Stuttgarter Feuerwehr ständig im Einsatz
: „Wir sehen die Gefahr jeden Tag“ – Felder brennen, Seen leiden

Die Hitze kommt zurück, die Trockenheit bleibt: Die Stuttgarter Feuerwehr kämpft täglich mit den Folgen. Grillverbot, Rauchverbot und mehr – was es jetzt zu beachten gilt.
Von
Jürgen Bock
Stuttgart
2026-04-25_Flammen_im_Wald_Feuerwehr_Stuttgart

Waldbrand in Stuttgart-Rohracker: Bereits Ende April breiteten sich dort die Flammen rasend schnell aus. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun - und zählt immer mehr solcher Einsätze.

Feuerwehr Stuttgart
  • Stuttgart erlebt anhaltende Trockenheit, die Zahl von Vegetations- und Waldbränden steigt.
  • Feuerwehr rückt fast täglich aus – zwei größere und diverse kleinere Waldbrände dieses Jahr.
  • DWD meldet am Wochenende Stufe 4, ab Montag könnte Stufe 5 gelten: sehr hohe Gefahr.
  • Grillen auf städtischen Plätzen bleibt verboten, in Wäldern gilt Rauchverbot und besondere Vorsicht.
  • Seen leiden unter Hitzestress, Blaualgen in Feuersee und Rondellsee; bei 112 verdächtige Zeichen melden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Wetter ist wieder heiß und hochsommerlich. Bei allen, die einen Garten haben, sich um Felder, Wiesen, Wälder und Gewässer kümmern müssen, richtet sich der Blick bang nach oben. Allerdings vergebens. Bis auf ein paar Tropfen haben weite Teile der Stadt auch in den letzten Tagen keinen Regen abbekommen. Neben den Hitzewellen an sich ist auch die Trockenheit ein großes Problem.

Wie gefährlich das ist, bekommt besonders die Stuttgarter Feuerwehr derzeit zu spüren. „Wir sind fast täglich zu Böschungs- und Vegetationsbränden unterwegs“, sagte Sprecher Daniel Anand Anfang Juli. Bereits jetzt seien das deutlich mehr solcher Einsätze als im vergangenen Sommer. Statistisch erfasst wird das nicht, aber „gefühlt nimmt das auch über die Jahre zu“.

Waldbrände in Stuttgart

Erst kürzlich mussten die Einsatzkräfte zu einem Feld in Plieningen ausrücken. Dort brannte die Vegetation auf einer Fläche von 200 Quadratmetern. Den ersten größeren Waldbrand hat es in diesem Jahr bereits Ende April in Rohracker gegeben. Die Feuerwehr zählt in diesem Sommer bereits zwei größere und diverse kleinere Waldbrände, dazu zahlreiche Böschungs- und Vegetationsbrände. Die breiteten sich gerade mit Wind häufig rasend schnell aus, sagt Anand: „Die Gefahr durch Hitze und Trockenheit ist real, wir sehen sie jeden Tag.“

Den Feuerwehrleuten kommt dabei zugute, dass sie in Stuttgart hervorragend ausgerüstet sind. Sie verfügen über Spezialfahrzeuge zur Waldbrandbekämpfung und Großtanklöschfahrzeuge mit 10.000 Litern Wasser. So können sie die Flammen auch in unwegsamem Gelände gut bekämpfen. „Wir haben die Technik und speziell geschulte Einsatzkräfte“, sagt Anand.

Vegetationsbrand am Hauptbahnhof. Bildquelle: Feuerwehr Stuttgart

Auch am Stuttgarter Hauptbahnhof ist es zuletzt zu mehreren Vegetationsbränden gekommen.

