Eine junge Familie findet keine Wohnung in Stuttgart und beschließt, in einer Neubausiedlung am Rande von Waiblingen ein Haus zu bauen. Stilvoll und günstig soll es sein – trotz des strengen Bebauungsplans. Das Ergebnis hat bereits mehrere Architekturjurys überzeugt.
Das schwarze Schaf, so nennen der Architekt Stephan Birk und die Bauherren Katharina und Timm Berkmann scherzhaft das Einfamilienhaus in einer Neubausiedlung im Remstal.
Brigida González
Das Einfamilienhaus in Waiblingen ist ein Massivbau, die Decken aus Beton, die Wände aus Kalksandstein. Die Außenwände sind mit Mineralwolle gedämmt, dann folgt eine 4 cm starke Luftschicht und schließlich das Wellblech als Fassadenbekleidung. Alle Elemente lassen sich irgendwann mal einzeln zurückbauen, das war den Bauherren und den Architekten wichtig.
Brigida González
Der Vorschlag mit der Ummantelung kam vom Bauherren Timm Berkmann selbst: „Hier war früher eine Mineralwasserfabrik, und wir hatten die Idee, dass das Industrielle des Wellblechs eine schöne Anspielung an diese ehemalige Nutzung wäre.“
Brigida González
Rückansicht des Gebäudes. Für seine Klarheit und Originalität wurde der Bau von mehreren Architekten-Jurys ausgezeichnet.
Brigida González
Blick ins Erdgeschoss: Wohnküche mit Terrasse. Beton, Estrich und helles Holz entsprechen dem äußeren industriellen Look des Hauses. Die Küche wurde von den Architekten Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten in Stuttgart entworfen.
Brigida González
An Boden und Decke befestigt schützt ein Schnurgewirr im Treppenraum vor dem Hinunterfallen. Die gelben Schnüre gibt’s für etwa 20 Euro pro Rolle.
Brigida González
Die Architekten hatten die gute Idee zu einer meterhohen, raumhaltigen Wand, die von zwei Seiten befüllbar ist. Sie trennt die Zimmer der zweioberen Geschosse vom schmalen, dafür aber sechs Meter hohen Treppenraum.
Brigida González
Blick auf die Treppe vom obersten Geschoss aus – mit in die Wand eingelassenen Leuchtrohren.
Brigida González
Im Zuge immer wärmerer Sommer sind die Bauherren froh, dass die Terrasse nicht zum Süden hin zeigt. Auf der Terrasse im zweiten Geschoss auf der Westseite lässt sich – bei gutem Wetter – der Sonnenuntergang beobachten.