Christian-Lindner-Firma
: Auto.de jetzt doch mit Unterlassungserklärung

Ärger um obligatorisches „Rundum-Sorglos-Paket“ beim Autokauf: Das Unternehmen, in dem auch der Ex-FDP-Chef Verantwortung trägt, muss einlenken.
Von
red/mm
Stuttgart
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Christian Lindner wird stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG - Größter markenunabhängiger Automobilhandelskonzern setzt starkes Wachstum fort - Umsatzmilliarde in 2025 erwartet

Christian Lindner ist seit Anfang 2026 stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG und hat ambitionierte Expansionspläne, die nun womöglich etwas ausgebremst werden.

Luca Geselle/Autoland AG/obs/dpa
  • Auto.de gibt nach Streit mit dem BVfK eine strafbewehrte Unterlassungserklärung ab.
  • Der Verband stoppt die Wettbewerbsklage, da das Originalschreiben einging.
  • Beanstandet wurden irreführende Preise und ein Pflicht-„Rundum-Sorglos-Paket“.
  • Auto.de passt die Website an – bei Verstößen drohen Vertragsstrafen.
  • Hintergrund: Auto.de gehört zur Autoland AG, in der Christian Lindner eine Führungsrolle hat.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Streit zwischen dem Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) und der Internetplattform Auto.de gibt es eine außergerichtliche Einigung. Wie der BVfK in einer Pressemitteilung bekannt gab, hat Auto.de nun doch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben – und damit widerstrebend nachgegeben. Ein entsprechendes Schreiben wurde am Montagnachmittag im Original beim BVfK erwartet und ging schließlich ein. Wie berichtet, hatte der BVfK das mit Ex-FDP-Chef Christian Lindner und der Autoland-Gruppe verbandelte Unternehmen zuvor wegen „umfangreicher Wettbewerbsverstöße" abgemahnt und anschließend eine Klageschrift beim Landgericht Halle eingereicht.

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Kritisiert worden waren unter anderem „unzutreffende“ Streich- und Vergleichspreise sowie ein obligatorisches „Rundum-Sorglos-Paket“, das Verbraucher zu Zusatzkosten verpflichte. Auto.de hatte zwar bereits Änderungen an seiner Internetpräsenz vorgenommen, sich jedoch zunächst geweigert, sich rechtlich verbindlich zu verpflichten, auf diese oder ähnliche Praktiken künftig zu verzichten. Genau diese Weigerung war der Grund für die Klageeinreichung gewesen.

Mit der Unterlassungserklärung hat sich Auto.de nun verbindlich dazu verpflichtet, die beanstandeten Methoden zu unterlassen – andernfalls drohen Vertragsstrafen. „Der BVfK sieht nun in Erwartung des fristgemäßen Eingangs der Unterlassungserklärung im Original keinen Grund mehr für die Erhebung einer Wettbewerbsklage gegen Auto.de und hat den Vorgang dementsprechend gestoppt“, heißt es in der Pressemitteilung.

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Christian Lindners „Auto-Aldi“ ärgert kleine Händler

Der Fall hatte besondere Aufmerksamkeit erregt, weil Christian Lindner (47), ehemaliger FDP-Vorsitzender und Bundesfinanzminister, als stellvertretender Vorstandschef der Autoland AG fungiert – also in der Muttergesellschaft von Auto.de. Lindner ist seit Anfang 2026 im Unternehmen tätig und soll 2027 Gründer Wilfried Anclam als Vorstandschef ablösen. Der BVfK wies darauf hin, dass „der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Autoland AG, Christian Lindner, ambitionierte Wachstums- und Expansionsziele für das Unternehmen angekündigt hatte“.

Umso größer dürfte nun die Befriedigung der kleinen Händler sein, dass Auto.de den Unterlassungsforderungen nachkommt. Dabei soll es vor allem um Transparenz und Kommunikation gehen: Nach Auffassung des Verbandes erschwerten Angebote von Auto.de „Verbrauchern die zutreffende Einschätzung der tatsächlichen Angebotspreise und benachteiligten Wettbewerber, die ihre Angebote transparent und regelkonform darstellen“, erläutert BVfK-Präsident Ansgar Klein die Vorwürfe. Der BVfK vertritt nach eigenen Angaben „die Interessen des seriösen und professionellen freien Kfz-Handels in Deutschland“. Dem Verband gehören mehr als 1000 Händler an.

Umstrittenes „Rundum-Sorglos-Paket“ von Auto.de

Beim „Rundum-Sorglos-Paket“, das am Montagmittag weiter angepriesen wurde, soll es um weitergehende Dienstleistungen rund um den Autokauf gehen – von der Überführung bis hin zu Versicherungsfragen. Zum bisherigen Preis und genauen Inhalt des Pakets wollte ein Sprecher auf Anfrage nichts sagen. Laut Medienberichten hing dieser unter anderem vom Fahrzeugwert ab und wurde im Verlauf der Bestellung angezeigt. Nun muss das Paket womöglich ganz neu geschnürt werden, hieß es von Beteiligten.