Nach dem WM-Schock: Tipps gegen das Tief: Wie Sie wieder Freude am Fußball haben

Spielball von Adidas für den FIFA World Cup 2026: Das Leben geht weiter - selbst nach der deutschen Pleite im WM-Spiel gegen Paraguay.
Imago/HMB-Media- Deutschland schied bei der WM im Sechzehntelfinale gegen Paraguay aus – viele Fans sind enttäuscht.
- Eine Psychologin rät: Traurigkeit zulassen, dann akzeptieren, dass im Spiel Gewinner und Verlierer stehen.
- Festhalten an der Erwartung verschärft den Frust, daher hilft Loslassen und Blick nach vorn.
- Tipps im Artikel: an frühere Erfolge erinnern, Bescheidenheit üben und Humor bewahren.
- Warnung vor zu viel Pessimismus: Nicht die Umgebung nerven, sonst bleibt die Niederlage an einem hängen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für deutsche Fußballfans ist es eine bittere Enttäuschung: Raus im WM-Sechzehntelfinale gegen Außenseiter Paraguay, keine weiteren Wochen des Mitfieberns, vorbei der Traum vom fünften Weltmeistertitel.
Während die einen kurz die Schultern zucken und schnell zur Tagesordnung übergehen, begleitet andere dieses tieftraurige Gefühl noch weiter: Gedanken, die um Spielszenen kreisen, vielleicht sogar hin und wieder ein Druck auf der Brust. „Das sind Anzeichen von Traurigkeit und Enttäuschung“, sagt die Berliner Psychologin Ilka Hoffmann-Bisinger.
Diese Enttäuschung abzuschütteln, ist gar nicht so einfach. Am Anfang sollten Fans laut der Expertin Gefühle wie Schmerz und Traurigkeit zulassen. Doch dann geht es auch darum, den Blick nach vorn zu richten. „Das Beste, was man machen kann, ist zu akzeptieren: Es ist ein Spiel, es wird immer jemand gewinnen und immer jemand verlieren.“

Die ganze Welt weiß, dass niemand schlechter verlieren kann als Joshua Kimmich. Und trotzdem muss der deutsche Anführer sein drittes WM-Scheitern verdauen.
Imago/Kirchner-MediaFrustgefühl wie im Stau
Will sich dieses Gefühl der Enttäuschung einfach nicht legen? „Dann hat es damit zu tun, dass man an einer Idee festhält, wie die Dinge sein müssten“, erklärt Hoffmann-Bisinger. „Wenn ich nicht bereit bin, diese Idee loszulassen, dann hänge ich da länger drin.“
Diese Wahl hat man immer, betont Hoffmann-Bisinger. Es sei schwierig, wenn man Dinge, die einen aufregen, nicht nach einer Weile akzeptieren könne. Dass man sich eine Zeit lang dagegen auflehnt, sei normal. Doch irgendwann müsse man einen Weg finden, damit klarzukommen.
Diese Tipps können helfen, aus dem WM-Frust herauszufinden:
Auch Niederlagen wollen gelernt sein
Die im Jahr 1983 veröffentlichte „Anleitung zum Unglücklichsein“ des Wiener Psychologen Paul Watzlawick (1921-2007) ist ein Klassiker des Misanthropismus. „Unglücklich sein kann jeder; sich unglücklich machen aber will gelernt sein“, lautet Watzlawicks Maxime.
Doch von nichts kommt nichts. Das gilt auch für den Pessimismus, welcher der ständigen Übung bedarf. Watzlawicks Anleitung vermag jeden in noch tieferes Unglück zu stürzen, der sich fest an seine Anti-Ratschläge hält, falls er es unbewusst nicht sowieso schon tut.

Da ist selbst Manuel Neuer sprachlos.
Imago/Kirchner-MediaTipp: Kosten Sie jede Erinnerung an schöne WM-Spiele der deutschen Mannschaft aus und tanken Sie daraus neue Kraft und Energie, um künftigen Pleite-Spielen vorzubeugen. Denn bekanntlich kommt ein Unglück selten allein.
Sich an vergangenen Siegen erfreuen
„Was kann man nun von einem Menschen . . . erwarten?“, fragt der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski (1821-1881) in seinem Roman „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“. Man könnte ihn mit allen Erdengütern überschütten, ihm die Last des Krankwerdens und der Mühsal nehmen. Und doch wird er, der eigentlich glücklich sein müsste, sich für den Unglücklichsten aller Menschen halten.
Tipp: Nehmen Sie sich Zeit und gönnen sich den Luxus, um ausgiebig über das Schicksal der deutschen WM-Mannschaften zu sinnieren. Dann werden Sie auch viel Gutes in vergangenem Ruhm erkennen.