Feuerwehr Stuttgart

Herausfordernd ist das trotzdem: „Im akuten Einsatz können unsere Kräfte auch bei großer Hitze natürlich nicht auf die Einsatzkleidung verzichten“, so der Feuerwehrsprecher. Man versuche, die Situation so erträglich wie möglich zu machen. Dazu gehört, bei Einsätzen, sobald es die Lage erlaubt, Marscherleichterung zu gestatten. Das bedeutet, dass die Kräfte zumindest die Jacke ausziehen können. Getränke werden bereitgestellt, in den Wachen Ruheräume klimatisiert. „Bei heißem Wetter werden auch kleine Einsätze schnell körperlich anstrengend“, weiß Anand. Deshalb tausche man die Einsatzkräfte häufiger aus.

Besserung ist nicht in Sicht – es soll warm bis heiß und trocken bleiben. Die Waldbrandgefahr ist sehr hoch. Deshalb hat die Stadt auch das Grillverbot auf öffentlichen Grillplätzen gar nicht erst aufgehoben.

Die Feuerwehr bittet deshalb eindringlich darum, die Präventionshinweise zu beachten.  Insbesondere wird auf das Grillverbot, das Rauchverbot in den Wäldern und auf den vorsichtigen Umgang mit der Natur hingewiesen. Außerdem sollte man nicht mit Fahrzeugen auf trockene Wiesen fahren, heiße Teile können genügen, um ein Feuer auszulösen. Bei verdächtigen Wahrnehmungen wie Knistergeräuschen im Wald oder einer Rauchentwicklung soll die Bevölkerung sofort den Notruf 112 wählen.

Wie wichtig das sein kann, hat sich beim Waldbrand in Rohracker gezeigt. Eine Spaziergängerin hatte da nur ein leises Knistern im Wald wahrgenommen. „Sie wollte zuerst gar nicht die Feuerwehr rufen, hat es dann zum Glück aber doch getan“, berichtet Anand. Das sich schnell ausbreitende Feuer an einem Hang war gerade noch unter Kontrolle zu bringen.

Wer oder was die ganzen Brände dieses Sommer ausgelöst hat, ist unklar. Die Polizei hat in allen Fällen Ermittlungen aufgenommen, doch die sind schwierig. „Oft ist anzunehmen, dass es sich um Unaufmerksamkeit handelt“, sagt Anand. Umso wichtiger sei es jetzt, gut auf die Umgebung zu achten. Die Feuerwehr selbst befinde sich im ständigen Austausch mit den Forstbehörden.

Hitze macht Gastanks anfällig und undicht

Doch nicht nur Wald, Felder und Wiesen leiden unter dem Wetter. Auch die Stuttgarter Seen befinden sich im Hitzestress. In den teils naturschutzrechtlich geschützten und überwiegend zur Fischerei verpachteten Seen seien die Temperaturen zeitweise auf über 30 Grad Celsius gestiegen, teilt die Stadt mit. Das kann für Fische und andere Lebewesen schwerwiegende Folgen haben. Viele Bäche haben niedrige Wasserstände, Gewässer ohne Zufluss drohen zu kippen. THW oder Feuerwehr müssen dann Quell- oder Leitungswasser einspeisen, um den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Gefährliche Blaualgen finden sich derzeit im Feuersee im Stuttgarter Westen sowie im Rondellsee in Rohr. Hautkontakt sollte vermieden werden, auch Hunde sollten nicht ins Wasser gehen.

Und noch eine Folge haben Hitze und Trockenheit. In Vaihingen strömte am 27. Juni Gas aus einem Flüssiggastank. Aufgrund der hohen Temperaturen hatte sich der Tank zu stark erwärmt und das Sicherheitsventil ausgelöst. Die Feuerwehr kühlte den Tank und baute ein Sonnensegel auf. Und bei Gefahrgutunfällen wie zuletzt auf der A 8 bestehe die Gefahr, dass die Kühlung ausfalle und das Gefahrgut durch die Hitze reagiere, so Anand. Durchatmen gibt es also zumindest bei den Einsatzkräften kaum.

Dieser Artikel erschien erstmals am 4. Juli 2026 und wurde am 11. Juli aktualisiert.

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