„Aktenzeichen XY...“
: Bierkönig-Mord bis heute ein Rätsel – aber neue Mallorca-Hinweise

Fast 30 Jahre nach dem Mord an Manfred Meisel kommt überraschend Bewegung in den Fall. Interessante Zeugen meldeten sich zu „Aktenzeichen XY…“
Von
Michael Maier
Palma de Mallorca

Die Sendung wird von Rudi Cerne moderiert. (Archivbild)

Peter Kneffel/dpa
  • ZDF „Aktenzeichen XY... International“ brachte neue Hinweise im Fall Bierkönig-Mord.
  • Mehr als 50 Kontakte gingen bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft ein.
  • Zeugen aus Meisels Umfeld melden sich – Loyalitäten scheinen sich zu verschieben.
  • Meisel, sein Sohn und eine Tierpflegerin wurden 1997 auf der Finca bei S'Aranjassa erschossen.
  • Als Motive gelten Rivalitäten um Vogelzucht, mögliche Verbindungen zur organisierten Kriminalität.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum seit fast drei Jahrzehnten ungeklärten Mord an Manfred Meisel, dem Gründer des „Bierkönigs“ auf Mallorca, gibt es laut der Frankfurter Staatsanwaltschaft viele vielversprechende Hinweise aus dem Fernsehen. Die Tat war diese Woche Thema in der ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY... International“. Es seien deutlich mehr als 50 Kontakte eingegangen, teilte ein Sprecher der Frankfurter Staatsanwalt auf dpa-Anfrage mit. Sie kämen unter anderem aus dem damaligen unmittelbaren Umfeld von Meisel.

Lesen Sie auch: „Aktenzeichen XY...“ – Sendetermine 2026 (von Katrin Jokic)

„Es deutet sich an, dass es bei Zeugen möglicherweise Loyalitätsverschiebungen gegeben hat und nunmehr Bereitschaft besteht, weitere Aussagen zu tätigen“, erklärte der Sprecher. Weitere Angaben würden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht.

Bierkönig-Mord mit drei Toten auf Mallorca

Meisel, sein achtjähriger Sohn Patrick und die Tierpflegerin Claudia Leisten wurden in der Nacht zum 12. November 1997 auf Meisels Finca bei S'Aranjassa im Hinterland von El Arenal erschossen. Der oder die Täter gingen laut Mitteilung professionell und offenbar gezielt vor. Als mögliches Motiv gelten Rivalitäten um Meisels wertvolle Vogelzucht. Auch Verbindungen zur organisierten Kriminalität sind möglicherweise denkbar.

Weil Meisel deutscher Staatsbürger und vor seinem Wegzug nach Mallorca in Frankfurt am Main gemeldet war, war die Staatsanwaltschaft dort „seit der Tat parallel zu der spanischen Mordkommission mit den Ermittlungen betraut“, wie sie mitteilte.

Spiritistische Sitzung zum Bierkönig-Mord

Der Bierkönig-Mord hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder für Medienberichte gesorgt und neue Fragen aufgeworfen. Die damals schwangere Maisel-Lebensgefährtin Daiana Ritter war der Bluttat mutmaßlich nur entgangen, weil sie sich zu medizinischen Untersuchungen in Frankfurt am Main aufgehalten hatte. Im Jahr 2010 ließ sie mit Unterstützung von RTL sogar eine spiritistische Sitzung in der Sendung „Das Medium“ abhalten, um möglicherweise Hinweise zur Tat zu finden. Erwartungsgemäß kam nichts dabei heraus. „Aktenzeichen XY...“ scheint nun ergiebiger gewesen zu sein.

„Ich denke jeden Tag an die beiden“, hatte Daiana Ritter 2009 in einem Interview mit dem Mallorca Magazin über Manfred Meisel und den gemeinsamen Sohn Patrick gesagt. Das bekannte Partylokal „Bierkönig“ gehört längst einer mallorquinischen Firmengruppe, und wird durchaus im Stil des Gründers weitergeführt – heute allerdings eine Nummer größer als in den 90er Jahren.