Digitaler Durchblick: Von wegen vertraulich: Wie KI-Chatbots Ihre Gespräche teilen

Blackbox Chatbot: Dass man beim Nutzen der KI-Maschinen immer mitdenken muss, um schlimmeren Datenschutz-Schaden zu verhindern, unterstreicht eine aktuelle Studie. (Symbolfoto)
Nico Tapia/dpa-mag- Studie zeigt: KI-Chatbots leiten Daten an Werbe- und Trackingdienste weiter.
- Betroffen sind Fragen, Zusammenfassungen und teils Screenshots – auch bei Bezahlangeboten.
- Warentest rät: Links nicht teilen oder beschränken und später löschen.
- Cookies ablehnen, anonyme Fenster nutzen und Tracker im Browser blockieren.
- Keine sensiblen Daten eingeben, Inkognito-Modi wählen und App-Berechtigungen reduzieren.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Nutzer von KI-Chatbots müssen damit rechnen, dass die Betreiber Daten an Werbe- und Trackingdienste weiterleiten. Das können die eingegebenen Fragen sein, Gesprächszusammenfassungen oder sogar Screenshots, wie eine Studie des spanischen Forschungsnetzwerks IMDEA zeigt, über die die Stiftung Warentest berichtet.
Mehr noch: Wer zahlt, ist kaum besser gestellt. Die Forschenden fanden bei den neun untersuchten Diensten mit einer Ausnahme keine wesentlichen Unterschiede beim Datensendeverhalten zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Angeboten.
Das können Sie tun, um den Schaden zu begrenzen
Die Warentester raten deshalb allen Nutzenden von KI-Chatbots zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen, um den Schaden zu begrenzen:
- Möglichst darauf verzichten, Chats per Link mit anderen zu teilen, denn der dabei erzeugte Link kann ebenfalls mit Werbe- und Trackingdiensten geteilt werden. Wenn ein Link sein muss, prüfen, ob sich der Zugriff auf den Link beschränken lässt, und den Link löschen, sobald er nicht mehr benötigt wird.
- Bei angezeigten Cookie-Bannern „Nur notwendige Cookies akzeptieren“ oder „Ablehnen“ wählen (nicht: „Alle akzeptieren“). Selbst bei Ablehnung ist die Wirkung der Studie zufolge aber begrenzt: Sechs Anbieter bauten trotzdem noch Verbindungen zu einem Werbedienst auf – und in den Android-Apps der Anbieter gab es noch nicht einmal eine Möglichkeit, abzulehnen.
- Chatbots in einem anonymen Browserfenster aufrufen.
- Browser wie Brave oder Firefox mit eingebauten Tracking-Blockern nutzen beziehungsweise kostenlose Erweiterungen wie uBlock Origin installieren, die Tracking-Schutz bieten.
- Bei Chatbot-Diensten nicht mit regulärer E-Mail-Adresse anmelden.
- In Chats keine sensiblen oder vertraulichen Daten eingeben wie etwa Finanzinformationen oder medizinische Diagnosen.
- Immer möglichst allgemein formulieren. Sollen Dokumente hochgeladen werden, persönliche Informationen vorher schwärzen.
- „Inkognito“- oder „Temporär“-Modi nutzen, falls ein Chatbot diese anbietet; dann wird der Chat nicht gespeichert.
- Wird ein KI-Chatbot als App genutzt, sollten der Anwendung möglichst wenige Berechtigungen eingeräumt werden.
- Unter iOS in den Einstellungen bei „Datenschutz & Sicherheit/Tracking“ prüfen, ob „Apps erlauben, Tracking anzufordern“ deaktiviert ist.
- Unter Android in den Einstellungen bei „Datenschutz & Sicherheit/Datenschutzeinstellungen/Werbung“ regelmäßig die Werbe-ID zurücksetzen oder gleich ganz löschen.