Was wird aus dem Bildungszentrum in Birkach?
: Initiative sucht Ideen für Haus Birkach

Die große Tagungsstätte der Evangelischen Landeskirche schließt Ende des Jahres. Ein Bürgerbündnis will die Gemeinnützigkeit des Gebäudekomplexes erhalten.
Von
Torsten Schöll
Stuttgart
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Das Haus Birkach steht Ende des Jahres leer – könnte hier ein Familienzentrum entstehen? Pläne dafür gibt es.

Torsten Schöll

Das Ende des Evangelischen Bildungszentrums (EBZ) Haus Birkach naht mit großen Schritten. Zum 31. Dezember dieses Jahres wird die Tagungsstätte der Evangelischen Landeskirche ihren Betrieb einstellen. Wie es dann mit dem riesigen Gebäudekomplex in Birkach weitergeht, ist unklar. Jetzt hat sich eine bürgerschaftliche Initiative gründet, die zum Ziel hat, das Haus in seiner gemeinwohlorientierten Funktion zu erhalten.

Aktiv geworden ist die Birkacherin Monika Lehmann. „Als ich gehört habe, dass das EBZ schließt, habe ich sofort gedacht, das wäre der ideale Ort für gemeinschaftliches Wohnen und vieles mehr“, erzählt die Grafikerin, die auch in der Initiative 70599 Lebenswert engagiert ist. Am 5. März soll es um 19 Uhr im Vereinszimmer der Alfred-Wais-Halle bereits ein erstes Treffen der Initiative Vision Haus Birkach geben.

Eine gemeinwohlorientierte Weiternutzung wird gefordert

In der betreffenden Einladung heißt es: „Wir wollen ein Konzept ausarbeiten, Fördermöglichkeiten und Kooperationspartner suchen.“ Ein Familienzentrum, ein integratives Mehrgenerationen-Wohnprojekt, betreutes Wohnen, alles sei möglich, sagt Lehmann. Die aus einer Arbeitsgemeinschaft der IBA’27 hervorgegangene Baugenossenschaft „gemeinsam27“ sowie der Verein Adapter, der sich mit urbanen Lebens- und Wohnräumen befasst, sollen, nach Auskunft von Lehmann, mit im Boot sein.

Monika Lehmann

Foto: Torsten Schöll

Die Idee, in dem Gebäude unter anderem ein bisher in Birkach fehlendes Familienzentrum mit unterzubringen, habe sich ergeben, weil der Bezirksbeirat Birkach ein Bürgerbeteiligungsverfahren mit dem Ziel angestoßen hatte, den Bedarf und gegebenenfalls das Anforderungsprofil einer solchen Familieneinrichtung im Stadtbezirk zu ermitteln. 70599 Lebenswert ist mit der Durchführung des Projekts beauftragt, das demnächst starten und in diesem Sommer abgeschlossen werden soll.

Wer den Gebäudekomplex samt Grundstück mit einer Größe von rund 12 600 Quadratmetern der Landeskirche abkaufen könnte, steht aktuell freilich in den Sternen. Über einen möglichen Kaufpreis schweigt sich die Landeskirche aus. Monika Lehmann sowie Ulrich Fellmeth von 70599 Lebenswert denken hier nicht nur an die Stadt Stuttgart, auch eine Bürgergenossenschaft oder ein Zusammenschluss privater Investoren sei vorstellbar.

Es gibt schon Interessenten für den Gebäudekomplex

Auf Anfrage teilt die Evangelische Landeskirche mit, dass es bereits „verschiedene Interessenten am Haus Birkach gibt“. Welche das sind, wird nicht ausgeführt. Einige hätten aber den Komplex bereits in Augenschein genommen. Rückmeldungen stünden noch aus. Die Stadt Stuttgart wiederum, die bereits im vergangenen Jahr ihr Interesse an dem Gebäude signalisiert hat, lässt wissen, dass die Bedarfs- und Erwerbsprüfung noch nicht abgeschlossen sei.

Möglich, so ist inzwischen zu hören, könnte allerdings auch sein, dass das Gebäude am Ende überhaupt nicht verkauft, sondern an verschiedene Nutzer vermietet wird. „Offenbar geht es der Landeskirche vor allem darum, durch das Objekt keine Kosten mehr zu haben“, sagt Lehmann, die mit der Landeskirche in Kontakt steht.

Tatsache ist, dass die Nutzung des Gebäudes und des Grundstücks in jedem Fall eingeschränkt ist. Die zwischen 1977 und 1979 erbaute und vom Architekten Günther Behnisch konzipierte Tagungsstätte ist, laut Stadtverwaltung, ein Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz. An seiner Erhaltung bestehe ein öffentliches Interesse. Im gültigen Bebauungsplan ist der Gemeinbedarf als Nutzungsart festgeschrieben.

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