Auch Trainer Julian Nagelsmann ist ratlos. Wackelt jetzt sein Stuhl?
Imago/Kirchner-MediaSeien Sie nicht zu lange gefrustet
Kennen Sie die Bildergeschichte „Hans Huckebein der Unglücksrabe“ von Wilhelm Busch (1832-1908)? „Gar manches ist vorherbestimmt; Das Schicksal führt ihn in Bedrängnis; Doch wie er sich dabei benimmt, Ist seine Schuld und nicht Verhängnis.“
Der gewitzte Rabe macht anderen das Leben schwer, klaut dem Spitz den Schinkenknochen, verdreckt Tantchens saubere Wäsche mit Heidelbeerkompott und säuft jedes Glas leer. Am Ende „aber naht sich das Malör“ in Gestalt von Likör. Huckebein endet kläglich, indem er sich mit dem Garn selbst stranguliert.

Nick Woltemade liegt am Boden - wie die ganze Mannschaft.
Imago/Moritz MüllerTipp: Verscherzen Sie es sich jetzt nicht mit allen. Gehen Sie Ihren Mitmenschen mit Ihrer WM-Weinerlichkeit nicht zu sehr auf die Nerven, sonst wird man die peinliche Niederlage gegen Paraguay noch unbewusst mit Ihnen verbinden. Nichts ist in einer Pechsträhne so wichtig, wie sich auf andere verlassen zu können.
Auf bessere Zeiten hoffen
Friedrich Nietzsche (1844-1900) glaubte vom Unglück verfolgt zu sein. Niemand könne ihm entrinnen, weil es jeden mit eisernem Griff umklammert hält. In seinem Buch „Also sprach Zarathustra“ schreibt der Dichter und Philosoph: „Die Welt ist tief, Und tiefer als der Tag gedacht. Tief ist ihr Weh –, Lust – tiefer noch als Herzeleid: Weh spricht: Vergeh! Doch alle Lust will Ewigkeit –, – will tiefe, tiefe Ewigkeit!“
Tipp: Lesen Sie nicht zu viel Nietzsche, sonst leidet Ihre Laune noch mehr darunter. Aber auf die nächste EM und WM zu setzen, ist ein gewagtes Unterfangen. Denn in zwei bzw. vier Jahren kann es genauso kläglich enden.

Gestrauchelt: Kai Havertz.
Imago/Kirchner-MediaFrüher war alles besser
Sind Sie Erinnerungsoptimist? Dann sind Sie sicher auch der Meinung, dass deutsche WM-Teams früher viel besser waren. Aber der Satz „Früher war alles besser“ wird dadurch nicht richtiger, dass er inflationär gebraucht wurde und wird. Er sollte besser lauten: „Früher war nicht alles besser, aber vieles anders.“
Tipp: Wollen Sie sich das Leben nicht vergällen, sehen Sie frühere WM-Erfolge kritisch und freuen sich über kleinste Erfolge in der Gegenwart. So zum Beispiel, dass die deutsche Elf zumindest die Vorrunde überstanden hat. Seien Sie bescheiden und leben Sie im Hier und jetzt, dann wird es das EM/WM-Schicksal gut mit Ihnen meinen.
Dem Schicksal ins Gesicht lachen
Die Welt verdankt dem großen bajuwarischen Humoristen Karl Valentin (1882-1948) einen dialektischen Humor sondergleichen. „Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!“ – „Ich freue mich heute noch, dass es mir gelungen ist, den heutigen Tag noch zu erleben.“ – „Der Mensch is guad, de Leit’ san schlecht!“
Weisheiten wie diese vermögen das Leiden am Fußball erträglicher zu machen. Unglücklich ist jetzt schließlich jeder deutsche Fußballfan. Es kommt immer darauf an, wie man mit Niederlagen umgeht.

Leerer Blick: Jonathan Tah
Imago/Kirchner-MediaTipp: Lesen Sie ausgiebig Karl Valentins Werke, und Sie werden dem Unglück dieser Fußball-Welt höhnisch ins Gesicht lachen.
Irrsinn des Fußballs überstehen
In seinem Buch „Das Fest der Narren – Das Gelächter ist der Hoffnung letzte Waffe“ (1969) beschreibt der amerikanische Theologe Harvey Cox, wie man den Wahnsinn des Alltags überstehen kann, ohne zum miesepetrigen Grantler zu chronifizieren.

Manche Dinge kommen nicht wieder: Kapitän Franz Beckenbauer (2. v.li.) präsentiert am 7. Juli 1974 im Olympiastadion München stolz den FIFA Weltpokal mit Torwart Sepp Maier (Mi.) und Paul Breitner (re.). Bundespräsident Walter Scheel (li.) ist fast so stolz wie jetzt Kanzler Friedrich Merz nach dem Flop der deutschen Kicker gegen Paraguay am 29. Juni 2026 in Boston.
Imago/WEREKTipp: Wenn Sie sich trotz aller WM-Schmach Ihren Humor bewahren und über die Niederlage lachen können, wird Ihnen Ärger und Gram nichts anhaben können. Wie sagt Harvey Cox: „Wo Lachen und Hoffnung verschwunden sind, da hat der Mensch aufgehört, Mensch zu sein.“
