Berlin: Axel-Springer-Award für Peter Thiel – Kritik vom Journalisten-Verband

Der Unternehmer und Investor Peter Thiel erhält den Axel Springer Award 2026 (Archivfoto).
imago stock&people- Axel Springer verleiht Peter Thiel den Axel Springer Award 2026 – Begründung: prägende Innovationskraft.
- Springer verweist auf Thiels Rolle bei Paypal, Palantir und frühen Facebook-Investments.
- Der DJV kritisiert die Auszeichnung scharf und sieht einen Bruch mit Springers Werten.
- DJV-Chef Beuster nennt Thiel Galionsfigur libertärer Strömungen und moniert demokratiefeindliche Thesen.
- Springer betont Meinungsfreiheit und will Raum für kritische Auseinandersetzung mit Thiels Positionen schaffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Unternehmer und Investor Peter Thiel erhält den Axel Springer Award 2026. Wie der Medienkonzern am Freitag in Berlin mitteilte, würdige man damit „eine Persönlichkeit, die in außergewöhnlicher Weise neue Märkte geschaffen, bestehende Märkte verändert und die technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten unserer Zeit nachhaltig geprägt hat“. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte die Entscheidung.
Thiel gehöre zu den einflussreichsten Unternehmern und Investoren der digitalen Ära, hieß es bei Springer weiter. Er ist Mitgründer des Zahlungsdienstleisters Paypal und des Überwachungssoftware-Konzerns Palantir. Zudem gehörte Thiel zu den Erst-Investoren in Mark Zuckerbergs Plattform Facebook. Heute unterstütze Thiel über seinen Investmentfonds „Founders Fund“ viele Unternehmen, deren Innovationen Branchen prägten – von Künstlicher Intelligenz über Biotechnologie bis zur Raumfahrt, so Springer weiter.
Springer-Chef Döpfner lobt Thiel
„Peter Thiel gehört zu den seltenen Unternehmern, die nicht nur Unternehmen gründen oder finanzieren, sondern die Richtung technologischer Entwicklung mitbestimmen“, betonte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner: „Er erinnert uns daran, dass Fortschritt Mut und Nonkonformismus voraussetzt.“ Neben seinem unternehmerischen Wirken habe Thiel auch die öffentliche Debatte über Innovation, Freiheit und die Zukunft westlicher Gesellschaften geprägt.
Der DJV-Vorsitzende Mika Beuster sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Peter Thiel ist die Galionsfigur der libertären Strömungen in den USA, der demokratische Regeln und die soziale Marktwirtschaft mit Füßen tritt.“ Und er fügte hinzu: „Das ist mit den Werten, die Axel Springer als Unternehmen vertritt, überhaupt nicht vereinbar.
DJV: „Ego von Mathias Döpfner“
Bei der Preisentscheidung scheine es sich „um das Ego des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner zu handeln, dem die Werte seines Hauses egal sind, wenn es um sein eigenes Fortkommen und den ehrgeizigen Plan geht, auch in den USA mit Springer zu einem der größten Medienunternehmen des Landes aufzusteigen“.
Thiel ist wegen seiner Ansichten über demokratische Prozesse, den Anspruch auf Sozialleistungen und die Rechte von Minderheiten international umstritten. Unternehmen wie Palantir wird zudem die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsapparaten autoritär regierter Staaten vorgeworfen. Auch einige deutsche Länderpolizeien arbeiten mit oder planen den Einsatz von Palantir-Software.
Springer erklärte, Thiel werde wegen seiner Thesen „angegriffen und diskreditiert“. Axel Springer stehe hier für Meinungsfreiheit und eine offene Diskussionskultur. Die Auszeichnung schaffe daher bewusst „Raum für journalistische Neugier und kritische Auseinandersetzung mit den Überzeugungen, Motiven und dem gesellschaftlichen Einfluss seiner Preisträger“.