Meghan Markle
: Was sie über ihren Vater wusste - und warum sie ihre Kinder schützte

Jahrelang wurde über den Kontaktabbruch zwischen Herzogin Meghan (45) und ihrem Vater Thomas Markle (82) spekuliert. Jetzt erhebt dessen eigener Sohn schwere Vorwürfe.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Harry, Meghan und Prinz Archie: Der britische Prinz Harry (l), Herzog von Sussex, und seine Frau Meghan, Herzogin von Sussex, besuchen mit Sohn Archie die Desmond & Leah Tutu Legacy Foundation.  (zu dpa: «Harry und Meghan: Ärger um Fotografen an Schule der Kinder»)

Der britische Prinz Harry (l), Herzog von Sussex, und seine Frau Meghan, Herzogin von Sussex, besuchten mit Sohn Archie die Desmond & Leah Tutu Legacy Foundation.

Toby Melville/PA Wire/dpa

Acht Jahre lang herrschte zwischen Meghan Markle und ihrem Vater Thomas Markle Funkstille. Immer wieder wurde die Herzogin von Sussex dafür kritisiert, dass sie den Kontakt zu dem inzwischen schwer kranken 82-Jährigen abgebrochen hatte. Doch nun werfen neue Enthüllungen ein anderes Licht auf den jahrelangen Familienstreit.

Wie die britische Zeitung „The Sun“ berichtet, wird gegen Thomas Markle wegen mutmaßlicher Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs ermittelt. Sein eigener Sohn Thomas Markle Jr. (60) hatte ihn bei den Behörden angezeigt. Jetzt hat sich auch Meghan erstmals zu den schwerwiegenden Anschuldigungen geäußert.

Meghan Markle wusste bereits 2018 von schweren Vorwürfen

In einer Stellungnahme gegenüber der „Sun“ erklärt die Ehefrau von Prinz Harry, sie sei von den aktuellen Entwicklungen zutiefst erschüttert. Gleichzeitig macht sie eine überraschende Enthüllung: Bereits 2018 habe sie von ähnlichen Anschuldigungen gegen ihren Vater erfahren.

Damals sei ein Brief mit beunruhigenden Vorwürfen an die Londoner Metropolitan Police und die für den Schutz der britischen Königsfamilie zuständige Spezialeinheit geschickt worden. Das Schreiben sei anschließend auch Meghan übermittelt worden. Laut „The Sun“ geschah dies nach ihrer Hochzeit mit Prinz Harry im Mai 2018.

Meghan erklärt, man habe ihr damals versichert, dass die Behörden den Vorwürfen nachgehen würden.

Nun will die Herzogin auch erklären, weshalb sie ihren Vater seit Jahren aus ihrem Leben und dem ihrer Kinder heraushält. Die Entscheidung, Thomas Markle keinen Kontakt zu Archie und Lilibet zu erlauben, habe ausschließlich dem Schutz ihrer Kinder gedient.

Damit widerspricht sie der jahrelangen Darstellung, wonach der Familienbruch vor allem auf persönliche Streitigkeiten rund um ihre Hochzeit zurückzuführen sei.

Sohn entdeckt mutmaßliche Missbrauchsbilder und zeigt Vater an

Auslöser der aktuellen Ermittlungen ist eine Entdeckung, die Meghans Halbbruder Thomas Markle Jr. nach eigenen Angaben auf den Philippinen machte.

In mehreren Kisten mit persönlichen Gegenständen seines Vaters habe der 60-Jährige Hunderte, möglicherweise sogar Tausende Bilder und Videos gefunden, die sexuellen Kindesmissbrauch zeigen sollen. Darunter sollen sich Aufnahmen von sehr jungen Kindern befunden haben.

Thomas Jr. erklärte gegenüber der „Sun“, dass er ursprünglich lediglich nach einem Mobiltelefon gesucht habe. Nachdem er auf einem alten Gerät verdächtiges Material entdeckt hatte, ließ er weitere Festplatten von einem IT-Spezialisten untersuchen.

Am 10. Juli habe er den Fund beim FBI, einer amerikanischen Kinderschutzorganisation und der Polizei im US-Bundesstaat Pennsylvania gemeldet. Anschließend wandte er sich auch an die Behörden auf den Philippinen.

Dort wurde laut „Sun“ inzwischen eine spezielle Ermittlungsgruppe eingesetzt. Die betroffenen Datenträger und weiteren Gegenstände sollen forensisch untersucht werden.

Vater Thomas Markle spricht von „widerlichen Lügen“

Der 82-Jährige weist sämtliche Vorwürfe entschieden zurück. Gegenüber der „Daily Mail“ bezeichnete er die Anschuldigungen als „widerliche Lügen“. Er sei schockiert und verletzt darüber, dass sein eigener Sohn solche Behauptungen über ihn verbreite.

Auch Meghans Halbschwester Samantha Markle (61) verteidigt ihren Vater. Sie wirft ihrem Bruder vor, die Geschichte aus Geldnot erfunden zu haben.

Samantha betont zudem, dass die fraglichen Computer längere Zeit nicht im Besitz ihres Vaters gewesen seien. Es könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass andere Personen Zugriff auf die Geräte hatten. Sie hält es sogar für möglich, dass Thomas Markle absichtlich belastet werden soll.

Für diese Vermutung liegen allerdings ebenso wenig gesicherte Belege vor wie für eine persönliche Verantwortung des 82-Jährigen für das mutmaßlich gefundene Material.

Meghans jahrelanges Schweigen erscheint in neuem Licht

Thomas Markle lebt mittlerweile wieder in den USA. Der frühere Hollywood-Lichttechniker ist nach mehreren Herzinfarkten, einem Schlaganfall und einer Beinamputation gesundheitlich schwer angeschlagen.

Seine Tochter Meghan hat er seit 2018 nicht mehr gesehen. Prinz Harry und die gemeinsamen Kinder Archie und Lilibet hat er nach den vorliegenden Berichten nie persönlich kennengelernt.

Meghan selbst richtet den Blick in ihrer aktuellen Stellungnahme vor allem auf mögliche Opfer. Ihre Gedanken seien bei den Kindern, denen möglicherweise Schaden zugefügt worden sei. Sie hoffe auf eine umfassende Aufklärung und darauf, dass der Schutz von Kindern oberste Priorität habe.

Die neuen Aussagen der Herzogin machen deutlich, dass hinter dem jahrelangen Kontaktabbruch nach ihrer Darstellung weit mehr steckt als ein gewöhnlicher Familienstreit. Welche konkreten Informationen ihr bereits 2018 vorlagen und ob diese mit den aktuellen Ermittlungen zusammenhängen, ist jedoch weiterhin offen.

Die Vorwürfe gegen Thomas Markle sind bislang nicht bewiesen. Ob er tatsächlich für die mutmaßlichen Missbrauchsdarstellungen verantwortlich ist, müssen die Ermittlungsbehörden klären.