Krebsdiagnose von Papst Leo XIV.
: Rauchen war wohl kein Risikofaktor

Bei Papst Leo XIV. ist Lungenkrebs diagnostiziert worden. Der 71-Jährige musste sich deshalb einer Operation unterziehen. Was ist zu den Risikofaktoren bekannt?
Von
Lukas Böhl
Rom
Jetzt in der App anhören
Papst Leo XIV.: Papst Leo XIV. spricht auf dem Petersplatz im Vatikan das Angelusgebet. (zu dpa: «FORTSCHREIBUNG - Bilder des Tages»)

Papst Leo XIV.: Papst Leo XIV. spricht auf dem Petersplatz im Vatikan das Angelusgebet.

Gregorio Borgia/AP/dpa

Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs. Das bestätigte der Vatikan am Dienstagabend (13. Oktober), nachdem das Kirchenoberhaupt in der römischen Gemelli-Klinik operiert worden war. Bei dem Eingriff wurde dem Papst der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt. Eine Gewebeuntersuchung bestätigte die Diagnose eines Adenokarzinoms, einer häufigen Form von Lungenkrebs.

Nach Angaben des vatikanischen Presseamtes verlief die rund 90-minütige Operation ohne Komplikationen. Leo XIV. erwachte regulär aus der Vollnarkose und konnte anschließend in sein Krankenzimmer zurückkehren.

Papst Leo XIV. war Nichtraucher

Es gibt keine belastbaren öffentlichen Angaben darüber, dass der 71-Jährige jemals Raucher war. Auch der Vatikan hat sich zu einer möglichen Rauchervorgeschichte des Papstes bisher nicht geäußert.

In den offiziellen medizinischen Mitteilungen finden sich weder Angaben zu früherem Tabakkonsum noch Hinweise darauf, welche Risikofaktoren bei der Erkrankung des Papstes eine Rolle gespielt haben.

In der Familie von Papst Leo XIV. gibt es einen weiteren Krebsfall. Sein älterer Bruder Louis Prevost leidet nach Angaben seiner Ehefrau an einem multiplen Myelom. Die Erkrankung wurde bereits 2017 diagnostiziert. Ob es in der Familie weitere Krebsfälle gab oder eine erbliche Veranlagung besteht, ist nicht bekannt. Hinweise auf eine familiäre Vorgeschichte mit Lungenkrebs liegen bislang nicht vor.

Lungenkrebs kann auch Nichtraucher treffen

Ein Zusammenhang zwischen Zigaretten und Lungenkrebs ist medizinisch eindeutig belegt. Rauchen gilt als wichtigster Risikofaktor für die Erkrankung. Allerdings bekommen auch Menschen Lungenkrebs, die nie geraucht haben.

Das gilt insbesondere für das Adenokarzinom, das bei Leo XIV. diagnostiziert wurde. Es gehört zur Gruppe der nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome und tritt vergleichsweise häufig auch bei Nichtrauchern auf.

Neben dem Rauchen können weitere Faktoren zur Entstehung von Lungenkrebs beitragen. Dazu gehören unter anderem Passivrauchen, Luftverschmutzung, Radonbelastung und bestimmte berufliche Schadstoffexpositionen. Auch genetische Veränderungen in den Tumorzellen können eine Rolle spielen.

Aus der Diagnose allein lässt sich deshalb nicht ableiten, ob der Papst früher geraucht hat.

Wie stehen die Heilungschancen des Papstes?

Leo XIV. hatte bereits am Sonntag nach dem Angelusgebet öffentlich gemacht, dass Ärzte bei einer Routineuntersuchung einen Knoten in seiner Lunge entdeckt hatten. Dieser sei in einem sehr frühen Stadium festgestellt worden und gut lokalisiert gewesen, erklärte der Papst vor den Gläubigen auf dem Petersplatz.

Seine Ärzte hätten ihm zur operativen Entfernung geraten. Dieser Empfehlung sei er gefolgt.

Die frühe Entdeckung könnte für die weitere Behandlung von Vorteil sein. Wird ein Adenokarzinom rechtzeitig erkannt und ist es auf die Lunge begrenzt, kann die operative Entfernung unter Umständen zur Heilung führen.

Ob im Fall von Leo XIV. weitere Behandlungen erforderlich sind, steht allerdings noch nicht fest. Entscheidend werden unter anderem die endgültigen Ergebnisse der Gewebeuntersuchung und die Frage sein, ob Lymphknoten betroffen sind. Auch eine zusätzliche Chemo- oder Immuntherapie lässt sich derzeit nicht ausschließen.

Zunächst muss sich das Kirchenoberhaupt von der Operation erholen. Der Vatikan hatte vor dem Eingriff mit einem Krankenhausaufenthalt von ungefähr einer Woche gerechnet.

Offen bleibt damit nicht nur, wann Papst Leo XIV. seine öffentlichen Termine wieder wahrnehmen kann. Auch die Frage, ob er früher geraucht hat, ist bislang unbeantwortet. Einen belegten Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und seiner Krebserkrankung gibt es derzeit nicht.