Gunther von Hagens stirbt mit 81 Jahren
: Was war die Todesursache?

Der Mediziner und „Körperwelten“-Erfinder Gunther von Hagens ist im Alter von 81 Jahren gestorben.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Gunther von Hagens, Mediziner, Anatom und Unternehmer, aufgenommen auf seiner 80. Geburtstagsfeier im Jahr 2025. Er gilt als Erfinder der Plastination und ist Schöpfer der Körperwelten-Ausstellungen. (zu dpa: «Von Hagens: Ein Leben zwischen Faszination und Ablehnung») +++ dpa-Bildfunk +++

Gunther von Hagens, Mediziner, Anatom und Unternehmer, aufgenommen auf seiner 80. Geburtstagsfeier im Jahr 2025. Er gilt als Erfinder der Plastination und ist Schöpfer der Körperwelten-Ausstellungen.

Patrick Pleul/dpa

Nach Angaben seiner Familie starb er am 24. Juli 2026. Einen Tag zuvor war von Hagens wegen einer Gehirnblutung in ein Heidelberger Krankenhaus eingeliefert worden, berichtet die „Bild“. Ob die Hirnblutung unmittelbar als offizielle Todesursache festgestellt wurde, ist bislang nicht näher mitgeteilt worden.

Von Hagens war seit vielen Jahren an Parkinson erkrankt. Die Erkrankung hatte ihn zunehmend in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Ein Zusammenhang zwischen Parkinson und seinem Tod wurde von der Familie jedoch nicht genannt.

Auch die von ihm gegründeten „Körperwelten“ bestätigten seinen Tod. In einer Mitteilung würdigte das Unternehmen von Hagens als Erfinder der Plastination und als Wissenschaftler, der Millionen Menschen einen besonderen Einblick in den menschlichen Körper ermöglicht habe. Sein Lebenswerk stehe für Wissenschaft, Bildung und einen bewussteren Umgang mit der eigenen Gesundheit.

Erfinder der Plastination

Gunther von Hagens entwickelte 1977 an der Universität Heidelberg die Plastination. Bei diesem Verfahren werden Wasser und Fette in biologischem Gewebe durch Kunststoffe ersetzt. Dadurch können menschliche Körper, Organe und andere anatomische Präparate dauerhaft erhalten und zu Lehr- oder Ausstellungszwecken genutzt werden.

Mit den gemeinsam mit seiner Ehefrau Angelina Whalley entwickelten „Körperwelten“-Ausstellungen wurde von Hagens international bekannt. Nach Angaben des Unternehmens haben weltweit mehr als 58 Millionen Menschen die Ausstellungen besucht.

Die Präsentation plastinierter menschlicher Körper stieß allerdings nicht nur auf Zustimmung. Während Unterstützer den wissenschaftlichen und pädagogischen Wert hervorhoben, kritisierten andere den Umgang mit den Verstorbenen und die teilweise öffentlichkeitswirksame Inszenierung der Präparate. Von Hagens und Whalley erklärten stets, das Ziel der Ausstellungen sei die anatomische Aufklärung und nicht die Sensation.

Familie will letzten Wunsch erfüllen

Von Hagens hatte bereits zu Lebzeiten angekündigt, nach seinem Tod selbst plastiniert werden zu wollen. Laut „Bild“ will seine Familie diesen Wunsch erfüllen. Ob sein plastinierter Körper später öffentlich ausgestellt wird, ist noch nicht entschieden. Als möglicher Ort gilt das von ihm 2006 eröffnete Plastinarium im brandenburgischen Guben.

Gunther von Hagens wurde am 10. Januar 1945 unter dem Namen Gunther Gerhard Liebchen geboren. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch aus der DDR wurde er inhaftiert und später von der Bundesrepublik freigekauft. Anschließend setzte er seine medizinische Laufbahn fort und wurde durch die Plastination weltweit bekannt.

Die „Körperwelten“ erklärten, sein Vermächtnis werde in der Wissenschaft, in den Ausstellungen und in der Erinnerung der Besucherinnen und Besucher weiterleben.