstoff verbrannt. Stattdessen wird unter hohem Druck gespeichertes Gas durch spezielle Düsen ausgestoßen. Der entstehende Rückstoß kann das Fahrzeug zusätzlich beschleunigen, anheben und während eines Flugmanövers stabilisieren.

Hinzu kommt ein aktives Ansaugsystem. Leistungsstarke Gebläse erzeugen unter dem Fahrzeug einen Unterdruck, der den Roadster an die Fahrbahn zieht. Dadurch lässt sich die Bodenhaftung unabhängig von der Geschwindigkeit erhöhen. Bei der Vorführung ermöglichte diese Technik sogar das Fahren an einer kopfüber verlaufenden Rampe.

Von 0 auf 100 km/h in weniger als einer Sekunde

Auch bei den Fahrleistungen will Tesla neue Maßstäbe setzen. Während der Präsentation demonstrierte das Unternehmen eine Beschleunigung von 0 auf 60 Meilen pro Stunde, also rund 96,6 km/h, in lediglich 0,81 Sekunden.

Damit wäre der Roadster deutlich schneller als praktisch alle bislang bekannten Serienfahrzeuge. Möglich wird diese extreme Beschleunigung durch die Kombination aus elektrischem Antrieb, zusätzlichem Schub und besonders hoher Bodenhaftung.

Tesla stellt für den neuen Roadster außerdem eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 370 km/h und eine Reichweite von über 480 Kilometern in Aussicht. Unabhängig überprüfte Leistungsdaten eines Serienfahrzeugs liegen bislang allerdings nicht vor.

Drei Versionen des Tesla Roadster geplant

Tesla plant den Roadster in drei unterschiedlichen Ausführungen. Die Performance-Version soll als zweisitziger elektrischer Supersportwagen ohne zusätzliche Raketendüsen angeboten werden. Die Variante Thrust erhält zusätzliche Schubdüsen, die insbesondere bei der Beschleunigung helfen sollen.

Am außergewöhnlichsten ist die Rocket-Version. Sie verfügt über mehrere rund um das Fahrzeug angeordnete Schubdüsen, die auch Flugmanöver ermöglichen. Dafür muss allerdings der zweite Sitz weichen. Die besonders aufwendige Ausführung soll nur einem ausgewählten Kundenkreis zugänglich sein.

Für den regulären Straßenverkehr ist die flugfähige Rocket-Version bislang nicht zugelassen. Ob eine solche Zulassung überhaupt möglich sein wird, ist offen.

Tesla Roadster soll 2028 in Produktion gehen

Trotz der eindrucksvollen Präsentation müssen sich Interessenten weiter gedulden. Tesla peilt inzwischen einen Produktionsbeginn im Jahr 2028 an. Konkrete Auslieferungstermine stehen ebenso wenig fest wie die endgültigen Verkaufspreise.

Dabei ist eine gewisse Skepsis angebracht. Schließlich wurde die zweite Generation des Roadsters bereits 2017 vorgestellt und seitdem mehrfach verschoben.

Für Tesla ist das Fahrzeug ohnehin mehr als nur ein weiteres Elektroauto. Der Roadster soll zeigen, was technisch möglich ist, wenn die Erfahrungen eines Automobilherstellers mit dem Know-how eines Raumfahrtunternehmens kombiniert werden.

Die Flugvorführung dürfte Tesla jedenfalls die gewünschte Aufmerksamkeit verschafft haben. Ob die spektakuläre Technik eines Tages tatsächlich bei Kunden ankommt, muss sich erst noch zeigen. Bis dahin bleibt der neue Roadster vor allem eines: ein außergewöhnlicher Prototyp, der die Grenzen zwischen Supersportwagen und Fluggerät zumindest für einige Sekunden verschwimmen lässt.