Kai Schumann über nackte Tatsachen
: "Haut zeigen musste ich auch in Stuttgart"

Seitdem Kai Schumann (32) in der RTL-Serie "Doctor's Diary" den Frauenliebling Mehdi Kaan spielt, reißen sich die Regisseure um den früher am Stuttgarter Staatstheater engagierten Schauspieler.
Von
Harald Heinzinger
Stuttgart
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Stuttgarter Nachrichten

"Liebe macht sexy" hieß ursprünglich "Pretty Man". Sind Sie deshalb traurig?

Es klang cooler. Aber angeblich lässt das Wörtchen "Pretty" auf einen homosexuellen Mann schließen, und das würde in die falsche Richtung führen.

Zumal der Privatmann Kai Schumann glücklich verheiratet ist und einen kleinen Sohn hat...

Genau. Und um gleich allen Spekulationen ein Ende zu bereiten: Ich habe kein Verhältnis mit meiner Filmpartnerin Simone Thomalla und bin auch nicht der Grund für ihre Trennung von Rudi Assauer!

Aber wer Ihre leidenschaftlichen Liebesszenen in dieser Erotikkomödie sieht, könnte schon glauben, dass an diesem Gerücht etwas dran ist.

Eine absurde Idee, ehrlich! Wenn die Szenen überzeugend wirken, spricht das für die schauspielerische Qualität.

Sie sind privat wie auch in der Rolle einige Jährchen jünger als Ihre Filmpartnerin. Ein komisches Gefühl?

Nein, Liebe kennt kein Alter. Und ich finde es sehr angenehm, dass die Frauen heute so selbstbewusst sind, sich auch einen jüngeren Mann zu nehmen und nicht immer umgekehrt. Und zur Arbeit: Simone Thomalla ist klug, würde nie einen jüngeren Kollegen ihre Erfahrung oder gar Überlegenheit spüren lassen.

Der Film ist in der Großstadt angesiedelt. Sie spielen das Mitglied einer männlichen Stripper-Truppe. Hatten Sie ein Problem damit, sich vor der Kamera auszuziehen?

Haut zeigen musste ich auch in Stuttgart und Hamburg am Theater. Auf der Bühne ist es allerdings ein bisschen leichter, weil dort eine Figur viel künstlicher ist. Die Kamera rückt dir viel näher auf den Leib als das Theaterpublikum.

Sie haben im Theater viele klassische Rollen gespielt. Wie kommen Sie damit klar, dass Sie jetzt im Fernsehen bevorzugt als Liebhaber gebucht werden?

Gute Frage (lacht). Das Interessante ist, dass ich so etwas in den letzten Jahren auch am Theater erlebt habe. Was die großen Bühnen mal ausgezeichnet hat, dass man dort auch mal gegen den Strich besetzt wurde, davon kann kaum mehr die Rede sein. Die Theaterszene hat sich sehr verändert. Da wird inzwischen ähnlich schubladenhaft besetzt wie beim Film und Fernsehen.

Am 10. März, 20.15 Uhr, Sat 1